Europa-Aktien-Favoriten: Dieses Trio verspricht 2026 laut Bank of America die besten Anlageerfolge
Die Bank of America hat die besten Aktien aus Europa für das laufende Jahr gekürt. Wir stellen jene drei Titel näher vor, denen das US-Institut das größte Potenzial zubilligt.
In einer aktuellen Studie vom 26. Januar stellt das europäische Research-Team der Bank of America die „25 Aktien für 2026” vor. Dabei handelt es sich um Aktien, die das US-Institut mit Kaufempfehlungen versehen hat. Zudem sind die zuständigen Analysten der Meinung, dass diese Favoriten im Jahr 2026 von bedeutenden geschäfts- oder marktbezogenen Katalysatoren profitieren werden, die das Potenzial haben, dass diese Titel im laufenden Jahr eine bessere Performance als der Gesamtmarkt erzielen.
Wir haben uns die Empfehlungsliste angesehen und jene drei Titel herausgefiltert, die laut Bank of America das beste Gesamtergebnis gemessen am Kursziel sowie den derzeitigen Notierungen versprechen. Nachfolgend stellen wir dieses Trio vor und nennen die Anlagegründe aus Sicht der zitierten Investmentbank. Die Angaben basieren dabei auf dem Stand vom 30.01.2026.
Favorit Nr. 1. Adyen (ISIN NL0012969182 - aktueller Kurs: 1.253,40 EUR - Kursziel: 2.050,00 EUR – 63,6 %)
Die Bank of America betrachtet Adyen als eines der am schnellsten wachsenden Large-Cap-Unternehmen in der EMEA-Region für 2026–2027. Die Analysten erwarten, dass das Umsatzwachstum mit 22% / 21% in den Jahren 2026/2027 weiterhin über 20% liegen wird.
Man sieht das mittelfristige Wachstum gestützt durch (1) Marktanteilsgewinne bei bestehenden Kunden, (2) Neukundengewinne, mit Beiträgen aus der Einstellung von kaufmännischem Personal im Jahr 2025, und (3) neue Produkte/Schwerpunktbereiche, darunter Plattform (am schnellsten wachsender Bereich) und Embedded Finance.
Die Analysten betrachten die neue Prognose als eine erreichbare Basis für die Aktien auf mittlere Sicht, sodass sich die Anleger auf die langfristigen strukturellen Aussichten und die starken Fundamentaldaten des Unternehmens konzentrieren können.
Unlängst wurde das Kursziel von 1.930 EUR auf 2.050 EUR angehoben, was sich damit erklärt, dass die Bewertungsberechnung auf die Schätzungen zum Jahresende 2027 übertragen wurde und die angenommene EBIT-Marge von 62,1% auf 63,1 % steigt.
Wachstum im E-Commerce und im agentenbasierten Handel: Die Bank of America sieht Adyen in einer guten Position, um von einem soliden globalen E-Commerce-Markt zu profitieren, der sich 2026 voraussichtlich auf 10 % gegenüber 8,1 % im Jahr 2025 beschleunigen wird. Dabei dürfte Europa um 7 % und die USA um 9 % wachsen.
Mit Blick auf die Zukunft glaubt man, dass der Aufstieg des agentenbasierten Handels das Wachstum des E-Commerce weiter beschleunigen und Unternehmen mit starken technologischen Fähigkeiten wie Adyen begünstigen wird. Das Unternehmen arbeitet mit dem Ökosystem, darunter OpenAI, Google, Visa und Mastercard, zusammen, um geeignete Protokolle zu etablieren. Seine Vision ist es, den agentenbasierten Handel zu einem zusätzlichen Vertriebsweg für Händler zu machen und dabei zunächst die Interessen der Händler in den Vordergrund zu stellen (insbesondere in Bezug auf direkte Kundenverbindungen, Treueprogramme usw.). Wachstum im E-Commerce und im agentenbasierten Handel
Operative Hebelwirkung, unterstützende Bewertung: Die Bank modelliert das Mitarbeiterwachstum auf etwa der Hälfte des Umsatzniveaus, was eine starke operative Hebelwirkung unterstützt: Konkret wird ein Anstieg der Margen von 51,9 % im Jahr 2025 auf 53,9 % im Jahr 2026 und 55,9 % im Jahr 2027 prognostiziert, was zu einem durchschnittlichen jährlichen EBITDA-Wachstum von 25 % bis 2027 führt. Beim durchschnittlichen jährlichen Wachstum unterstellt man beim freien Cashflow rund 26 % bis 2028.
