Mit Adesso und GFT (i) haben schon zwei IT-Dienstleister ihre Zahlen samt Ausblick vorgelegt. Die KI-Sorgen wurden eher beiseite gewischt. Vor allem GFT könnte sich mit seiner Ausrichtung als KI-zentriertes Unternehmen exakt in die richtige Richtung bewegen, um über die nächsten Jahre bis 2029 das Wachstum zu beschleunigen. Bei einem KGV von unter 10 per 2026 ergibt sich für die Aktie ein hohes Potenzial, wenn die Guidance erreicht wird. Denn es zeichnet sich ab, dass die IT-Dienstleister dank KI mehr große Projekte in kürzerer Zeit bei weniger Personalbedarf schultern können.
Das Billionen-Grab: Die Chance der Legacy-Systeme Der Kern der Wachstumsstory liegt in der sogenannten Legacy-Modernisierung. Als „Legacy-Systeme“ bezeichnet man veraltete, oft Jahrzehnte alte IT-Infrastrukturen, die das Rückgrat globaler Banken und Versicherungen bilden. Weltweit sind schätzungsweise noch 250 Milliarden Zeilen COBOL-Code aktiv im Einsatz. 75 % aller Banken basieren auf solchen veralteten Kernsystemen. Diese Systeme sind starr, riskant in der Wartung und bilden eine enorme finanzielle Last. GFT schätzt, dass sich der Markt für Modernisierungen bis 2030 auf 57 Milliarden Dollar mehr als verdoppeln wird. Ein Volumen, das bisher aufgrund von Komplexität und Personalmangel kaum zu bewältigen war, wird durch KI nun wirtschaftlich attraktiv.
Wynxx: Skalierbarkeit statt Personal-Falle Hier setzt die „Wynxx Agentic AI“-Plattform an. GFT transformiert sich von einem reinen Personal-Dienstleister zu einem KI-zentrierten Technologiehaus. Durch den Einsatz von KI-Agenten und Modellen wie Anthropic Claude erzielt GFT Produktivitätssteigerungen von 40 bis 70 Prozent in der Softwareentwicklung. Die Plattform automatisiert den gesamten Lebenszyklus von der Analyse alter Business-Logik (mit 95 % Genauigkeit) bis zum automatisierten Code-Umschreiben. GFT kann gigantische Modernisierungsprojekte in Quartalen statt in Jahren abschließen und das mit deutlich weniger manuellem Aufwand. KI ermöglicht komplexe Aufgaben in kürzerer Zeit und mit höherer Marge zu erledigen.
Vision 2029: Das Wachstum soll sich beschleunigen Bereits für das Geschäftsjahr 2026 gibt das Management eine klare Richtung vor: Der Umsatz soll auf rund 930 Millionen Euro steigen (ein Plus von ca. 5 % gegenüber den 888 Millionen Euro in 2025). Besonders im Fokus steht die Profitabilität. Das bereinigte EBIT soll auf etwa 71 Millionen Euro zulegen, wobei GFT eine stabile und solide bereinigte EBIT-Marge von 7,6 % anstrebt. Dieser Aufwärtstrend dient als Rampe für die Ziele bis 2029. CEO Marco Santos plant einen Umsatzsprung auf 1,5 Milliarden Euro. Die bereinigte EBIT-Marge soll auf 9,5 Prozent klettern. Das Unternehmen ersetzt sukzessive traditionelle, rein personalintensive IT-Services durch KI-native Engineering-Modelle und eigene IP.