Teradyne sorgt mit einem außergewöhnlich starken Ausblick für Aufsehen an den Märkten und katapultiert seine Aktie nach oben. Der Hersteller von Testsystemen für Halbleiter und elektronische Schaltungen legt eine Gewinnprognose vor, die laut Analysten rund 60 % über den bisherigen Markterwartungen liegt. Evercore-ISI-Analystin Vedvati Shrotre hebt hervor, dass allein der Gewinn rund 30 % über den Erwartungen liegt. Noch größer ist der Abstand zwischen Erwartung und Realität beim Blick nach vorn. Teradyne stellt für das laufende Quartal Erlöse zwischen 1,15 Mrd. USD und 1,25 Mrd. USD sowie ein bereinigtes Ergebnis je Aktie von 1,89 USD bis 2,25 USD in Aussicht. Der Analystenkonsens lag zuvor bei lediglich 958 Mio. USD Umsatz und 1,34 USD Gewinn je Aktie. Cantor-Fitzgerald-Analyst C.J. Muse spricht von einem „absoluten Paukenschlag“ und rechnet hoch, dass sich daraus eine annualisierte Ertragskraft von etwa 8 USD je Aktie ableiten lasse – deutlich mehr als die derzeitigen Konsensschätzungen von 5,74 USD für 2026 und 6,41 USD für 2027 Für Anleger ergibt sich daraus eine neue Bewertungsdiskussion: Die bisherige Gewinnbasis dürfte die strukturelle Ertragskraft des Unternehmens unterschätzt haben, wenngleich die Zyklik der Halbleiterindustrie ein zentrales Risiko bleibt.
Teradyne entwickelt und vertreibt automatisierte Testsysteme, mit denen Halbleiterhersteller und Elektronikkonzerne Chips und Baugruppen auf Funktionalität und Qualität prüfen. Besonders stark profitiert das Unternehmen aktuell vom Boom rund um Künstliche Intelligenz, da moderne KI-Prozessoren, Netzwerkchips und Speicherlösungen deutlich komplexere Testanforderungen mit sich bringen. Zusätzlichen Rückenwind liefert der beschleunigte Technologiewechsel in der Chipfertigung, etwa durch kürzere Innovationszyklen bei Auftragsfertigern wie TSMC, sowie die wachsende Bedeutung von High-Bandwidth-Memory und NAND-Speichern. Für Investoren positioniert sich Teradyne damit als klarer Profiteur des KI-Superzyklus – mit attraktiven Wachstumschancen, aber auch der Abhängigkeit von Investitionsbudgets der Halbleiterindustrie.