Die Analysten sehen mittelfristig die Möglichkeit von Barauszahlungen, da es keine regulatorischen Anforderungen gibt, die Barbestände über das derzeitige Niveau hinaus zu erhöhen. Die Multiplikatoren bleiben den Abgaben zufolge im Vergleich zu den Wachstumsaussichten von Adyen attraktiv, wobei der für 2026 erwartete bereinigte Multiplikator beim Unternehmenswert zum EBITDA mit 26 unter dem Dreijahres-Durchschnitt von 31 liegt.
Die Bank of America sieht Spielraum für eine zumindest stabile Entwicklung der Trailing-Multiplikatoren, da Adyen eine Erfolgsbilanz bei der Umsetzung seiner neuen mittelfristigen Umsatzwachstumsprognose von rund 20 % aufbaut, was die Kurssteigerung bei stabilen Multiplikatoren untermauert.
Favorit Nr. 2. Relx (- aktueller Kurs: 25,79 GBP - Kursziel: 45,00 GBP – Kurspotenzial: 74,5 %)
Bedenken hinsichtlich der Künstlichen Intelligenz (KI) führten bei diesem Mitfavoriten laut Bank of America zu einer Bewertung nahe dem 2,5-Jahres-Tief, die nun nur noch beim 15-fachen des Unternehmenswerts zum EBITDA für das Kalenderjahr 2026 liegt und damit 25 % unter dem Niveau der Mitbewerber.
Nach Ansicht der zuständigen Analysten ist Relx jedoch ein falsch bewerteter Nutznießer der KI, und nur wenige Unternehmen sind so gut positioniert, um eine Kehrtwende bei der zugrungeliegenden Stimmung herbeizuführen wie in diesem Fall.
Wichtige KI-Produktinnovationen wie LeapSpace und die Workflows von Protégé sowie ein über dem Konsens liegendes Wachstum in den Bereichen STM und Legal (45 % des Umsatzes) sorgen für die notwendigen Impulse. Man geht von einem durchschnlittlichen jährlichen Fünfjahreswachstum beim Gewinn je Aktie von 13 % aus (2 % –5 % über dem Konsens), wobei nachlassende Bedenken hinsichtlich der KI eine Neubewertung begünstigen sollen.
Der Kampf um Legal KI: Für RELX erwartet man, dass 2025 der Höhepunkt der KI-Bedenken sein wird, die sich bisher auf den Geschäftsbereich Legal konzentriert haben. Die Erweiterung der Workflow-Fähigkeiten könnte ein Katalysator sein, da RELX verstärkt auf agentenbasierte KI/Automatisierung von Rechtsprozessen setzt und damit eine strategische Maßnahme fortsetzt, die dem Geschäftsbereich Legal im ersten Halbjahr 2026 wahrscheinlich zu einem zweistelligen organischen Wachstum verhelfen wird (BofA-Schätzung: 10 % gegenüber 9 % laut Konsens).
Relx dürfte einen überproportionalen Anteil am wachsenden Legal-Tech-Markt einnehmen und sich gegenüber KI-Start-ups als widerstandsfähig erweisen, da das Unternehmen über eine große und wachsende Nutzerbasis von mehr als 1,1 Mio, differenzierte Inhalte und ein überlegenes Return on Income/Low-Cost-Angebot verfügt.
STM ist das „neue Legal“: Die Analysten sind zunehmend zuversichtlich hinsichtlich des langfristigen Potenzials des Geschäftsbereichs STM (organisches Wachstum laut BofA 2028E: 7 %), basierend auf 1) Unterschätzte Aussichten im akademischen Verlagswesen, wo die Größe von RELX – 28 % Anteil an Zitaten – und die Konsolidierung der Branche zu einem über dem Markt liegenden Wachstum führen dürften; und 2) KI-Innovationen von Databases & Tools wie LeapSpace, RELX' Vorstoß in den Arbeitsablauf von Forschern unter Nutzung der mehr als 20 Mio. Forscher, die monatlich ScienceDirect nutzen, was zu einem verbesserten Upselling/einer Erweiterung des adressierbaren Marktes führen könnte.
Risiko/Ausstellungen: Verstärkte Nachfrage in einer KI-Welt: Schließlich dürften die Bereiche Risiko und Ausstellungen (ca. 50 % des Umsatzes) ein hohes einstelliges Wachstum beibehalten, da KI die langfristigen Aufwärtstrends in den Bereichen Betrug und Identität verstärkt, wo man für 2026 eine stärkere Fokussierung des Marktes erwartet, sowie den Wert der persönlichen Interaktion.
