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Wenn du dein Depot-Risiko reduzieren möchtest, dann arbeite mit Take-Profit anstatt mit Stopp-Loss

Kommentare Simon Betschinger 1.292 Leser

Liebe Leser,

es gibt viele Methoden, um Risikomanagement für das eigene Depot zu betreiben. So kann ich meinen Investitionsgrad reduzieren, wenn mein Depot unter Druck gerät oder ich kann mit Hilfe von Gesamtmarkt-Indikatoren festlegen wie stark ich investiert sein möchte, wenn der Index zum Beispiel unter dem GD 200 notiert. Es gibt hier viele Konzepte, die in langlaufenden Simulationen sogar zurückliegend bis 1928 konstant gut funktioniert haben.

Und dann gibt es den Stopp-Loss. 90 % aller Anleger verbinden Risikobegrenzung an der Börse mit dem Order-Typ „Stopp-Loss“. Aktien werden verkauft, wenn sie zum Beispiel vom Einstiegskurs 10 % verloren haben. Ich habe den Sinn dieser Methodik noch nie verstanden, denn es bedeutet, dass ich Aktien allein aufgrund von gewöhnlichen Marktschwankungen mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit verliere. Meist verkaufe ich dann, wenn andere ängstlich sind und es eigentlich ein guter Zeitpunkt wäre, um zuzugreifen.

Unsere technischen Möglichkeiten, die wir bei TraderFox haben, um langfristige Portfolio-Modelle zu modellieren, nehmen Jahr für Jahr zu. Mit unserer Software „Portfolio-Builder“ können wir mittlerweile regelbasierte Portfolio-Systeme bis ins Jahr 1990 zurück testen. Ich mache davon natürlich intensiv gebrauch und bin bei meinen Simulationen auf interessante Erkenntnisse gestoßen.

Der Einsatz von Stopp-Loss reduziert eigentlich so gut wie nie das Risiko, sondern schmälert langfristig die Depotrendite und erhöht oft sogar den Drawdown.  Aber jetzt kommt das wirkliche Erstaunliche: Eine Take-Profit reduziert meistens den Drawdown des Gesamtportfolios!

Unten sind 2 Portfoliosimulationen abgebildet. Der erste Chart zeigt ein Momentum-System, bei dem monatlich in trendstabile Aktien auf Jahreshochs investiert wird. Der Drawdown liegt bei etwa -46%. Wenn jede Position sofort nach Eröffnung mit einem Take-Profit von 20 % versehen wird, sinkt der Drawdown auf nur noch -36 % ab. Schnelle Spikes nach oben, werden für Gewinnmitnahmen genutzt und die Position wird dann erst wieder beim nächsten Umschichtungstermin aufgefüllt.

Momentum-Strategie mit monatlicher Umschichtung und 46 % Drawdown!
portfolio-backtest-momentum(Das Regelwerk des Systems habe ich in der Chat-Gruppe zum Portfolio-Builder auf traderfox.com hinterlegt)

Ein Take-Profit von +20 % reduziert den Drawdown um 10 Prozentpunktportfolio-mit-take-profit(Das Regelwerk des Systems habe ich in der Chat-Gruppe zum Portfolio-Builder auf traderfox.com hinterlegt)

Fazit: Wer mit Stopp-Loss arbeitet, hat bei starken Marktschwankungen mit hoher Wahrscheinlichkeit einen garantierten Verlust. Wer mit Take-Profits arbeitet, hat bei starker Volatilität mit hoher Wahrscheinlichkeit einen schnellen Gewinn.

TraderFox Portfolio-Builder







Der Portfolio-Builder ist eine Software, die es ermöglicht regelbasierte Portfoliosysteme zu bauen und zu testen. Nach Eingabe der Regeln wird die Entwicklung in den vergangen 20 Jahren berechnet und es werden alle Transaktionen angezeigt, die gemäß des Regelwerks berechnet wurden.

> Infos und Bestellmöglichkeit zum Portfolio-Builder