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23.04. 10:51

ROUNDUP: Software AG senkt Prognose wegen Corona-Pandemie - Aktie legt zu


DARMSTADT (dpa-AFX) - Die Software AG hat wegen der Auswirkungen der Coronavirus-Krise ihre Prognose für das Gesamtjahr zusammengestrichen. Den Auftragseingang in der wichtigen Digitalsparte erwartet Vorstandschef Sanjay Brahmawar nun deutlich unter den bisher ausgegebenen Zielwerten, wie der MDax-Konzern am Donnerstag in Darmstadt mitteilte. Im ersten Quartal schnitt das Unternehmen bei Umsatz und Ergebnis etwas besser ab als von Analysten zuletzt geschätzt.

Die Aktie legte nach Handelsbeginn um 2,3 Prozent auf 30,52 Euro zu. In den vergangenen Wochen hat sich das Papier nach und nach vom Corona-Crash erholt. Zwar liegt der Kurs noch unter dem Vorkrisenniveau von gut 34 Euro - aber bereits wieder über dem Zwischentief von 28,28 Euro im Januar.

Das Unternehmen habe besser abgeschnitten als erwartet, doch die Resultate in der Digitalsparte seien nach wie vor schwach, schrieb JPMorgan-Expertin Stacy Pollard in einer ersten Analyse. Anleger sollten dennoch mit der Entwicklung im Quartal zufrieden sein - vor allem angesichts der niedrigen Bewertung der Aktie.

Chef Brahmawar will das Unternehmen mit einem teuren Investitionsprogramm wieder auf konsequentes Wachstum ausrichten - daran hatte es bei den Darmstädtern in den vergangenen Jahren deutlich gehapert. Immer wieder stolperte das Unternehmen über Verzögerungen bei großen Vertragsabschlüssen, weswegen der Belgier den Konzern auf das Angebot von Abonnement-Modellen umkrempelt. Auch über die längere Frist konnte das Unternehmen noch nicht so recht vom Trend zur Digitalisierung in Unternehmen und Behörden profitieren, obwohl die Software AG vor allem Lösungen für die IT-Abteilungen in Konzernen anbietet.

Wegen der Corona-Krise wird die Rückkehr zu spürbarem Wachstum nun voraussichtlich schwerer als gedacht. Im ersten Halbjahr sei noch mit insgesamt soliden Ergebnissen zu rechnen, hieß es. Die Entwicklung im zweiten Halbjahr aber sei schwer absehbar. "Bislang erwies sich unser Geschäft angesichts der Covid-19-Pandemie als widerstandsfähig", sagte Brahmawar. Die am stärksten betroffenen Branchen spielten für die Software AG nur eine untergeordnete Rolle, und die *Zunahme der Abonnementerlöse und des Wartungsgeschäfts sorgten für stetigere Erlöse.

"Niemand kann voraussagen, wie lange diese unsichere gesamtwirtschaftliche Situation andauern wird", sagte Brahmawar, der sich allerdings für die Zeit danach zuversichtlich gab. "Die IT-Nachfrage wird jedoch hoch bleiben, und wir erfüllen alle Voraussetzungen, um davon zu profitieren, sobald das Marktumfeld besser wird." Mittelfristig bleibt die Software AG dabei, 2023 einen Umsatz von einer Milliarde Euro und eine operative Marge von 25 bis 30 Prozent erreichen zu wollen.

Im eigentlichen Geschäft mit Integrationssoftware (DBP ex Cloud/IoT) rechnet das Unternehmen im laufenden Jahr nun mit Auftragseingängen von währungsbereinigt 0 bis 10 Prozent über dem Vorjahreswert, bisher war die Software AG von 10 bis 15 Prozent Plus ausgegangen. Im Wachstumsfeld mit der Vernetzung von Maschinen und der Cloud (Cloud/IoT) soll der Anstieg bei den Bestellungen 20 bis 40 Prozent betragen, bisher lagen die Planungen mit 40 bis 60 Prozent deutlich darüber. Bei der Datenbanksparte (A&N) sowie bei der operativen Marge bleibt Brahmawar bei den bisherigen Zielen.

Im ersten Quartal sorgte vor allem das angestammte Datenbankgeschäft mit einem überraschenden Umsatzplus von 5 Prozent für Stabilität. Insgesamt konnte die Software AG die Erlöse so um 3 Prozent auf 207 Millionen Euro steigern.

Beim Auftragseingang zeigten sich vor allem das Geschäft mit der Vernetzung von Maschinen und der Cloud sowie die Datenbanksparte mit starken Zuwächsen. Im größten Geschäftsteil mit Integrationssoftware blieb das Unternehmen mit einem Minus von einem Prozent bei den Aufträgen hinter den Erwartungen zurück. Einige Abschlüsse seien wegen der Corona-Krise ins zweite Quartal verschoben worden, hieß es zur Begründung.

Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Firmenwertabschreibungen sackte hingegen um 23 Prozent auf 39,7 Millionen Euro ab. Die entsprechende Marge lag mit 19,2 Prozent 6,4 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert. Das Unternehmen investiert derzeit viel in Wachstum und hatte bereits deutliche Einbußen bei der Profitabilität in Aussicht gestellt. Unter dem Strich stand ein Nettoergebnis von 20,2 Millionen Euro, rund ein Drittel weniger als vor einem Jahr./men/kro/fba