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Der Portfoliobuilder: Herausfordernder Monat September - Geht es mit diesen zwei neuen Aktien im Musterdepot nun wieder aufwärts?

Artikel, Strategien Andreas Haslinger 1.069 Leser

Hallo Trader, Hallo Investoren

Wie immer könnt ihr euch sogleich entscheiden, ob ihr den neuen Artikel lieber lesen oder ob ihr ihn euch lieber auf You-Tube ansehen wollt.

Während im Monat August unser Depot ein neues Allzeithoch erzielte, war der Monat September ein schwieriger und vor allem enttäuschender Monat. Es gab keine einzige Aktie, die mit einem Take-Profit verkauft werden konnte. Ganz im Gegenteil haben wir mit jeder Aktie einen Verlust erlitten. Das ist bitter, macht uns aber einfach wieder deutlich, dass es nicht immer nach oben gehen kann. Ein Belastungsfaktor ist sicher auch die Tatsache, dass die Wachstumswerte, aufgrund  zunehmender Zinssorgen, allgemein in diesem Monat wieder stärker unter Druck geraten sind, was natürlich schlecht ist, da sich dieses Format, das mit dem TraderFox Portfolio-Builder entwickelt wurde, ja auf US-amerikanische Wachstumsaktien konzentriert. Dabei ist darauf hinzuweisen, dass die Aktien, die dabei vorgestellt werden, sehr volatil sein können. Es gab bereits Monate in dem es bei so mancher Aktie zu Verlusten von 30 % und mehr kam, so wie in diesem Monat. So weise ich auch ausdrücklich darauf hin, dass dieses Format nur Informationszwecken dient und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf irgend eines Wertpapiers darstellt. Ich gebe hier lediglich meine eigene Meinung wieder.

Der TraderFox Portfolio-Builder ist ja ein Tool für Anleger, die ihr Geld regelbasiert anlegen wollen. Dabei könnt ihr mit unserem Tool Portfoliosysteme nach eueren Regeln entwickeln und diese dann bis zu 30 Jahre backtesten. Das Spannende am regelbasierten Vorgehen ist die Tatsache, dass so jegliche Überlegungen und Empfindungen die einen Investor oder Trader in der Regel zu einem Aktienkauf bzw. Verkauf animieren, ausgeschaltet werden. Damit ist die Herangehensweise völlig anders als die sonst üblichen Herangehensweisen. 

Mit dem Portfolio-Builder ist es natürlich auch möglich nach anderen Regeln als den hier aufgezeigten, Portfoliosysteme zu entwickeln und zu testen. Wenn ihr nur Aktien handeln wolltet, die ein Gap-Down von mindestens 5 % aufweisen und nahe am 52-Wochentief notieren, dann könnt ihr dies natürlich auch machen. Ebenso könnt ihr euch auf Value- oder Dividendenstrategien konzentrieren. Der TraderFox Portfolio-Builder ist vor allem bei Vermögensverwaltern und Privatanlegern, die sich mit einem regelbasierten Vorgehen auseinandersetzen, ein beliebtes Tool. Infos zu unserem Portfolio-Builder findet ihr unter folgendem Link: https://traderfox.de/software/#portfolio-builder

Wie ihr mit unserem Portfoliobuilder eure eigenen Strategien entwickeln und diese über Jahrzehnte backtesten könnt, zeige ich euch jetzt.

Vorgehensweise

Nachdem ich mich bei www.traderfox.de angemeldet habe, wähle ich das Tool PORTFOLIO-BUILDER aus. Hier ist es mir möglich verschiedene Länder und Börsenplätze auszuwählen. Ich entscheide mich für die 1000 volumenstärksten US-Aktien und gebe hier als Datum den 1. Oktober ein, denn da wurde die Umschichtung durchgeführt. 

