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DAX-Gigant Linde verlässt die Bühne: Was der Rückzug für deutsche Anleger bedeutet

Hot-News Philip Bußmann 994 Leser

Regelung der Deutschen Börse begrenzt die Gewichtung von Linde im DAX

Der Dax-Konzern Linde hat beschlossen, dass die Aktiennotierung an der Frankfurter Börse bis Anfang März beendet werden soll. 93 % der abgegebenen Stimmen waren für den Rückzug. Linde, das nach Marktkapitalisierung wertvollste deutsche Unternehmen, musste regelmäßig auf eine Gewichtung im DAX von 10 % gekappt werden. Dies ist eine Regelung, die von der Deutschen Börse aufgestellt wurde, um die breite Diversifizierung des Dax zu gewährleisten und Investoren zu schützen. Ein einzelner Wert im Dax darf nicht mehr als 10 % der Marktkapitalisierung aller Dax-Unternehmen ausmachen. Da die Marktkapitalisierung von Linde in den vergangenen Monaten immer wieder über diesen Grenzwert gestiegen ist, wurde die Bedeutung der Aktie für den Dax künstlich beschränkt. Dadurch mussten Indexfonds in der Folge Papiere des Unternehmens verkaufen, was nach Ansicht des Konzerns die Kursentwicklung beeinträchtigt hat.

Rückzug von der Deutschen Börse aufgrund von Doppellistung und Mehraufwand für Bilanzierung

Der Schritt von Linde, sich von der Deutschen Börse zurückzuziehen, wurde vorgeschlagen, um den Aufwand eines Doppel-Listings in New York und Frankfurt zu beenden. Seit der Fusion der Münchner Linde AG mit dem amerikanischen Konkurrenten Praxair, war die Aktie sowohl in Frankfurt als auch in New York gehandelt worden. Die Deutsche Börse war jedoch seit Langem nur noch der zweitwichtigste Handelsplatz für das Papier. Während nur etwa 8 % der Linde-Aktien von deutschen Anlegern gehalten werden, befinden sich laut Bloomberg rund 73 % der Stücke in der Hand amerikanischer Investoren. Einige deutsche Aktionäre bedauern den Schritt und sehen es als Enttäuschung an, da Linde bei der Übernahme von Praxair diesen Schritt ausgeschlossen hatte. Der Dax verliert sein wertvollstes Mitglied und mehr als 150 Mrd. Euro Börsenwert. Ab März können Aktien des Gase- und Gasanlagen-Herstellers nur noch in New York gehandelt werden. Deutsche Anleger bleiben im Besitz ihrer Anteile, können diese aber nicht mehr an der Deutschen Börse verkaufen.