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03.05. 20:17

Aktien New York: Dow startet freundlich in den Mai - Nasdaq schwächelt


NEW YORK (dpa-AFX) - Die US-Börsen haben sich am Montag nach einem freundlichen Start uneinheitlich entwickelt. Die Anleger wägen weiter zwischen den Perspektiven für eine anziehende Wirtschaft und den Risiken einer steigenden Inflation ab. Verhaltene aktuelle Konjunkturdaten schürten derweil keine Ängste vor einer baldigen Straffung der amerikanischen Geldpolitik.

Zuletzt stieg der Dow Jones Industrial um 0,79 Prozent auf 34 141,30 Punkte. Zu seiner Bestmarke von 34 256 Punkten fehlen dem US-Leitindex damit nur noch 0,3 Prozent beziehungsweise etwas über 100 Punkte. Die Vorwoche hatte der Dow mit einem Verlust von einem halben Prozent abgeschlossen, im Monat April aber ein Plus von rund 2,7 Prozent verbucht. Der marktbreite S&P 500 rückte am Montag um 0,35 Prozent auf 4195,85 Punkte vor. Dagegen rutschte der technologielastige Nasdaq 100 ins Minus und verlor 0,41 Prozent auf 13 804,60 Zähler.

Wie der ISM-Einkaufsmanagerindex zeigte, hatte sich die Stimmung in der US-Industrie im April überraschend eingetrübt und nicht wie von Analysten erwartet verbessert. Er signalisiert allerdings immer noch ein robustes Wachstum. Der Indexwert im März war außerdem der höchste seit dem Jahr 1983 gewesen. Zudem wurde bekannt, dass die Bauinvestitionen im März deutlich weniger als prognostiziert gestiegen waren.

Während US-Finanzministerin Janet Yellen am Wochenende die Gefahren einer zunehmenden Inflation eher herunterspielte, hatte US-Staranleger Warren Buffett mit Blick auf die stark anziehende Wirtschaft und die weiter niedrigen Zinsen vor steigenden Preisen gewarnt.

Mit seiner Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway hatte die 90-jährige Investorenlegende aus Omaha zu Jahresbeginn deutlich besser verdient. Der Betriebsgewinn legte im ersten Quartal um knapp 20 Prozent zum Vorjahreszeitraum zu. Dass Buffett Greg Abel, der derzeit die Bereiche jenseits des Versicherungsgeschäfts verantwortet, zum künftigen Lenker der Firma kürte, schien die Anleger nicht zu beunruhigen: Die B-Aktien von Berkshire Hathaway gewannen gut zwei Prozent und setzten damit ihre Rekordfahrt fort.

Positive Branchennachrichten gaben den Herstellern und Entwicklern von Corona-Impfstoffen Aufwind. Die in New York gelisteten Biontech-Aktien sprangen um über zehn Prozent hoch und setzten damit ihre Rekordjagd fort. Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) prüft einen Antrag des Mainzer Unternehmens und seines US-Partners Pfizer für eine EU-Zulassung ihres Corona-Impfstoffes auch für Kinder ab zwölf Jahren. Beide Unternehmen haben zudem eine entsprechende Erweiterung der Zulassung in den USA beantragt.

Pfizer-Titel verteuerten sich um fast drei Prozent und markierten den höchsten Stand seit Mitte Dezember. Der Pharmariese legt zudem am Dienstag bereits vor dem US-Handelsstart Quartalszahlen vor. Diese könnten den Biontech-Papieren einen weiteren Schub geben. Eine US-Bank geht davon aus, dass Pfizer sein Jahresumsatzziel deutlich auf über 19 Milliarden Dollar anheben könnte.

Im Kielwasser dieser Entwicklung legten die Aktien des US-Konkurrenten Moderna um rund vier Prozent zu. Auf dem Tageshoch bei 189 Dollar verfehlten sie nur haarscharf eine Bestmarke. Die in New York gelisteten Titel des Tübinger Impfstoff-Herstellers Curevac zogen immerhin um mehr als zwei Prozent an.

Den Vogel in der Branche schossen zu Wochenbeginn allerdings die Ocugen-Aktien ab: Sie sprangen um gut 21 Prozent auf 15,32 Dollar nach oben und erreichten den höchsten Stand seit Februar. Eine Studie indischer Wissenschaftler stimme nun auch optimistisch hinsichtlich der Wirksamkeit des Corona-Impfstoffkandidaten Covaxin gegen die brasilianische Variante, nachdem sich gleiches zuvor bereits gegen die britische Variante abgezeichnet habe, hieß es vom Unternehmen. Im Zuge der fortschreitenden Impfwelle rücken vor allem die Mutanten des Virus als mögliche neue Bedrohung in den Fokus.

Dagegen straften die Anleger Estee Lauder mit Kursverlusten von über sieben Prozent ab. Der Kosmetikhersteller hatte für das erste Quartal eine enttäuschende Umsatzentwicklung berichtet. Davor waren die Anteilscheine allerdings auch von Rekord zu Rekord gejagt.

Für Tesla -Papiere, die sich erst am Freitag von einem mehrtägigen Kursrutsch erholt hatten, ging es um knapp vier Prozent bergab. Medienberichten zufolge verschiebt sich der Produktionsstart am neuen Standort Grünheide bei Berlin./gl/he