Neues Ranking: Die wertvollsten Marken weltweit und die pfiffigsten Lehren für Aktienanleger
Brand Finance hat die Liste mit den wertvollsten und stärksten Marken der Welt im Jahr 2026 vorgelegt. Wir berichten, wie Markenstärke als Frühindikator für künftige Performance taugt und für welche Aktien das Ranking spricht.
Das Weltwirtschaftsforum in Davos erhielt in diesem Jahr viel Aufmerksamkeit, da US-Präsident Donald Trump mit einem denkwürdigen Auftritt in dem Schweizer Ort deutlich gemacht hat, wie weit sich die USA von der restlichen westlichen Welt entfernt hat.
Doch rund um ein Forum wie jenes in Davos ist traditionell auch noch viel mehr los, als das, was gerade die Geopolitik prägt. So präsentiert Brand Finance am Rande der Veranstaltung regelmäßig den jeweils neuen Jahresreport zu den wertvollsten Marken der Welt.
Die neueste Ausgabe der Davmit den wertvollsten und stärksten Marken der Welt stellte das britische Beratungsunternehmen, das sich auf die Bewertung von Markenrechten und die strategische Beratung bei der Markenführung spezialisiert hat, dieses Mal am 20. Januar vor. Für Anleger ist das Ranking dabei weniger als Prognoseinstrument zu verstehen, sondern als qualitativer Indikator für Markenmacht, Preissetzungsspielräume und Wettbewerbspositionen.
Die zehn wertvollsten Marken im Überblick
Quelle: Brand Finance
Laut dem Bericht behauptete Apple (ISIN: US0378331005) seine Position als wertvollste Marke der Welt mit einem Wert von nun 607,6 Mrd. USD, was einem Zuwachs von 6 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Das Unternehmen aus Kalifornien, das Hard- und Softwareprodukte entwickelt sowie eine breite Palette an digitalen Dienstleistungen anbietet, sieht sich jedoch einem schrumpfenden Abstand zu Microsoft gegenüber.
Microsoft (ISIN: US5949181045 konnte als ein weltweit führender Anbieter von Betriebssystemen, Cloud-Diensten und Büro-Software seinen Markenwert um 23 % auf 565,3 Mrd. USD steigern. Microsoft ist erst die zweite Marke weltweit, die die Marke von 550 Mrd. Dollar überschreitet, getrieben durch die erfolgreiche Integration von KI in seine Cloud- und Software-Dienste.
Den stärksten Aufstieg unter den Top-Marken verzeichnete NVIDIA (ISIN: US67066G1040). Das Unternehmen, das Grafikkarten und spezialisierte Halbleiter für Rechenzentren und künstliche Intelligenz entwirft, konnte seinen Markenwert um 110 % auf 184,3 Mrd. USD mehr als verdoppeln und stieg damit auf den fünften Platz des globalen Rankings auf.
Die Macht der Künstlichen Intelligenz
Der aktuelle Brand Finance Global 500 Report 2026 liefert tiefgreifende Einblicke in die Dynamik der globalen Wirtschaft, wobei vor allem die unaufhaltsame Expansion der künstlichen Intelligenz (KI) das Ranking dominiert.
Ein zentraler Aspekt des Berichts ist der rasante Aufstieg von NVIDIA. Das Unternehmen, das durch die Entwicklung von Grafikprozessoren und spezieller Hardware für KI-Anwendungen zum unverzichtbaren Rückgrat der globalen digitalen Transformation geworden ist, hat inzwischen andere etablierte Größen wie Facebook und Walmart überholt. Dieser Trend wird durch den erstmaligen Einzug von OpenAI in das Ranking unterstrichen, was verdeutlicht, wie schnell KI-native Unternehmen technologische Dominanz in messbaren Markenwert ummünzen.
