Die internationalen Ölmärkte verzeichnen derzeit deutliche Aufschläge, getrieben durch eine massive Zuspitzung der geopolitischen Rhetorik: Nachdem US-Präsident Donald Trump via Truth Social angekündigt hat, Strafzölle in Höhe von 25 % auf Waren aus Ländern zu erheben, die weiterhin Geschäfte mit dem Iran tätigen, kletterten die Notierungen für die Nordseesorte Brent auf 64,19 USD und für die US-Sorte WTI auf 59,81 USD je Barrel – die höchsten Stände seit November. Diese Drohung, die vor dem Hintergrund tödlicher Proteste im Iran und einer US-Intervention in Venezuela erfolgt, hat laut Soojin Kim, Stratege bei der MUFG, die bisherigen Sorgen vor einem globalen Überangebot durch konkrete Ängste vor physischen Angebotsausfällen verdrängt, wobei insbesondere die Handelsbeziehungen zu China als weltweit größtem Abnehmer iranischen Öls (ca. 90 % der Exporte) unter Druck geraten könnten.
Während die Rohölpreise im Jahr 2026 damit bereits um gut 4 % zugelegt haben und eine Trendwende nach den massiven Vorjahresverlusten von rund 24 % einleiten, mahnt Jim Reid von der Deutschen Bank allerdings zur Nüchternheit, da die Märkte den Social-Media-Vorstoß bislang noch ohne panikartige Ausschläge verarbeiten, solange keine offiziellen Exekutiverlasse zur Umsetzung vorliegen. Dieses verschärfte Angebotsumfeld dürfte insbesondere die Aktienkurse integrierter Branchenschwergewichte wie Exxon Mobil (XOM) oder Chevron (CVX) beflügeln, da die anziehenden Notierungen direkt deren Margen ausweiten und die zuletzt gedämpften Gewinnerwartungen revidieren lassen.