Die Ranking-Kriterien die wir für das Musterdepot anwenden und zusammen 100 % ergeben müssen, sind folgende: 

Geometrisches EPS-Wachstum und Umsatzwachstum mit je 5 % ⬆️

Abstand vom Hoch und Abstand vom Tief mit je 35 % ⬆️

Performance auf Sicht von 14 Tagen mit 5 % ⬇️

Tägliche Volatilität mit 15 % ⬇️

Als Nächstes habe ich die Möglichkeit Einstiegskriterien festzulegen. Ihr könnt dabei unter Dutzenden auswählen, sowohl charttechnischen, fundamentalen als auch technischen Kriterien. Dann habt ihr unter den Transaktionsregeln u. a. die Möglichkeit zu bestimmen, wie viele Positionen euer Depot beinhalten soll. In unserem Fall sind es fünf. Ihr habt mit dem Portfoliobuilder die Möglichkeit sowohl die Depotgröße frei zu wählen, als auch das Umschichtungsintervall frei zu bestimmen. Ihr könnt entscheiden, ob ihr einen automatischen Take-Profit anwenden wollt und selbstverständlich könnt ihr verschiedene Ausstiegsregeln definieren. 

In unserem Fall wird immer zu Monatsbeginn umgeschichtet und wir haben einen Take-Profit von 23 %. Seit dem 1. November 2019 konnte das Musterdepot eine Performance von 127 % verbuchen und ist somit in diesem Monat wieder deutlich zurückgekommen. Der S&P 500, der als Benchmark eingestellt ist, hat im selben Zeitraum eine Performance von 42 % erzielt. Was mir schon aufgefallen ist, ist die Tatsache, dass sich die Performance rückblickend immer leicht in der Tabelle verändert. In diesem Monat kam es zu einem deutlichen Verlust im Depot, was in der Tabelle so gar nicht sichtbar wird. Allerdings rechne ich die Performances monatlich immer selbst genau nach, um sicher zu sein. 

Die ausgebuchten Aktien 

Wir wollen uns nun die Aktien ansehen, die ausgebucht wurden. Richtig heftig ging es bei Support zur Sache, wo der Verlust mehr als 50 % betrug. Bei den übrigen Aktien wurde jeweils ein einstelliger Minusbetrag verbucht. Das Allzeithoch hat sich nun wieder etwas entfernt, doch ich bin guter Dinge, dass wir uns diesem schnell wieder annähern werden. Neben Support wurde diesen Monat auch Dick´s Sporting Goods ausgebucht. Erhalten bleiben uns somit die Aktien von Fortinet, Blackstone und Crocs. Charttechnisch finde ich aktuell vor allem die charttechnische Situation bei Crocs spannend. So ist die Aktie mit dem Gesamtmarkt in eine Korrektur gewechselt, könnte nun aber am EMA 50 Unterstützung finden, der schon öfter als Support gedient hat. Ein Einstieg könnte am Montag mit dem Ausbruch über das Tageshoch vom Freitag erfolgen, wobei ich das Risiko bei 137 USD begrenzen würde. 

Die eingebuchten Aktien 

 

Nun aber zu den neuen Aktien unseres Musterdepots. Dabei handelt es sich um zwei neue Aktien, nämlich Cloudflare und Sprout Social.

Sprout Social (SPT) ist ein Spezialist für das Social-Media-Management. Kunden können alle Prozesse in sozialen Medien von einer zentralen Stelle aus planen und verwalten. Die Cloud-Lösung umfasst dabei Bereiche wie Nachrichtenverkehr, Verwaltung von Rezensionen und Inhalten, Link-Tracking bis hin zu einem durch Chat-Bots optimierten Kundensupport. Profitieren kann das Unternehmen davon, dass Social Commerce immer mehr an Bedeutung gewinnt.  Kunden sind Firmen wie Levi’s, Sony, Kraft Heinz und Lowe’s. Das Unternehmen ist noch sehr jung. Es wurde erst 2010 gegründet. Die Marktkapitalisierung beträgt aktuell 6,8 Mrd. USD.

Wachstum und Risiken 

Vor dem Hintergrund, dass sich das Marketing und die Kundenakquise zunehmend in soziale Medien verlagern, dürfte das Unternehmen noch vor einer großen Zukunft stehen. So zeigte eine eigenständig durchgeführte Umfrage, dass 91 % aller befragten Führungskräfte ihre Budgets in diesem Bereich in den nächsten 3 Jahren anheben werden und dass die Hälfte davon sogar eine Verdoppelung anstrebt. Zuletzt wurde die Integration von Shopify und Facebook Shops angekündigt, wodurch nun der 25 Mrd. USD große Social Commerce-Markt noch rascher erobert werden kann. Vor allem die Millennials und die Generation Z können hier sehr gut erreicht werden. Schätzungen zeigen, dass die Kaufkraft der Generation Snapchat bei 4,4 Bio. USD liegt. Verbraucher erwarten ein nahtloses Einkaufserlebnis und 86 % der Führungskräfte glauben, dass dieser Bereich ein wachsender Teil der marketingorientierten Umsatzpläne ist. 