Markenwert nach Branchen

Quelle: Brand Finance
Lichtblicke und Sorgenkinder aus deutscher und europäischer Sicht
Ein interessanter Punkt aus europäischer Sicht ist die Leistung der Deutschen Telekom (ISIN: DE0005557508). Das Bonner Unternehmen, das integrierte Telekommunikationsdienste in Europa und den USA anbietet, festigte seine Position als wertvollste Unternehmensmarke Europas und stieg auf Platz 11 der Weltrangliste auf. Mit einem Wertzuwachs von 12,8 % auf 96,2 Mrd. USD ist es die einzige europäische Marke unter den globalen Top 20 und rückt der prestigeträchtigen 100-Mrd.-Marke immer näher.
Auch Allianz (ISIN: DE0008404005, ein weltweit tätiger Finanzdienstleister mit Schwerpunkt auf Versicherung und Asset Management erzielte gestützt durch eine starke Markenloyalität mit einem Plus von 22 % auf 60,7 Mrd. Dollar sein bisher bestes Ergebnis und ist damit auf Platz 24 weltweit die zweitwertvollste Marke Deutschlands.
Ebenfalls positiv entwickelte sich SAP (ISIN: DE0007164600). Der Softwarehersteller, der Unternehmen weltweit mit Programmen zur Abwicklung von Geschäftsprozessen wie Buchhaltung und Personalwesen unterstützt, konnte durch die konsequente Ausrichtung auf Cloud-Lösungen und KI-Integration seinen Markenwert um 15 % auf 23,8 Mrd. Dollar steigern.
Die Entwicklung der deutschen Marken im Global 500 Report 2026 zeigt ansonsten aber ein zweigeteiltes Bild, bei dem sich vor allem Dienstleistungs- und Technologieunternehmen von der stagnierenden Industrie abheben. Während die Deutsche Telekom wie erwähnt ihren Status als wertvollste Marke Europas zementierte, kämpfen traditionelle Schwergewichte mit den Folgen des wirtschaftlichen Wandels.
So stehen die deutschen Automobilhersteller unter Druck. Mercedes-Benz (ISIN: DE0007100000) als ein Produzent von Premium-Fahrzeugen und Transportern bleibt zwar die wertvollste deutsche Automarke, verzeichnete jedoch nur ein geringes Wachstum von 1 % auf 59,4 Mrd. USD.
Noch deutlicher zeigt sich die Krise bei Volkswagen (ISIN: DE0007664039. Der Konzern, der als einer der größten Automobilhersteller der Welt eine Vielzahl von Marken von preiswert bis luxuriös unter seinem Dach vereint, verlor 3 % an Markenwert und fiel auf 32,8 Mrd. USD zurück. Die Herausforderungen durch die Elektromobilität und die Konkurrenz aus China belasten hier die Markenwahrnehmung massiv.
Die aktuellen Prognosen für den deutschen Markenstandort, die oft eine Erholung der Automobilindustrie für 2027 vorhersagen, müssen jedoch mit Skepsis betrachtet werden. Es ist keineswegs gesichert, dass die traditionellen deutschen Marken ihren Vorsprung in der Hardware-Qualität schnell genug in Software-Exzellenz ummünzen können, um gegen die erstarkende Konkurrenz aus den USA und Asien zu bestehen. Auch wenn Marken wie die Telekom derzeit glänzen, bleibt die Abhängigkeit Deutschlands von einer schwächelnden Industrie ein langfristiges Risiko für die Gesamtbewertung im Ranking.
Neben den Technologieriesen sticht die britische Fintech-Marke Revolut hervor, die ihren Markenwert um 239 % auf 6,6 Mrd. Dollar mehr als verdreifachen konnte. Revolut bietet App-basierte Bankdienstleistungen und Kryptowährungshandel an und gilt als am schnellsten wachsende Marke in Europa.
Markenwert nach Ländern

Quelle: Brand Finance
Auswertung der Markenstärke bringt spannende Erkenntnisse
Neben der rein finanziellen Bewertung liefert die Markenstärken-Analyse (Brand Strength Analysis) des Global 500 Reports 2026 tatsächlich die spannendsten qualitativen Einblicke. Brand Finance nutzt hierfür den Brand Strength Index (BSI), der wie eine Balanced Scorecard (ein ausgewogener Berichtsbogen) funktioniert. Er misst auf einer Skala von 0 bis 100, wie sehr eine Marke in die Zukunft investiert, wie sie aktuell wahrgenommen wird und welche Marktleistung sie daraus generiert.
