DB - Dow Jones IndustrialDB 26.474,00 -0,51%
DB - US Tec 100DB 7.861,00 +0,95%
DB - S&P 500DB 2.931,75 +0,12%
12.04. 19:56

Aktien New York: Kursfeuerwerk bei Disney und starke Banken beflügeln Dow


NEW YORK (dpa-AFX) - Starke Quartalszahlen der Wall-Street-Bank JPMorgan und ein Rekordhoch bei den Aktien von Walt Disney haben am Freitag den Dow Jones Industrial angetrieben. Der New Yorker Leitindex gewann zuletzt 0,96 Prozent auf 26 393,60 Punkte. Auf Wochensicht steht der Dow damit noch mit 0,2 Prozent im Minus. Die Disney-Aktien eroberten mit einem Plus von mehr als 10 Prozent die Index-Spitze.

Der breit gefasste S&P 500 legte um 0,56 Prozent auf 2904,58 Punkte zu. Für den technologielastigen Auswahlindex Nasdaq 100 ging es um 0,24 Prozent auf 7613,40 Punkte nach oben.

Eine im März stärker als erwartet eingetrübte Stimmung der US-Verbraucher tat der Freude der Aktienanleger kaum einen Abbruch. Das von der Universität Michigan erhobene Konsumklima war auf 96,9 Punkte gefallen, während Volkswirte mit einem Rückgang auf nur 98,2 Punkte gerechnet hatten. Der Index der Uni Michigan ist ein Indikator für das Kaufverhalten der amerikanischen Verbraucher.

Star des Tages auf dem New Yorker Börsenparkett waren die Papiere von Walt Disney, die mit 130,90 Dollar den höchsten Kurs ihrer Geschichte erreichten. Zuletzt kosteten sie knapp 129 Dollar. Der Unterhaltungsriese will nun auch im Video-Streaming-Geschäft mitmischen und bringt in den USA einen eigenen Dienst zum Kampfpreis an den Start. Disney+ soll 6,99 Dollar im Monat kosten und wäre damit billiger als das günstigste Abo des Rivalen Netflix. Netflix-Papiere verloren mehr als viereinhalb Prozent.

Analysten waren von dem neuen Disney-Angebot angetan. Disney+ überzeuge, schrieb etwa Steven Cahall von der RBC in einer aktuellen Studie. Die Konzernziele für das Wachstum der Abonnentenzahlen lägen deutlich über den Erwartungen.

Die größte der US-Banken, JPMorgan, legte als erstes gewichtiges Unternehmen in den Vereinigten Staaten den Geschäftsbericht vor und überzeugte erneut die Investoren. Alleine in den ersten drei Monaten des Jahres hatte JPMorgan einen Überschuss von etwas mehr als neun Milliarden Dollar erzielt. Das Wall-Street-Haus habe seine Schätzungen in fast allen Belangen übertroffen, kommentierte RBC-Analyst Gerard Cassidy in einer am Freitag vorliegenden Studie. JPMorgan-Aktien gewannen 4,7 Prozent und zogen auch die Papiere von Goldman Sachs mit plus 2,4 Prozent mit nach oben.

Die Aktien der US-Großbank Wells Fargo drehten nach einem freundlichen Start im Zuge positiv aufgenommener Quartalszahlen rasch ins Minus. Zuletzt verloren sie 2,5 Prozent. Als Grund für den Dreh machten Börsianer die von der Bank gesenkte Prognose für den diesjährigen Nettozinsertrag aus. Finanzvorstand John Shrewsbury hatte die Maßnahme in der Telefonkonferenz zu den aktuellen Zahlen nicht zuletzt mit der Entscheidung der US-Notenbank Fed begründet, von weiteren Zinserhöhungen zunächst abzusehen.

Die Anteile des Chemiekonzerns Dow Inc stiegen um 5,1 Prozent und waren damit der zweitbeste Wert im US-Leitindex. Analyst Vincent Andrews von Morgan Stanley erhöhte bei unverändertem "Overweight"-Votum sein Kursziel von 61 auf 62 Dollar und verwies auf niedrigere Ethan-Preise. Das Chance-Risiko-Profil sei nach wie vor ausgesprochen vorteilhaft. Die Dividende sichere den Kurs nach unten ab.

Am Dow-Ende gaben die Papiere der Ölgesellschaft Chevron um 4,6 Prozent nach. In einer milliardenschweren Transaktion will der Konzern den US-Ölförderer Anadarko Petroleum übernehmen. Dessen Aktienkurs sprang um 33 Prozent hoch. Chevron will 65 US-Dollar je Anadarko-Papier auf den Tisch zu legen, womit das Unternehmen mit 33 Milliarden Dollar bewertet wäre. Das Angebot besteht aus einer Bar- und einer Aktienkomponente. Die bisherigen Aktionäre sollen 0,3869 Chevron-Anteile plus 16,25 Dollar auf die Hand erhalten.

Boeing-Aktien knüpften an ihre Erholung vom Vortag mit plus 2,6 Prozent an. Bei dem nach zwei Flugzeugabstürzen massiv in der Kritik stehenden US-Flugzeugbauer laufen die Bemühungen um eine Wiederzulassung der Krisenjets vom Typ 737 Max auf Hochtouren. Es seien bereits 96 Flüge mit einer Flugzeit von insgesamt über 159 Stunden zum Testen eines Updates der umstrittenen Steuerungssoftware MCAS absolviert worden, hatte Boeing-Chef Dennis Muilenburg am Donnerstag gesagt.

Ein glänzendes Börsendebüt feierten die Aktionäre von Jumia . Der afrikanische Online-Händler - ein Start Up der Berliner Rocket Internet - sammelte beim Börsengang in New York 196 Millionen Dollar ein. Jumia platzierte die Aktien zu 14,50 Dollar das Stück. Der erste Kurs lag mit 18,95 Dollar deutlich darüber. Zuletzt kosteten die Papiere mehr als 22 Dollar./ajx/he