45 Schutzgaranten: Diese US-Aktien trotzen laut Goldman Sachs den aktuellen Marktrisiken
Handelskonflikte, schwaches Wachstum, KI-Sorgen – die Unsicherheit an der Wall Street wächst. Doch Goldman Sachs hat US-Aktien identifiziert, die sich als widerstandsfähig gegen die drei großen Belastungsfaktoren erweisen könnten. Welche 45 Schutzschilde das sind, erfahren Sie mit einem Klick bei TraderFox.
Die von US-Präsident Donald Trump betriebene Politik fordert ihren Tribut. Die US-Aktienleitindizes schwächeln in diesem Jahr und die Verunsicherung unter den viele Jahre lang sehr verwöhnten US-Anlegern ist ebenso riesengroß.
Die aktuellen Ergebnisse der monatlichen Umfrage des Conference Board zum Verbrauchervertrauen zeigen jedenfalls eine extreme Verschiebung von den Bullen zu den Bären, was die Erwartungen zu den Aussichten am Aktienmarkt betrifft. In der Geschichte der Umfrage, die bis ins Jahr 1987 zurückreicht, war der jüngste Zweimonatssprung bei den Verbrauchern, die für das kommende Jahr niedrigere Aktienkurse erwarten, laut Bespoke Investment Research der höchste in der Geschichte.
Die wirtschaftspolitische Unsicherheit hat deutlich zugenommen
Außerdem hat sich auch die Stimmung rund um die Konjunktur eingetrübt. So bewegt sich der Index der wirtschaftspolitischen Unsicherheit in den USA auf einem der höchsten Niveaus in den vergangenen 35 Jahren. Wissen muss man hierzu, dass dieser Index, der die wirtschaftspolitische Unsicherheit misst, auf der Grundlage von Artikeln über politische Unsicherheit in führenden Zeitungen erstellt wird. Er zählt die Anzahl der Zeitungsartikel, die die Begriffe „unsicher“ oder „Unsicherheit“, „Wirtschaft“ oder „Wirtschaft“ und einen oder mehrere politisch relevante Begriffe enthalten.
Quellen: Policyuncertainty.com, Goldman Sachs Global Investment Research. As of March 17, 2025.
Erstellt wurde die obige Grafik mit Daten vom 17. März. In der Zwischenzeit dürfte die Verunsicherung nicht ab-, sondern sogar noch weiter zugenommen haben. Dafür spricht zum Beispiel, dass der alte Mann im Weißen Haus gerade eben Zölle in Höhe von 25% auf Autoimporte angekündigt hat.
Die Zollangst geht um
Der Schritt heizt den Handelskonflikt zwischen den USA und der Europäischen Union weiter an und dürfte die zuletzt bereits wieder gestiegenen Ängste der Verbraucher hinsichtlich steigender Preise noch weiter befeuern. Zumal die Auto-Zölle nur ein Vorgeschmack auf weitere Sonderabgaben sein dürften, die Trump Anfang April bekanntgeben will. Laut Goldman Sachs haben die Anleger ihre Inflationserwartungen aufgrund der Entwicklungen an der Zollfront erhöht, wobei etwa zwei Drittel der Anleger (gegenüber 52 % im Januar) davon ausgehen, dass die Kerninflation in den USA am Jahresende über 2,5 % liegen wird.
Die zuvor zitierte US-Investmentbank geht in einer im März veröffentlichten Studie übrigens davon aus, dass es insgesamt zu einem Anstieg der US-Zollsätze um 10 Prozentpunkte kommen wird. Ein damit dann effektiver Zollsatz von 13 % wäre der höchste seit 1938.
Quelle: Source: BEA, Goldman Sachs Global Investment Research. As of March 11, 2025.
Geringere Wachstumserwartungen
Abgesehen von den Risiken, die durch den Glauben an die Allmacht von höheren US-Zöllen, für den Welthandel einhergehen, sind damit nicht nur Risiken für die Weltwirtschaft allgemein, sondern auch für die US-Wirtschaft im Speziellen verbunden.
Aus der Sicht von David Mericle, US-Chefvolkswirt bei Goldman Sachs, werden die höheren Zölle wahrscheinlich auch das Wirtschaftswachstum belasten. Die hausinterne BIP-Wachstumsprognose für 2025 hat man jedenfalls zuletzt bereits von 2,2 % auf 1,7 % gesenkt. Zusätzlich zu den steuerähnlichen Auswirkungen der Zölle auf das verfügbare Einkommen und die Verbraucherausgaben wird die Unsicherheit, die die Zölle mit sich bringen, wahrscheinlich einen größeren Effekt haben und die Unternehmensinvestitionen (stärker) beeinträchtigen, als ich noch vor ein paar Monaten gedacht hätte, so die Einschätzung von Mericle.
Goldman Sachs hat die BIP-Wachstumsprognose für 2025 (Q4/Q4) von 2,2 % auf 1,7 % gesenkt, um neuen Zollannahmen Rechnung zu tragen
Vor dem skizzierten Hintergrund darf getrost davon ausgegangen werden, dass zuletzt auch geringere US-Wachstumserwartungen die Kursfindung an der Wall Street belastet haben. Ein dritter die Anlegerstimmung jüngst drückender Faktor war außerdem die Ende Januar aufgetauchte Meldung aus China, wonach DeepSeek eine ähnliche KI-Modellleistung zu einem Bruchteil der Kosten bestehender Modelle erzielt hat.
Dies wiederum wirft die Frage auf, ob die Phase der Kostendeflation im KI-Investitionszyklus ebenfalls früher als erwartet eintritt, ob große KI-Investitionen nachhaltig sind und ob KI-Infrastrukturunternehmen in der Lage sein werden, einen übergroßen Umsatzanteil zu erzielen.
Angesichts dessen überrascht es nicht, dass der technologielastige Nasdaq 100 Index seit Mitte Februar verglichen mit S&P 500 Index und Dow Jones Industrial Average deutlich schlechter abgeschnitten hat.
Laut Goldman Sachs gibt es Aktien, die gegen die Treiber der jüngsten Marktvolatilität relativ immun sein sollten
Vor dem skizzierten Hintergrund hat Goldman Sachs eine Auswahlliste mit US-Aktien zusammengestellt, die eine geringe Korrelation mit den drei Ursachen der jüngsten Volatilität – den gesunkenen US-Wachstumserwartungen, dem gestiegenen handelspolitischen Risiko sowie den erhöhten Unsicherheiten beim KI-Megatrend - aufweisen. Dieses so genannte „unempfindliche“ Portfolio (“insensitive” portfolio) hat sich zuletzt auch als relativ stabil erwiesen.
Das „unempfindliche“ Aktienportfolio von Goldman Sachs hat sich gegenüber dem gleichgewichteten S&P 500 Index gut gehalten.
Quellen: Goldman Sachs Global Investment Research. As of March 11, 2025.
Die nachfolgende Aufstellung zeigt die im „unempfindlichen“ Portfolio enthaltenen US-Aktien, die laut Goldman Sachs von den wichtigsten thematischen Treibern der jüngst vorherrschenden Marktvolatilität weitgehend isoliert sein sollten.
Die Zusammensetzung des „unempfindlichen“ Aktienportfolios von Goldman Sachs im Überblick
Quellen: FactSet, Goldman Sachs Global Investment Research. Stand; 11.03.2025
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