Die markanteste Veränderung im Jahr 2026 ist die Krönung von YouTube zur weltweit stärksten Marke. Mit einem BSI-Score von 95,3 von 100 Punkten hat der Videodienst, der als Tochtergesellschaft von Alphabet (ISIN: US02079K3059 eine Plattform für Nutzerinhalte und professionelles Streaming bietet, den langjährigen Spitzenreiter WeChat verdrängt.
YouTube profitiert von einer fast universellen Bekanntheit, die in den meisten Kernmärkten bei über 90 % liegt. Die Analyse zeigt, dass die Marke nicht mehr nur als Videoportal wahrgenommen wird, sondern als zentrales Infrastrukturelement für Information, Bildung und Unterhaltung, was zu einer extrem hohen emotionalen Bindung führt.
Die Top 5 der Markenstärke
Hinter YouTube hat sich in Sachen Markenstärke ein enges Feld an der Spitze formiert, wobei Microsoft einen beeindruckenden Sprung von Platz elf auf Platz drei gemacht hat.
YouTube: 95,3 (AAA+)
WeChat: 95,1 (AAA+)
Microsoft: 94,7 (AAA+)
Google: 94,6 (AAA+)
LEGO: 94,2 (AAA+)
WeChat bleibt zwar im asiatischen Raum eine übermächtige Super-App, die von Messaging über Bezahldienste bis hin zu Behördengängen alles integriert, verliert aber global leicht an Boden gegenüber den US-Giganten.
Interessant ist die Beständigkeit von LEGO. Das dänische Unternehmen, das Spielwaren auf Basis von Klemmbausteinen herstellt, hält sich als einzige nicht-digitale Marke in der absoluten Spitzengruppe der Markenstärke, was vor allem auf die generationenübergreifende Beliebtheit und erfolgreiche Kooperationen mit großen Filmfranchises zurückzuführen ist.
Markenstärke als Frühindikator
Die Analyse der Markenstärke dient oft als wichtiger Indikator für künftige finanzielle Entwicklungen. Ein bemerkenswertes Beispiel im Report 2026 ist Intel (ISIN: US4581401001. Während der rein finanzielle Markenwert des Halbleiterherstellers leicht rückläufig war, konnte die Markenstärke im Jahresvergleich zulegen. Brand Finance weist darauf hin, dass Intel nun vor der Herausforderung steht, diese gestiegene psychologische Markenstärke in reale Marktanteile und Umsätze umzumünzen, um den Anschluss an Konkurrenten wie NVIDIA nicht endgültig zu verlieren.
Man sollte jedoch die Aussagekraft des BSI nicht als unfehlbaren Garanten für künftigen Erfolg werten. Ein hoher BSI-Wert spiegelt primär die aktuelle Marktmacht und das Vertrauen der Konsumenten wider. In der Vergangenheit hat sich gezeigt, dass technologische Umbrüche so radikal sein können, dass selbst eine "AAA+"-Bewertung keine Sicherheit bietet, wenn das Geschäftsmodell den Anschluss an Innovationen verpasst. Die aktuelle Begeisterung für KI-getriebene Marken führt derzeit zu Rekordwerten, birgt aber auch das Risiko einer Überbewertung der reinen Markenwahrnehmung gegenüber den tatsächlichen wirtschaftlichen Fundamentaldaten.
Markenstärke als Frühindikator für künftige Aktienperformance
Für Anleger bietet der Global 500 Report 2026 weit mehr als nur eine Prestige-Rangliste. Die systematische Analyse von Markenwerten und Markenstärke kann als ergänzender Indikator in der Fundamentalanalyse genutzt werden, um Unternehmen mit einem dauerhaften Wettbewerbsvorteil (Economic Moat) zu identifizieren.