Das Kursziel wurde unlängst von 4.900 Pence auf 4.500 Pence gesenkt, was hauptsächlich auf die Abwertung von Vergleichsunternehmen zurückzuführen ist, da die Analysten die Bewertung auf Basis des Kalenderjahres 2026 fortgeschrieben haben.
Favorit Nr. 3. SAP (ISIN DE0007164600 - aktueller Kurs: 170,56 EUR - Kursziel: 305,00 EUR – Kurspotenzial: 78,8 %)
SAP ist für die Bank of America erste Wahl unter den Large-Cap-Software-Aktien für 2026. Die zuständigen Analysten gehen davon aus, dass SAP im Jahr 2026 die Zugkraft seines KI-Angebots bestätigen, die kommerzielle Dynamik unterstützen und gleichzeitig die operative Effizienz weiter steigern wird.
Die zuständigen Analysten bekräftigten ihre Kaufempfehlung auch nach der Zahlenvorlage für das vierte Quartal 2025, die am Markt schlecht ankam und für einen Kursrutsch sorgte. Doch aus der Sicht des zitierten Instituts lieferte SAP ein solides viertes Quartal mit einem Umsatz im Rahmen der Erwartungen, einem EBIT, einem Ergebnis je Aktie und einem freien Cashflow über den Erwartungen, was den etwas enttäuschenden aktuellen Cloud-Auftragsbestand ausglich. Zudem verweist man auf einen neuen zweijährigen Aktienrückkauf im Umfang von bis zu 10 Mrd. EUR (doppelt so viel wie zuvor mit 5 Mrd. EUR).
Optimistisch hinsichtlich Nachfrage und KI: Aus der Telefonkonferenz im Anschluss an die Ergebnisvorlage nahmen die Analysten folgendes mit: 1/ KI: Das Unternehmen glaubt, dass es sehr gut positioniert ist, um einen echten geschäftlichen Mehrwert aus KI zu erzielen, da die eigenen KI-Agenten mit Daten trainiert wurden, die LLMs nicht zur Verfügung stehen. Über zwei Drittel der Cloud-Bestellungen umfassen KI, die Joule-Akzeptanz stieg im Jahresvergleich um das Neunfache.
2/ aktueller Cloud-Auftragsbestand: Starke Nachfrage im vierten Quartal, jedoch ein Prozentpunkt Rückgang aufgrund längerer Verträge und einiger Regierungsverträge (ausgenommen). 3/ Cloud-Auftragsbestand 2026: Für 2026 wird eine deutlich langsamere Verlangsamung erwartet als 4 Prozentpunkte im Jahr 2025 (im Einklang mit der Marktprognose von 2 Prozentpunkten). 2026: Verwässerung auf weniger als 1 Prozentpunkt zwischen Cloud-Auftragsbestand- und Cloud-Umsatzwachstum,
4/ Gesamt-Cloud-Auftragsbestand 77 Mrd. EUR: zunehmend starke Grundlage für Umsatzbeschleunigung bis 2027, 5/ KI- und Business Data Communications (BDC)-Anschlussrate: 90 % der 50 größten Geschäfte umfassten BDC oder KI. 60 % der Cloud-Kunden nutzen KI. KI und BDC erreichen einen Vertragswert von 2 Mrd. EUR.
6/ KI-Effizienz: deutlich höhere Kostensenkungsziele, angestrebt werden Effizienzgewinne in Höhe von 2 Mrd. EUR bis Ende 2028, was einem Gewinn von 15 % – 20 % der adressierbaren Kosten entspricht. 7/ freie Cashflow-Prognose für 2026: Zusätzliche Spielräume durch eine gesteigerte Wirtschaftlichkeit sowie vorteilhafte Veränderungen in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung und bei den Barausgaben für die aktienbasierte Mitarbeitervergütung.
Bekräftige Langfristprognose: Das Management erwartet eine Beschleunigung des Umsatzwachstums bei konstanten Wechselkursen bis 2027, wobei die Betriebsausgaben mit 80 % – 90 % dieses Tempos moderat steigen sollen. Die Einnahmen aus Software-Support werden voraussichtlich schneller zurückgehen, da sich die Umstellung auf die Cloud weiter beschleunigt. Das Kursziel von 302 EUR basiert auf einem Bewertungsmodell, das die Summe der Einzeltitel ermittelt, bei dem Cloud, On-Premise und Services separat bewertet werden.
Bildherkunft: AdobeStock_434237021