Aktien New York: Rekorde - Dell-Kurssprung dank KI-Boom
NEW YORK (dpa-AFX) - Die Anleger in New York können am Freitag wieder Rekorde feiern. Sämtliche wichtigen Indizes stellten Bestmarken auf.
NEW YORK (dpa-AFX) - Die Anleger in New York können am Freitag wieder Rekorde feiern. Sämtliche wichtigen Indizes stellten Bestmarken auf.
Im ersten Quartal 2026 liefert der japanisch-amerikanische Solarproduzent Rekordumsatz, Rekordgewinn und eine Marge, die sich in zwölf Monaten vervierfacht hat. Doch nicht alles, was glänzt, ist bereits gesichert. TOYO Co., Ltd. stellt Solarzellen und Solarmodule her und betreibt Produktionsanlagen in Vietnam sowie in Houston, Texas. Das Unternehmen richtet sich strategisch auf den US-Markt aus und positioniert sich als einer der wenigen vertikal integrierten Inlandsproduzenten in den Vereinigten Staaten. Zahlen, die den Konsens sprengen. Der Umsatz im ersten Quartal 2026 kletterte auf 142,8 Millionen US-Dollar, ein Anstieg von 177 Prozent gegenüber den 51,5 Millionen US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Die Bruttomarge sprang von 9,3 auf 33,5 Prozent. Unter dem Strich stand ein Nettogewinn von 28,4 Millionen US-Dollar, nachdem das Unternehmen im ersten Quartal 2025 noch einen Verlust von 3,7 Millionen US-Dollar ausgewiesen hatte. Das verwässerte Ergebnis je Aktie betrug 0,75 US-Dollar gegenüber minus 0,10 US-Dollar im Vorjahr. Das bereinigte EBITDA lag bei 48,3 Millionen US-Dollar, verglichen mit 2,8 Millionen US-Dollar zwölf Monate zuvor. Was die offizielle Lesart ausspart Das Management bezeichnet das Quartal als „wahren Wendepunkt" und bekräftigt die Jahresguidance: ein bereinigter Nettogewinn zwischen 90 und 100 Millionen US-Dollar sowie Solarmodul-Lieferungen von 1,0 bis 1,3 Gigawatt. Was im Earnings Call jedoch auffällt: Die Steuergutschriften nach Section 45x des Inflation Reduction Act sind explizit nicht in der Guidance enthalten, obwohl das Modulwerk in Houston seit Ende 2025 in Betrieb ist. Der Strategie-Chef räumte auf Nachfrage ein, dass die Prüfung der 2025er-Produktion noch läuft und die Compliance-Kontrolle Zeit brauche. Für Anleger bedeutet das: Ein Teil des möglichen Aufwärtspotenzials hängt an einem Prozess, dessen Abschluss und Umfang noch offen sind. Expansion mit offenem Kapitalbedarf Das geplante US-Solarzellenwerk in Houston mit 1,5 Gigawatt Jahreskapazität befindet sich noch in der Planungsphase. Angaben zu konkretem Investitionsvolumen, Finanzierungsstruktur und Zeitplan für den Baubeginn machte das Unternehmen nicht. Für den laufenden Ausbau der Modulkapazität von einem auf zwei Gigawatt bis zum dritten Quartal 2026 sind 30 Millionen US-Dollar Investitionsaufwand vorgesehen, die aus dem operativen Cashflow gedeckt werden sollen. Die Bilanz weist zum 31. März 2026 liquide Mittel und eingeschränkt verfügbare Barmittel von zusammen 72,2 Millionen US-Dollar aus, nach 58,9 Millionen US-Dollar zum Jahresende 2025. Was Anleger im Blick behalten sollten Als nächster konkreter Beobachtungspunkt gilt das zweite Quartal 2026: Gelingt der planmäßige Abschluss der Modulerweiterung auf zwei Gigawatt bis Ende September, liefert das Management den ersten belastbaren Beleg dafür, dass die Expansionspläne nicht nur auf dem Papier funktionieren. Gleichzeitig wird der Stand der 45x-Prüfung zeigen, ob die ausgesparten Steuergutschriften tatsächlich als Aufwärtspotenzial realisierbar sind oder weiter in der Warteschleife bleiben. Die Aktie befindet sich in einem intakten Aufwärtstrend und brach am 28. Mai auf ein neues Allzeithoch bei 16 USD aus. Hier könnte man nun prozyklisch folgen. (TOYO)