Historische Daten von Brand Finance legen nahe, dass Portfolios, die sich aus Unternehmen mit einer sehr hohen Markenstärke (AAA oder AAA+) zusammensetzen, den S&P 500 langfristig übertreffen können. Ein Ansatz für Investoren besteht darin, gezielt auf Marken mit einem hohen Brand Strength Index (BSI) zu setzen, da diese eine höhere Preissetzungsmacht besitzen.
Unternehmen wie Apple können gestiegene Kosten leichter an Kunden weitergeben, ohne Absatzverluste zu riskieren. Die Stabilität der Cashflows bei starken Marken führt oft zu einer geringeren Volatilität der Aktie in Krisenzeiten.
Ein wertvoller strategischer Ansatz ist der Vergleich zwischen dem finanziellen Markenwert und der Markenstärke. Ein Beispiel aus dem aktuellen Report ist Intel. Das Unternehmen, das Prozessoren für Computer und Server entwickelt, verzeichnet zwar einen sinkenden Markenwert, konnte aber seine Markenstärke im Vergleich zum Vorjahr steigern.
Für Anleger kann dies ein Signal sein, dass die Markenbasis intakt ist und das Unternehmen bei einer erfolgreichen technologischen Neuausrichtung schnell wieder an Boden gewinnen könnte. Solche Diskrepanzen bieten Chancen für Antizykliker, die auf eine operative Trendwende setzen.
Momentum-Strategie bei Marken-Aufsteigern
Der Report hilft zudem, Wachstumsgeschichten frühzeitig zu validieren. Wenn eine Marke wie NVIDIA ihren Markenwert in einem Jahr mehr als verdoppelt, ist dies ein Beleg dafür, dass das Unternehmen seine technologische Marktführerschaft erfolgreich in Markenkapital ummünzt. Jedenfalls entwirft das Unternehmen spezialisierte Chips, die für das Training von KI-Modellen unverzichtbar sind.
Anleger können solche Aufsteiger nutzen, um Sektoren mit hohem Momentum zu identifizieren – im aktuellen Fall den Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI), der durch den erstmaligen Einzug von OpenAI in die Top 500 untermauert wird.
Kritische Distanz zu Prognosen
Anleger sollten die oft euphorischen Prognosen des Reports jedoch mit der nötigen Vorsicht genießen. Ein hoher Markenwert ist kein automatischer Schutz vor Kursverlusten, wenn die Markterwartungen bereits extrem hoch sind oder regulatorische Risiken zunehmen.
Insbesondere bei den US-Tech-Giganten, die das Ranking dominieren, ist das Risiko einer möglichen Überbewertung der Marken-Euphorie gegenüber den realen Gewinnen zumindest in die Überlegungen einzubeziehen. Zudem basieren die Berechnungen auf fiktiven Lizenzgebühren, was eine theoretische Größe bleibt und nicht eins zu eins mit der Bilanzqualität gleichzusetzen ist.
Markenwert und Markenstärke als Performance-Indikator: Fünf Beispiele
Um die Erkenntnisse aus dem Global 500 Report 2026 für Anlageentscheidungen greifbar zu machen, lassen sich fünf börsennotierte Unternehmen als Paradebeispiele heranziehen. Diese verdeutlichen, wie die Kombination aus Markenwert und Markenstärke als Indikator für die künftige Performance dienen kann.
NVIDIA: Das Momentum-Beispiel
NVIDIA ist das Paradebeispiel für eine Momentum-Strategie. Für Anleger signalisiert der vollzogene Sprung auf Platz fünf in der Marken-Rangliste, dass das Unternehmen nicht mehr nur als Hardware-Lieferant wahrgenommen wird, sondern als unverzichtbarer Infrastruktur-Standard der KI-Ära. Die hohe Markenstärke (Platz 6 weltweit) deutet darauf hin, dass Kunden bereit sind, für diese technologische Führerschaft signifikante Aufpreise zu zahlen, was die Gewinnmargen langfristig absichern kann.
