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Linde – Über 25 % Kurspotenzial beim zweitwertvollsten DAX-Konzern

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Wenn Unternehmen große Investitionen ankündigen, dann gibt es eigentlich nur zwei verschiedene Reaktionen der  Marktteilnehmer – sie verkaufen die Aktie, weil die Kosten für die neue Investition die Ergebnisseite des betreffenden Unternehmens zumindest eine Zeitlang belasten wird und die Konsensschätzungen der Analysten wohl erst einmal nach unten korrigiert werden müssen.

Oder aber – sie stürzen sich wie bekloppt in die Aktie, weil sie sich von den Investitionen einen so großen Vorteil für das Unternehmen versprechen, dass die langfristigen Aussichten die kurzfristigen Kosten um ein Vielfaches überwiegen. Der Spezialist für technische Gase, Linde, habe laut Der Aktionär nun die Investition von 1,4 Mrd. USD in den Ausbau eines bestehenden Produktionskomplexes in Singapur angekündigt. Linde wolle die Kapazitäten für die Produktion von Wasserstoff, Kohlenmonoxiden und Synthesegasen auf das Vierfache hochfahren. Auslöser für diesen Ausbau sei ein gerade abgeschlossener Deal mit Exxon Mobil. Das sei nicht nur irgendein weiterer Vertrag, sondern ein neuer Rekordvertrag für Linde. Es handle sich um den größten Gasliefervertrag der Konzerngeschichte. Wer bis jetzt noch nicht wusste, das das Geschäft mit Industriegasen Zukunft hat – tja, dem dürfte nicht mehr zu helfen sein.

Linde werde im laufenden Geschäftsjahr einen Umsatz von 28,7 Mrd. USD erzielen. Bis zum Jahr 2022 dürfe der Konzernumsatz in die Region von 34,1 Mrd. USD vorstoßen. Daraus ergebe sich ein durchschnittliches jährliches Umsatzwachstum von 6 %. Überproportional dürfe allerdings das Gewinnwachstum ausfallen. Für das laufende Geschäftsjahr werde ein Gewinn je Aktie von 6,95 USD erwartet. 2022 dürfe das EPS auf 10,45 USD zulegen. Daraus ergebe sich ein Gewinnwachstum von durchschnittlich 15 % pro Jahr.

Ein weiterer Grund für dieses starke Wachstumsszenario sei natürlich auch die im Oktober 2018 abgeschlossene Übernahme des US-Konkurrenten Praxair. Durch die Megafusion erwarte man sich in Zukunft jährliche Einsparungen von 1,1 Mrd. USD dank Synergien. So könne Linde als Weltmarktführer die im Gasegeschäft ohnehin schon hohe EBITDA-Marge von zuletzt 28 % noch weiter steigern.

Dank der breiten Aufstellung des Konzerns habe sich Linde zudem eine große Unabhängigkeit gegenüber konjunkturellen Schwankungen aufgebaut. Linde bediene Kunden aus der Chemieindustrie, in der Fertigung, metall- und glasverarbeitende Unternehmen. Auch im Elektronikgeschäft und in der Gesundheits- und Nahrungsmittelbranche seien Gase von Linde gefragt.

Und dann sei da ja noch der potenzielle neue Megatrend Wasserstoff. Noch sei etwas schwammig, ob Wasserstoff in der Mobilität, in der Industrie oder bei der Stromgewinnung die Zukunft gehöre. Die vielseitige Verwendbarkeit könne Wasserstoff zu einem Milliardenmarkt werden lassen. Linde werde sowohl bei der Produktion als auch der Distribution eine Rolle in der ersten Reihe bei diesem Wachstumsmarkt einnehmen. Der Aktionär rät Anlegern, bei dem immer noch unterschätzten aber bereits nach SAP zweitwertvollstem DAX-Konzern am Ball zu bleiben und rät mit einem Kursziel von 227,50 Euro zum Kauf (26 % Potenzial).

lindeplcjuli2019

 

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Bildherkunft: Linde Plc