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Zwei führende US-Aktien aus dem Bereich Stromerzeugung machen durch relative Stärke auf sich aufmerksam!

Artikel, Aktienanalysen Marius Müllerhoff 169 Leser

In den letzten knapp zwei Jahren hat es etliche Pivotal News Points für Aktien rund um den Bereich Stromerzeugung gegeben. Hintergrund ist der Energiehunger der Welt beflügelt durch die KI-Revolution. So benötigen die großen Technologieunternehmen wie Nvidia, Amazon und Microsoft immer mehr zuverlässigen Strom, um die für die KI-Modelle notwendigen Rechenzentren betreiben zu können.

Der erste Pivotal News Point kam im September 2024, als der US-Versorger Constellation Energy Corporation (CEG) bekannt gab, seinen bisher größten Stromabnahmevertrag mit Microsoft unterzeichnet zu haben. Im Rahmen dieses 20-Jahresvertrags soll das ehemalige Atomkraftwerk Three Mile Island (Unit 1) ab 2028 wieder in Betrieb genommen werden. Es wird etwa 835 Megawatt kohlenstofffreien Atomstrom ins Netz einspeisen (das entspricht in etwa der Stromnachfrage von 800.000 Durchschnittshäusern).

Im Mai 2025 folgte ein weiterer Pivotal News Point für den Sektor. Der US-Präsident Donald Trump unterzeichnete eine Reihe von Durchführungsverordnungen, um die Atomaufsichtsbehörde ("Nuclear Regulatory Commission") zu reformieren, und den Bau neuer Kernkraftwerke in den USA zu beschleunigen. 

Nur ein Monat später wurde bekannt gegeben, dass Constellation Energy und Meta einen 20-jährigen Stromabnahmevertrag („Power Purchase Agreement“) unterzeichnet haben. Dabei handelt es sich um eine strategische Partnerschaft. Constellation Energy wird Meta über einen Zeitraum von 20 Jahren mit emissionsfreiem Kernstrom beliefern. Der Vertrag sichert den langfristigen Betrieb des Clinton Clean Energy Center (ein Atomkraftwerk in Illinois) über das Jahr 2027 hinaus.

Ebenfalls im Juni des letzten Jahres hat der Versorger Talen Energy (TLN) eine erweiterte Partnerschaft mit Amazon angekündigt. Dabei handelt es sich um einen langfristigen Stromabnahmevertrag. So wird man Amazon bis zu 1.920 Megawatt (MW) kohlenstofffreien Strom aus seinem Atomkraftwerk Susquehanna in Pennsylvania liefern. Dieser Strom ist speziell für die Rechenzentren von Amazon Web Services (AWS) in der Region bestimmt, um deren Cloud- und KI-Operationen zu unterstützen.

GE Vernova – Mit Gasturbinen, Stromnetz und Windkraft ideal positioniert als zentraler Profiteur der Energiewende und der boomenden Netzinfrastruktur


GE Vernova (GEV) zählt zu den wenigen Unternehmen weltweit, die nahezu die gesamte Wertschöpfungskette der Stromerzeugung und Übertragung abdecken. Das Unternehmen entstand im April 2024 als Abspaltung von General Electric, dessen Ursprünge auf Thomas Edisons Unternehmen im Jahr 1892 zurückgehen. Damit baut GE Vernova auf über 130 Jahren Erfahrung in der Energiebranche auf. Etwa 25 Prozent des weltweit erzeugten Stroms stammen aus Kraftwerken, die auf Technologie des Unternehmens laufen.

Das Geschäftsmodell gliedert sich in drei Segmente:

  • Im Segment Energie, das Gasturbinen und Dampfkraftwerke umfasst, stellt das Unternehmen hocheffiziente Gasturbinen her, darunter die HA-Turbine als leistungsstärkste der Welt, und bietet dazu langfristige Wartungsverträge an.
  • Das Segment Elektrifizierung liefert Netzausrüstung wie Transformatoren, Schaltanlagen und Unterwerke sowie Softwarelösungen zur Netzsteuerung.
  • Das Segment Wind produziert sowohl Onshore- als auch Offshore-Windturbinen. Umsätze entstehen aus dem Verkauf von Ausrüstung sowie aus langfristigen Serviceverträgen, die stabile wiederkehrende Einnahmen sichern.

Die übergeordnete „Marktstory“ bei GE Vernova dreht sich um den rasant steigenden Strombedarf, der maßgeblich durch künstliche Intelligenz angetrieben wird. Allein im ersten Quartal 2026 buchte das Elektrifizierungssegment Ausrüstungsaufträge von 2,4 Milliarden US-Dollar für Rechenzentren, mehr als im gesamten Vorjahr zusammen. Hinzu kommt der strukturelle Bedarf an Netzerneuerung und Kapazitätsausbau in westlichen Volkswirtschaften.

Wichtige Wettbewerber sind Siemens Energy und Mitsubishi Power im Gasturbinensegment sowie Vestas Wind Systems im Windkraftbereich.