Microsoft: Der Qualitäts-Check
Microsoft illustriert den Wert einer "AAA+"-Markenstärke. Da dieser Konzern als zweite Marke überhaupt die Schwelle von 550 Mrd. Dollar überschritten hat, zeigt dies Anlegern eine enorme Resilienz. Die hohe Markenstärke (Rang 3 im BSI) weist auf eine tiefe Integration in die IT-Budgets von Unternehmen hin, was Microsoft zu einem klassischen Qualitätsinvestment mit gut kalkulierbaren Einnahmen macht.
Deutsche Telekom: Der europäische Stabilitätsanker
Die Deutsche Telekom ist ein Beispiel für eine solide Value-Strategie mit Wachstumskomponente. Dass die Telekom als einziger europäischer Vertreter in den Top 20 verbleibt, unterstreicht ihre Ausnahmestellung. Anleger können daraus ableiten, dass die Markenstrategie (Magenta-Dachmarke) über Kontinente hinweg Früchte trägt und das Unternehmen gegenüber rein regionalen Wettbewerbern einen signifikanten Vorteil bei der Kundengewinnung und -bindung hat.
Allianz: Die Ertragsperle im Finanzsektor
Aus der Sicht von Allianz-Aktionären ist besonders der Bereich Asset Management interessant: Eine starke Marke schafft Vertrauen, was in der Finanzbranche die wichtigste Währung für den Zufluss neuer Kundengelder ist. Das Rekordergebnis im Markenranking korreliert hier oft mit einer starken operativen Leistung und bietet eine Indikation für eine weiterhin stabile Dividendenpolitik.
Intel: Warnsignal oder Turnaround-Chance
Intel dient als Beispiel dafür, dass eindeutige Analysen basierend auf dem Ranking nicht immer einfach sind. Während der Markenwert leicht um knapp 3 % auf 13,9 Mrd. USD sank, konnte das Unternehmen seine Markenstärke im Jahresvergleich steigern. Hier stehen Anleger vor einer Entscheidung: Entweder wird die gestärkte Markenwahrnehmung bald in bessere Verkaufszahlen umschlagen (Turnaround-Chance), oder die Marke verliert trotz guter Sympathiewerte den Anschluss an die faktische Marktführerschaft von Konkurrenten wie NVIDIA oder AMD (ISIN: US0079031078).
Allgemein gilt der Rat, dass man Markendaten nicht isoliert betrachten sollte. Die Prognosen, die für die KI-Branche weiterhin steile Kurven zeichnen, müssen stets vor dem Hintergrund möglicher Marktsättigungen geprüft werden. Ein hoher Markenwert ist keine Garantie, aber ein Indiz für eine starke Wettbewerbsposition.
Fünf Anlageideen basierend auf hoher relativer Stärke im Branchenvergleich oder hoher Kundenbindung
Abseits der bekannten Tech-Giganten bietet der Global 500 Report 2026 eine zweite, pfiffige Lösung für Anleger: Die Suche nach Marken mit hoher "Relativer Stärke" in ihrem jeweiligen Sektor oder nach Unternehmen, denen die Kundschaft die Treue hält. Hierbei geht es also darum, Unternehmen zu finden, deren Markenwert schneller wächst als ihr Sektor oder die eine außergewöhnlich hohe Kundenbindung (Brand Strength) aufweisen, die vom Kapitalmarkt noch nicht voll eingepreist wurde.
NTT Data: Die stille Macht der IT-Services
NTT Data (ISIN: JP3165700001) ist ein japanisches Unternehmen, das weltweit Systemintegration, Cloud-Lösungen und IT-Beratung anbietet. Im aktuellen Report festigte die Marke ihre Position als fünftwertvollste IT-Dienstleistungsmarke der Welt mit einem Wertzuwachs von 7 %.
„Pfiffig“ ist hier die enorme Dynamik japanischer Marken, von denen 2026 fast 40 % ein zweistelliges Wachstum verzeichneten. Die Strategie: Während die US-Softwarehäuser oft teuer bewertet sind, bieten asiatische Service-Marken wie NTT Data eine stabilere Bewertung bei gleichzeitig hoher Markenstärke durch langfristige Outsourcing-Verträge.
