Unser Accumulation-Screening identifiziert 3 neue Momentum-Kandidaten
Die ersten Wochen im Börsenjahr verliefen ziemlich volatil. Während die großen Aktienindizes weiter nahe ihrer Hochs notieren, hat das Momentum im KI-Sektor nachgelassen. In andere Qualitäts- und Wachstumstitel wird hingegen weiter investiert. In der aktuellen Phase kann es sich somit besonders lohnen, genau auf die institutionellen Investoren zu achten und sich an ihnen zu orientieren.
Wer herausfinden möchte, welche Aktien durch institutionelle Investoren gerade akkumuliert werden, sollte nach Handelstagen mit hohem Volumen und positiver Performance screenen. Ein sogenannter Accumulation-Day ist häufig ein Hinweis darauf, dass große Anleger eine Position in der Aktie aufbauen möchten. Wie ihr ein Screening rund um Accumulation-Days entwickeln könnt und warum die Aktien von Occidental Petroleum, Vicor und AXT gerade akkumuliert werden könnten, erfahrt ihr in diesem Artikel.
So findet ihr heraus, welche Aktien gerade akkumuliert werden
Um ein eigenes Screening nach Aktien mit Accumulation-Days zu erstellen, meldet ihr euch auf screener.traderfox.com an. Hier könnt ihr zuerst euer Aktienuniversum festlegen, welches für euer Screening verwendet werden soll. Unter Chartsignale findet ihr dann das Signal „Accumulation-Day“, welches ihr basierend auf dem Betrachtungszeitraum, der Performance und dem Volumenanstieg konkretisieren könnt.

Mit diesem Chart-Signal bildet ihr ein Gap-Up-Screening auf screener.traderfox.com
Für unser Screening durchsuchen wir die 1.000 volumenstärksten US-Aktien. Um die Suche zu begrenzen, beschränken wir die Suche auf die letzten 5 Handelstage, wobei nur Tage mit einer Performance von mindestens 5 % und einem Volumenanstieg von 50 % oder höher berücksichtigt werden sollen. Die Top-10-Ergebnisse findet ihr nachfolgend in der Übersicht.

Top-10-Treffermenge des Accumulation-Screenings
Occidental Petroleum punktet mit mehr Cashflow und höheren Dividenden
Occidental Petroleum Corp. (ISIN: US6745991058) ist ein Energiekonzern aus Texas, der Erdöl und Erdgas exploriert, fördert und zu petrochemischen Produkten weiterverarbeitet. Das Unternehmen bietet zudem Lösungen für Transport und Lagerung an. Die Gründung erfolgte im Jahr 1920. Die Aktie ist an der NYSE handelbar.
Am 18.02.2026 präsentierte Occidental Petroleum seine Ergebnisse für das Q4 2025. Der Umsatz lag mit 5,11 Mrd. USD etwas unter den Erwartungen und zeigte gegenüber dem Vorjahr einen Umsatzrückgang von rund 9 %. Beim Gewinn wurden mit 0,31 USD je Aktie die Erwartungen jedoch deutlich geschlagen, auch wenn das Ergebnis klar unter dem Vorjahrsgewinn von 0,80 USD je Aktie blieb.

Tageschart der Occidental-Petroleum-Aktie (Quelle: TraderFox Trading-Desk)
Neben den Ergebnissen überraschte das Unternehmen zudem mit einer niedrigen CapEx-Guidance für 2026, was auf geringere Investitionen hindeutet. Ziel ist es, sich stärker auf kurzzyklische, renditestarke Projekte zu konzentrieren, was mehr Cashflow für Dividenden und Schuldenabbau übrig lassen soll. In der Folge wurde auch eine Dividendenerhöhung von mehr als 8 % angekündigt.

