American Superconductor (AMSC) hat sich zu einem Konzern weiterentwickelt, welcher als Systemanbieter für die "Orchestrierung" von Stromnetzen und den Schutz militärischer Flotten agiert.
Am 4. Februar wurde der Q3-Bericht veröffentlicht. AMSC konnte den Umsatz im Jahresvergleich um über 20 % auf 74,5 Mio. USD steigern. Konsens waren 69,2 Mio. USD. Besonders bemerkenswert war der ausgewiesene Netto-Gewinn von 117,8 Mio. USD (2,68 USD pro Aktie). Anleger müssen hier jedoch differenzieren: Dieser massive Sprung resultiert primär aus einem einmaligen steuerlichen Sondereffekt. Auf operativer Ebene verbesserte sich das Betriebsergebnis auf 3,4 Mio. USD, was die sechste Folge von Quartalsgewinnen unterstreicht. Die Bruttomarge hielt sich stabil über der 30-%-Marke, was auf eine gesunde Preissetzungsmacht hindeutet. Mit einem Auftragsbestand von über 250 Mio. USD und einer Barreserve von 147,1 Mio. USD präsentiert sich die Bilanz so robust wie seit Jahren nicht mehr, was Analysten als Bestätigung für die "Turnaround"-Story werten.
Die Perspektive für AMSC wird derzeit von drei strukturellen Megatrends getrieben. 1. zwingt die globale Energiewende und der steigende Strombedarf durch KI-Datenzentren Netzbetreiber zu massiven Investitionen in die Netzstabilität, wofür die Gridtec-Lösungen von AMSC essenziell sind. 2. sorgt die geopolitische Lage für stetige Verteidigungsausgaben, wovon die Marinetec-Sparte durch laufende Aufträge der US-Navy und potenziell alliierter Streitkräfte profitiert. Ein 3. Wachstumstreiber ist die aggressive internationale Expansion, unterstrichen durch die kürzlich abgeschlossene Akquisition von Comtrafo in Brasilien. Dieser Zukauf erschließt AMSC nicht nur den lukrativen lateinamerikanischen Markt, sondern erweitert auch die Fertigungskapazitäten für Transformatoren und Industrieanlagen.