Im letzten Quartal konnte der Umsatz des Unternehmens um 42,3 % auf 44,7 Mio. USD (Konsens: 42,9 Mio. USD) gesteigert werden. Das EPS fiel break-even aus und damit besser als der prognostizierte Verlust von Minus 0,10 USD je Aktie. Die Zahl der Kunden konnte auf 29.612 gesteigert werden. Im ersten Quartal waren es noch 28.122 Nutzer. Bei den Kunden, die jährlich mehr als 10.000 USD ausgeben, stieg die Zahl um 55 % auf 3.936 an, was schon wirklich beachtlich ist. Neu sind Marken wie Levi’s oder Sisense. Auf Jahresbasis will Sprout Social um 37 % wachsen können. Allerdings sollte beachtete werden, dass das Unternehmen noch nicht nachhaltig profitabel wirtschaftet. Zudem besteht ein großes Risiko darin, dass die Aktie mit einem KUV von 36 extrem hoch bewertet ist, was sie letztlich sehr spekulativ macht. 

Charttechnik 

Die Aktie von Sprout Social lief seit dem Corona-Tief, das bei 13 USD lag, wie an der Schnur gezogen nach oben und konnte seither mehr als 1000 % zulegen, wobei es immer wieder Korrekturen gab, die am EMA 50 Unterstützung fanden. Auch aktuell scheint die Aktie am EMA 50 Unterstützung zu finden und befindet sich im Grunde in einer ähnlichen charttechnischen Situation wie Crocs. Bei beiden Aktien dürfte es nun vor allem vom Gesamtmarkt abhängen, ob sie auch nun wieder am EMA 50 drehen oder die Korrektur weitergeht. Bei einem Einstieg würde ich im aktuellen Umfeld auch hier nicht allzu viel Risiko eingehen und würde der Aktie als Trader keinesfalls mehr als 3 % Risiko gönnen. 

Cloudflare (NET) ist ein Cybersecurity-Unternehmen, das 2004 mit der Frage: „Woher kommen Spam-E-Mails?“ ins Leben gerufen wurde. Seitdem hat sich Cloudflare zum weltweit größte CDN-Anbieter (Content Delivery Network), gemessen an der Gesamtzahl der Kunden, entwickelt. Die CDN-Plattform beschleunigt die Bereitstellung von Bildern, Videos und anderen Inhalten für Websites, während der DNS-Dienst (Domain Name Server) die Website-Adressen mit den richtigen IP-Adressen verbindet. Außerdem schützt Cloudflare die gehosteten Websites vor Cyberangriffen aller Art. Das Unternehmen aus dem Silicon Valley ging erst im September vor zwei Jahren an die Börse. Der IPO-Preis hatte bei 18 USD gelegen. Inzwischen ist das Unternehmen in mehr als 200 Städten in über 180 Ländern der Welt vertreten. Die Marktkapitalisierung beträgt stolze 36 Mrd. USD.

 

Wachstum und Risiken 

Die verschiedene Lösungen von Cloudflare wie intelligentes Routing, Mobil- und Bildoptimierung, Cache-Lösungen, Firewall und Bot-Management sorgen dafür, dass Websites, APIs und verschiedene Anwendungen schnell und sicher genutzt werden können. Wachstumschancen lauern neben den USA vor allem auch in China, da sich derzeit 22 % aller globalen Internetznutzer dort befinden. Das Umsatzwachstum von Cloudflare ist beeindruckend und stieg im Jahr 2020 um 50 % auf 431 Mio. USD. Das Unternehmen erwartet in diesem Jahr ein Umsatzwachstum von 46 % bis 47 %. In den letzten Wochen ist die Aktie um knapp 20 % scharf zurückgekommen, obgleich es keine negativen unternehmensspezifischen Neuigkeiten gab. Ganz im Gegenteil. Das Unternehmen kündigte zwei neue Produkte an: die Advanced Email Security Suite, die Unternehmen mehr Kontrolle über Sicherheits- und Manipulationsschutzfunktionen bietet, und R2 Storage, das Entwicklern eine neue Option für die Speicherung von Daten bietet, die nicht beim Cloud-Computing-Giganten Amazon Web Services liegt und gegen den man richtig scharf, laut CEO Matthew Prince, ins Gefecht ziehen will.  

