15.09. 07:27

Südkorea und Japan werfen Nordkorea neuen Test von Rakete vor

Tokio (Reuters) - Nordkorea hat nach südkoreanischen Angaben am Mittwoch ein nicht identifiziertes Projektil von seiner Ostküste aus abgeschossen.

Die japanische Küstenwache bestätigte die Beobachtung und vermutete, es könne sich um eine ballistische Rakete handeln. Südkorea berief den Nationalen Sicherheitsrat ein. Japans Ministerpräsident Yoshihide Suga nannte den Abschuss des Flugkörpers ungeheuerlich und sprach von einer Bedrohung des Friedens und der Sicherheit in der Region.

Nordkorea hatte erst am Wochenende Tests von Langstrecken-Marschflugkörpern durchgeführt. Sie seien nach 1500 Kilometern wie geplant in die Hoheitsgewässer des Landes gestürzt, meldete die staatliche Nachrichtenagentur KCNA am Montag. Die USA, Japan und Südkorea hatten zwar den den Einsatz der Marschflugkörper kritisiert, zeigten sich aber zu Abrüstungsverhandlungen mit dem kommunistischen Land bereit.

Die Regierung in Pjöngjang hat ihre Waffensysteme stetig weiterentwickelt, während die Gespräche über den Abbau ihres Nuklear- und Raketenprogramms im Gegenzug zur Aufhebung der US-Sanktionen seit 2019 ins Stocken geraten sind. Das kommunistische Land ist wegen seiner atomaren Ambitionen und der Entwicklung von Raketen mit zahlreichen Sanktionen belegt worden. Nordkorea hat sich zwar offen für Verhandlungen gezeigt, sieht dafür bislang aber keine Grundlage, da die USA die Sanktionen nicht lockerten.