24.07. 10:33

AKTIEN IM FOKUS: Aston Martin bleiben meilenweit hinter Ferrari zurück


FRANKFURT (dpa-AFX) - Rasant im Rückwärtsgang: Der Aktienkurs von Aston Martin ist am Mittwoch nach einer gesenkten Absatzprognose auf den tiefsten Stand seiner noch kurzen Börsenhistorie eingebrochen. Im Tief ging es für die Papiere des Herstellers edler Sportwagen um fast 24 Prozent steil abwärts auf 790 Pence. Das entspricht exakt dem bisherigen Rekordtief von Mitte Mai. Zuletzt büßten sie noch 22,5 Prozent auf 803 Pence ein.

Im laufenden Jahr rechnet der unter anderem mit Ferrari und der VW-Tochter Porsche konkurrierende britische Hersteller jetzt nur noch mit der Auslieferung von 6300 bis 6500 Sportwagen - bislang hatte das Ziel bei 7100 bis 7300 gelegen. Die Briten führten wirtschaftlichen Unsicherheiten zur Begründung an.

"Investoren macht es nie besonders glücklich, wenn sich eine Prognose im nachhinein als zu glänzend erweist", schrieb Analyst Neil Wislon vom Broker Markets.com. Aston Martin wachse zwar, aber nicht in dem vom Management ursprünglich erwarteten Tempo.

Für die Anleger waren die Papiere des Autobauers, der unter anderem durch die James-Bond-Filme bekannt wurde, bisher eine Enttäuschung. Von ihrem Ausgabepreis von 1900 Pence im Oktober ging es bis Mai stetig nach unten, bevor sich der Kurs bis vor der Mitteilung am Mittwoch ein wenig erholen konnte, um nun abzustürzen.

Ganz anders die Aktien von Ferrari: Seit dem Zweitlisting der Papiere an der Mailänder Börse Anfang 2016 ging es mit dem Kurs um rund 250 Prozent nach oben. Der Börsenwert der Formel-1-Ikone beläuft sich damit auf mehr als 28 Milliarden Euro. Vom Kursdesaster der Briten zeigte sich die Aktie am Mittwoch weitgehend unbeeindruckt, sie gab mit 0,4 Prozent nur moderat nach.

Allerdings droht auch Ferrari die Gefahr einer sinkenden Nachfrage, sagte Analyst Max Warburton vom Analysehaus Bernstein. Denn ein jahrelanger Boom, getrieben von zunehmendem Wohlstand und niedrigen Zinsen, könne allmählich auslaufen. Die Preise für Auto-Klassiker lägen um 30 Prozent unter ihren einstigen Höchstständen von Ende 2015 bis 2017. Der Abschwung scheine sich zuletzt noch beschleunigt zu haben./bek/jha/