Cloudflare's wachsendes Ökosystem hat inzwischen eine beeindruckende Dynamik entwickelt, wobei neben dem Umsatzwachstum auch das Kundenwachstum mit durchschnittlich 68 % auf Sicht der letzten zwei Jahre überzeugen kann, obgleich das Unternehmen mit seinen umfangreichen Angebot inzwischen in starker Konkurrenz zu zahlreichen Cloud-Service-Anbietern steht. Dass dies das Wachstum nicht gebremst hat, sollte man dem Unternehmen hoch anrechnen.

Ein Schwachpunkt ist sicherlich darin zu sehen, dass das Unternehmen bislang nicht profitabel ist. Jedoch haben sich die Verluste zuletzt deutlich verringert. Ab 2023 gehen Analysten von einem ersten Gewinn aus. Mit einem KUV von 56 ist die Aktie extrem hoch bewertet. Allerdings wächst es Unternehmen nach wie vor sehr schnell und obgleich bei der Aktie weiterhin mit hoher Volatilität und auch mal deutlicheren Rücksetzern gerechnet werden muss, sollte man die Aktie aufgrund des starken Wachstums weiterhin, meines Erachtens, im Blick behalten. 



Charttechnik 

Cloudflare hatten wir bei TraderFox bereits oft besprochen. Zum ersten Mal habe ich darüber nach dem IPO zu einem Kurs von 30 USD ausführlich berichtet. Die Aktie macht aktuell einen schwächeren Eindruck als diejenige von Sprout. Das Allzeithoch liegt inzwischen schon knapp 20 % entfernt. Aber auch Cloudflare konnte seit dem Corona-Tief gut 1000 % zulegen. Eine kleine Korrektur ist da natürlich nicht verwunderlich. Wie es scheint, könnte das 38,2 % Retracement der Aktie nun Unterstützung bieten. Sollte es hier zu einem Durchbruch nach unten kommen, könnte es allerdings schnell und dynamisch bis in den Bereich von 90 USD gehen, wo auch das Juni-Gap verläuft. Bei einem Einstieg würde ich als Trader auch hier nur ein Risiko von etwa 3 % tolerieren.

 

Wie immer freue ich mich schon auf den nächsten Monat und bin gespannt, welche Aktien dann zu den Gewinnern zählen werden.

Bis zum nächsten Mal

Andreas Haslinger

Verwendete Tools:

TraderFox Trading-Desk: https://www.traderfox.de

Aktien-Terminal: https://aktie.traderfox.com

Portfoliobuilder: https://portfoliobuilder.traderfox.com

Infos zum Portfolio-Builder: https://traderfox.de/software/#portfolio-builder

Haftungsausschluss: Dieses Format dient ausschliesslich Informationszwecken. Die Informationen stellen keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf irgend eines Wertpapiers dar. Der Kauf von Aktien ist mit hohen Risiken behaftet. Ihre Investitionsentscheidungen dürfen Sie nur nach eigener Recherche und nicht basierend auf unseren Informationsangeboten treffen. Wir übernehmen keine Verantwortung für jegliche Konsequenzen und Verluste, die durch Verwendung unserer Informationen entstehen.

Aufklärung über mögliche Interessenkonflikte: 

-Wenn TraderFox-Redakteure gehebelte Trades eingehen, wählen sie in der Regel ausschließlich Produkte von TraderFox-Partner-Emittenten. Diese sind derzeit: City, Goldman Sachs, HVB, DZ Bank, Morgan Stanley und UBS. 

-TraderFox-Redakteure klären im Artikel über Eigenpositionen auf. Wenn ein anderer Redakteur an der Erstellung des Artikels mitgewirkt oder davon gewusst hat, wird dieser namentlich genannt und es findet ebenfalls eine Aufklärung über Eigenpositionen statt.

Eigenpositionen:  Verantwortlicher Redakteur Andreas Haslinger: Keine