Quelle: TraderFox Qualitäts-Check
Fazit: Occidental Petroleum verstärkt den Fokus auf Kapitaldisziplin und den Abbau seiner Schulden. Die deutlich reduzierte CapEx-Guidance, der Fokus auf Free-Cashflow-Optimierung und die Dividendenerhöhung gefallen den Investoren. In einem Marktumfeld mit steigender Unsicherheit liefert die Aktie für institutionelle Investoren berechenbare Ausschüttungen. Der weitere Kursverlauf dürfte maßgeblich vom Ölpreis sowie der Umsetzung der Effizienzstrategie abhängen.
Vicor skaliert dank KI-Boom sein Wachstum und die Profitabilität
Vicor Corp. (ISIN: US9258151029) ist ein Technologieunternehmen, das modulare Stromkonverter und komplette Leistungssysteme für anspruchsvolle Elektronik- und Industrieanwendungen herstellt. Die Produkte werden unter anderem in Rechenzentren und der Industrieautomatisierung eingesetzt. Das Unternehmen wurde 1981 gegründet und ging im April 1990 an die NASDAQ.
Die Zahlen für das Q4 2025 wurden am 19.02.2026 präsentiert. Die Produktumsätze konnten um 15 % auf 92,7 Mio. USD gesteigert werden. Der Gewinn je Aktie fiel mit 1,01 USD je Aktie mehr als doppelt so hoch aus, als von Analysten erwartet. Das Gewinnwachstum lag damit bei mehr als 330 % gegenüber dem Vorjahr.

Tageschart der Vicor-Aktie (Quelle: TraderFox Trading-Desk)
Zusätzlich zu den starken Ergebnissen lieferte das Management auch einen positiven Ausblick, angetrieben durch eine nahezu volle Auslastung der Fabrik und steigende Nachfrage im Bereich Power-Delivery für KI und HPC. Mit einem Jahresumsatz von bis zu 800 Mio. USD für 2026 (Run-Rate) könnte die Marktposition deutlich verbessert werden. Das Unternehmen zeigt Potenzial für skalierbares Wachstum in einem strukturell wachsenden Marktsegment.

Quelle: TraderFox Wachstums-Check
Fazit: Vicor konnte mit seinen Quartalszahlen und der Gewinnvervielfachung klar überzeugen. Die positiven Umsatzaussichten sind ein klares Signal für operative Skalierung im KI- und HPC-Umfeld. Hält die Nachfrage im KI-Power-Segment an und werden die Run-Rate-Ambitionen realisiert, besitzt die Aktie weiteres Aufwärtspotenzial, bleibt aber auch stark anfällig für Enttäuschungen.
AXT überzeugt trotz schwacher Zahlen mit Wachstumsfantasie
AXT Inc. (ISIN: US00246W1036) ist ein Anbieter von spezialisierten Halbleitersubstraten wie Indium-Phosphid (InP), Gallium-Arsenid (GaAs) und Germanium. Der Einsatz der Materialien erfolgt in High-Performance-Anwendungen, wo herkömmliche Siliziumsubstrate nicht reichen, beispielsweise in 5G-Netzwerken, Photonik, Laser- und Sensoranwendungen oder der optoelektronischen Industrie. Das Unternehmen wurde 1986 gegründet und ging 1998 mit einem IPO an die NASDAQ.
Mit dem Bericht für das Q4 2025 am 19.02.2026 zeigt AXT ein eher gemischtes Zahlenwerk, das auf den ersten Blick enttäuschte. Der Umsatz ging um rund 8 % auf 23,0 Mio. USD zurück. Der bereinigte Verlust je Aktie lag mit –0,05 USD je Aktie rund 50 % niedriger als im Vorjahr und konnte die Erwartungen schlagen, blieb aber weiter negativ.

Tageschart der AXT-Aktie (Quelle: TraderFox Trading-Desk)
Trotzdem konnte die Aktie nach dem Bericht stark zulegen, da das Management auf die starke Nachfrage nach Indium-Phosphid-Substraten durch den KI- und Datenzentrum-Boom verwies. Der niedriger als erwartete Umsatz wurde mit Exportbeschränkungen begründet, wohingegen die Nachfrage ungebrochen hoch bleibt, was sich auch im erhöhten Auftragsbestand zeigte.

Quelle: TraderFox Wachstums-Check
Fazit: AXT überzeugt die Börse weniger mit den jüngsten Zahlen, als vielmehr mit dem stark gestiegenen Auftragsbestand und der Nachfrage nach Indium-Phosphid-Substraten im KI- und Rechenzentrumsmarkt. Damit die Aktie nachhaltig weiter steigt, muss aus dem Backlog jedoch auch tatsächlich Umsatz generiert werden, was durch weitere Exportbeschränkungen gefährdet werden könnte.
Wir wünschen euch viel Erfolg für euer Handeln an den Kapitalmärkten!
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