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Leonardo: Warum Trumps NATO-Skepsis den Italienern Milliarden in die Kassen spült

Chart-Tweets Jörg Meyer

Während die geopolitischen Spannungen zunehmen, positioniert sich der italienische Verteidigungskonzern Leonardo als einer der profiliertesten Gewinner einer neuen Ära der Aufrüstung. Die jüngste Drohung von Donald Trump gegenüber dem “Telegraph”, die USA aufgrund mangelnder Unterstützung im Iran-Konflikt aus der NATO zurückzuziehen, fungiert paradoxerweise als zweifacher Katalysator für die Aktie. Die Citi-Analysten sehen die Aktie auch positiv und stuften sie am 01. April 2026 von Neutral auf Kaufen mit Ziel 69 Euro.

Der US-Turbo: Leonardo DRS
Leonardo ist längst kein rein europäischer Player mehr. Rund 25 % des Umsatzes werden in den USA generiert, primär durch die Tochter Leonardo DRS. Mit einem prognostizierten US-Verteidigungsbudget von 1.500 Mrd. USD ab 2027 zur Modernisierung der Bestände („Golden Fleet“, „Golden Dome“) sitzt Leonardo an der Quelle. Besonders in den Nischen Sensorik und Elektronik gilt der Konzern für das Pentagon als unverzichtbar.

Europas Antwort auf das Machtvakuum
Sollten sich die USA tatsächlich teilweise aus der Ukraine-Absicherung oder der NATO zurückziehen, entsteht in Europa ein massives Vakuum. Leonardo liefert hier die kritische Infrastruktur: Von Radarsystemen bis hin zur Drohnenabwehr. Der Konzern profitiert direkt von der notwendigen technologischen Unabhängigkeit des Kontinents.

Finanzielle Ambitionen bis 2030
Die Transformation zur multinationalen „One Company“ ist laut Management abgeschlossen. Die Ziele für 2030 sind ehrgeizig: Der Umsatz soll von 19,5 Mrd. Euro auf 30 Mrd. Euro steigen, während sich das EBITA auf 3,59 Mrd. Euro nahezu verdoppeln soll. Der Auftragseingang wird bei 32 Mrd. Euro p.a. erwartet. CEO Roberto Cingolani betont: „Wir haben die Transformation zur multinationalen 'One Company' abgeschlossen und verfügen nun über einen Wettbewerbsvorteil, den nur wenige andere besitzen.“

Das „versteckte“ Asset: Space
Oft vom Markt unterschätzt, dominiert Leonardo über die „Space Alliance“ mit Thales den europäischen Orbit. Ob hochpräzise Radar-Erdbeobachtung via COSMO-SkyMed oder die Beteiligung am Artemis-Programm der NASA – Leonardo sichert sich die Lufthoheit in einem Bereich, der für die moderne, vernetzte Kriegsführung („Michelangelo Dome“) essenziell ist.

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