Woolworths: Der australische Resilienz-Champion
Woolworths (ISIN: AU000000WOW2) betreibt eine der größten Supermarktketten in Australien und Neuseeland und ist zudem in den Bereichen Einzelhandel und Finanzdienstleistungen tätig. Im Report 2026 wird Woolworths erneut als eine der führenden Marken Australiens hervorgehoben.
Der pfiffige Aspekt: In Zeiten globaler Unsicherheit bieten Marken im Bereich der Grundversorgung (Consumer Staples) mit extrem hohen Vertrauenswerten eine defensive Absicherung. Die Markenstärke von Woolworths resultiert aus einer fast monopolartigen Präsenz in vielen Regionen, was eine hohe Planungssicherheit für Dividendenjäger bedeutet.
Infosys: Der Effizienz-Partner der Top-Marken
Infosys (ISIN: US4567881085) ist ein indischer Dienstleister für digitale Transformation und Unternehmensberatung, der als Partner des Global 500 Reports 2026 auftritt. Über die letzten fünf Jahre war Infosys die am schnellsten wachsende Marke im Bereich der IT-Services.
Der pfiffige Ansatz in diesem Fall: Anstatt auf die Endanwender-Marken der KI-Revolution zu setzen, investiert man in die "Enabler". Infosys hilft anderen Konzernen dabei, KI-Infrastrukturen in ihre Geschäftsprozesse zu integrieren. Diese Positionierung sichert dem Unternehmen ein stabiles Markenwachstum, das direkt an die Budgets der wertvollsten Marken der Welt gekoppelt ist.
Erste Group: Die Renaissance der Bankenmarke
Die Erste Group (ISIN: AT0000652011) ist ein Finanzinstitut mit Sitz in Wien, das Privat- und Firmenkunden in Zentral- und Osteuropa betreut. Nach ihrem Wiedereintritt in das Ranking im Vorjahr konnte sie ihre Position 2026 stabilisieren. Mit einem Brand Strength Index (BSI) von über 90 Punkten zeigt die Marke, dass sie im Bereich Vertrauen und Reputation deutlich über dem Branchendurchschnitt liegt.
Pfiffig ist hier der Fokus auf Osteuropa: Während westeuropäische Bankenmarken oft stagnieren, nutzt die Erste Group ihre starke Markenpräsenz in Wachstumsmärkten wie Rumänien oder Tschechien, um Marktanteile von weniger bekannten lokalen Anbietern zu gewinnen.
Swisscom: Die Festung der Markenstärke
Swisscom (ISIN: CH0008742519 ist der führende Telekommunikationsanbieter in der Schweiz und bietet Mobilfunk, Internet und TV-Dienste an. Obwohl der absolute Markenwert im globalen Vergleich niedriger ist als bei der Telekom, rangiert Swisscom bei der Markenstärke (BSI) regelmäßig in der europäischen Spitzengruppe.
Der pfiffige Kniff für Anleger: Swisscom nutzt seine Markenstärke, um in der Schweiz Preise durchzusetzen, die weit über dem EU-Schnitt liegen. Für ein Portfolio bedeutet dies den Zugang zu einer "Cash-Cow"-Marke (einer stabilen Ertragsquelle), die durch ihre technologische Vorreiterrolle bei 5G und Cloud-Infrastruktur gegen Billiganbieter fast immun ist.
Man sollte jedoch nicht außer Acht lassen, dass auch diese Prognosen auf dem Fortbestehen lokaler Marktvorteile basieren. Sollten regulatorische Änderungen in Japan oder Australien den Wettbewerb verschärfen, könnten auch diese starken Marken unter Druck geraten. Anleger sollten daher stets prüfen, ob die hohe Markenstärke tatsächlich durch operative Barrieren wie Infrastruktur oder Exklusivverträge geschützt ist.
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