Am 22. April 2026 legte GE Vernova die Zahlen für das erste Quartal 2026 vor. Der Umsatz stieg um 16 % auf 9,34 Milliarden US-Dollar und übertraf damit die Erwartungen der Analysten von 9,3 Milliarden US-Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie betrug 1,98 US-Dollar, verglichen mit 0,91 US-Dollar im Vorjahreszeitraum, und übertraf die Analystenerwartung von 1,84 US-Dollar. Das Management hob die Umsatzprognose für das Gesamtjahr 2026 auf 44,5 bis 45,5 Milliarden US-Dollar an. Das Windsegment bleibt mit erwarteten Verlusten von rund 400 Millionen US-Dollar der größte Belastungsfaktor für die operative Marge.

Die Zahlen pulverisierten die Märkte. Die Aktie eröffnete mit einem Gap Up, schoss im Hoch um knapp 15 % nach oben und markierte ein neues Allzeithoch. Seitdem setzte die Aktie jedoch zurück. Die Nachrichten von Talen Energy am 15. Juni wirkten sich auch positiv auf GEV aus. Die Aktie ist nun wieder zurück über ihrem gleitenden 50 Tagedurchschnitt gekommen und befindet sich nur noch 7 % unterhalb ihres Allzeithochs vom April. Nach sechs Rallyetagen in Folge benötigt die Aktie eine Konsolidierung, bevor es sich anbietet, eine Position zu eröffnen.

GE VERNOVA LLC Wachstumscheck

Quelle: Wachstums-Check TraderFox

Talen Energy – Profiteur des Stromhungers der Datenzentren und Stromlieferant von Amazon steht am Allzeithoch


Talen Energy entstand 2015 aus der Abspaltung des Stromerzeugungsgeschäfts von PPL Corporation, das unmittelbar mit den Kraftwerksanlagen der Beteiligungsgesellschaft Riverstone Holdings zusammengeführt wurde. Das Unternehmen durchlief 2022 eine Insolvenz, die es im Mai 2023 erfolgreich abschloss.

Talen betreibt rund 13,1 Gigawatt an Stromerzeugungskapazität in den USA, darunter 2,2 Gigawatt Kernkraft sowie eine flexible Gasflotte. Der Strom wird als Elektrizität, Kapazitätsleistung und Hilfsdienste in die US-Großhandelsmärkte eingespeist, hauptsächlich im Raum Mittelatlantik, Ohio und Montana. Das Kernstück des Geschäftsmodells ist das Kernkraftwerk Susquehanna in Pennsylvania, das direkt an ein Rechenzentrum von Amazon Web Services angeschlossen ist. Im Juni 2025 weitere Talen diesen Stromliefervertrag mit Amazon Web Services auf 1.920 Megawatt bis 2042 aus, mit einer Verlängerungsoption.

Die übergeordnete „Story“, die der Markt spielt, ist wie erwähnt der explodierende Strombedarf durch Künstliche Intelligenz. Betreiber von Rechenzentren suchen zunehmend langfristige Lieferverträge direkt mit verlässlichen Stromproduzenten, da erneuerbare Energien allein den Grundlastbedarf der KI-Infrastruktur nicht decken können. Talen hat sich in diesem Rennen um gesicherte Kernkraftkapazitäten früh positioniert.

Im Wettbewerb stehen vor allem Constellation Energy, ebenfalls ein Kernkraftbetreiber, sowie Vistra, das nach der Übernahme von Energy Harbor auch immer mehr in Kernkraft investiert ist.

Die zuletzt veröffentlichten Quartalszahlen vom 5. Mai 2026 zeigten einen Umsatz von 1,13 Milliarden US-Dollar für das erste Quartal 2026, gegenüber 390 Millionen US-Dollar im Vorjahresquartal. Der beachtliche Umsatzanstieg ist ist überwiegend akquisitionsgetrieben. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 5,55 US-Dollar und übertraf die Analystenerwartung von 5,28 US-Dollar deutlich. Das Unternehmen bestätigte zudem seine Jahresprognose für 2026 und meldete, im Quartal Aktien im Wert von 100 Millionen US-Dollar zurückgekauft zu haben.

Am 15. Juni 2026 schloss Talen die Übernahme dreier Gaskraftwerke in Ohio und Indiana von Energy Capital Partners ab, was die Kapazität auf 15,6 Gigawatt erweitert und laut Unternehmensangaben den freien Cashflow je Aktie sofort um über 15 % steigert. Das muss dem Markt geschmeckt haben. Denn die Aktie schoss im Hoch um knapp 9 % nach oben. Seitdem hat es Anschlusskäufe gegeben. Die Aktie befindet sich nun knapp unterhalb ihres Allzeithochs vom September. Nach sechs großen Plustagen hintereinander benötigt die Aktie eine Konsolidierung am Allzeithoch, bevor es sich lohnt, eine Position zu eröffnen.

Talen Energy Wachstumscheck

Quelle: Wachstums-Check TraderFox

 


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