Wenn wir als Anleger an den aktuellen KI-Boom denken, fallen sofort Namen wie NVIDIA oder AMD. Doch ein genauerer Blick auf die Lieferketten offenbart oft lukrativere Gelegenheiten. Ein solches Paradebeispiel ist die Silicon Motion Technology Corporation (SIMO). Nach den jüngsten Quartalszahlen von Ende April, die mit starkem Wachstum und enormer Profitabilität die Erwartungen übertrafen, rückt das Unternehmen zunehmend in den Fokus institutioneller Investoren. Auf der jüngsten JPMorgan Global Technology Conference vom 19. Mai 2026 lieferten CEO Wallace Kou und CFO Jason Tsai eindrucksvolle Einblicke. Die Kernaussage: Der weltweite Hunger nach Künstlicher Intelligenz treibt die Nachfrage derart in die Höhe, dass Speicherchips (NAND und DRAM) voraussichtlich bis 2027 Mangelware bleiben werden. Während eine solche Verknappung früher ein Risiko für Silicon Motion darstellte, profitiert das Unternehmen heute davon. Als einziger Player unterhält SIMO aktive Projekte mit allen sieben großen NAND-Herstellern gleichzeitig und sichert sich so wertvolle Kapazitäten und Marktanteile. Besonders im zukunftsträchtigen Enterprise-Segment spielt SIMO seine Stärken nun voll aus. Die "Boot-Drive"-Lösungen des Unternehmens sind mittlerweile essenziell für die globale KI-Infrastruktur und kommen unter anderem in NVIDIAs BlueField-Chips, der neuen Vera-Rubin-Plattform sowie bei den weltweit führenden Suchmaschinenbetreibern zum Einsatz. Auch in der Automobilbranche skaliert das Geschäft rasant. Selbst ein prognostizierter Marktrückgang bei Smartphones und PCs bereitet dem Management keine Sorgen. Durch starke Marktanteilsgewinne, da große Chiphersteller ihr Controller-Geschäft zunehmend an SIMO auslagern, und das florierende Geschäft mit KI-gestützten IoT-Geräten, wächst Silicon Motion schlichtweg gegen den Trend. Mit einer anvisierten, sehr starken Bruttomarge von 48 bis 50 % und einem exzellenten operativen Hebel bietet Silicon Motion eine seltene Kombination aus rasantem Wachstum, starker Preissetzungsmacht und hoher Profitabilität. Die Aktie brach am 26. Mai auf ein neues Allzeithoch aus und könnte nun zeitnah weiter laufen. (SIMO)
Vishay Precision (VPG) habe ich erst kürzlich ausführlich im Tenbagger-Forum vorgestellt und ich denke, das Unternehmen muss man jetzt im Blick behalten. Denn nach sensationellen Zahlen zum 1. Quartal 2026 schoss die Aktie um fast 30 % nach oben und dürfte nun zeitnah weiter nach oben ziehen. Denn das Unternehmen glänzt mit operativer Dynamik. Der Umsatz kletterte im Q1/2026 um 17,6 % auf 84,4 Mio. USD und schlug die Markterwartungen deutlich. Noch beeindruckender fiel der Auftragseingang aus: Mit 102,1 Mio. USD verzeichnete das Unternehmen den dritthöchsten Quartalswert seiner Geschichte. Ein starkes Book-to-Bill-Verhältnis von 1,2 unterstreicht die robuste Nachfrage. Getrieben wird das Wachstum vor allem vom Segment Sensoren, das von Megatrends wie Halbleiterausrüstung, KI-Datenzentren und Luftfahrt profitiert. Für Fantasie sorgt zudem ein neuer Zukunftsmarkt: Im Bereich der humanoiden Robotik verbuchte VPG erste Aufträge über eine Million USD und verhandelt bereits mit weiteren Entwicklern. Der Haken an der Erfolgsstory liegt in den Finanzen. Trotz des Umsatzbooms blieb unter dem Strich ein bereinigter Gewinn von 0,07 USD je Aktie. Hohe Investitionen in eine neue Organisationsstruktur und Wachstumsinitiativen belasten kurzfristig die Profitabilität, die operative Marge stagnierte bei mageren 1,9 %. Die Bewertung mit einem KGV von 97 für 2026 ist ambitioniert. Der Markt wettet aber jetzt auf eine gewaltige Gewinnexplosion: Bis 2028 wird ein jährliches EPS-Wachstum von über 80 % erwartet. Gelingt der operative Hebel durch Kosteneffizienz und den Robotik-Durchbruch, rechtfertigt das den Aufpreis. (VPG)