Penguin Solutions (ehem. SMART Global Holdings) fokussiert sich im Zuge einer Transformationsstrategie voll und ganz auf die Wachstumsmärkte Künstliche Intelligenz und High-Performance-Computing (HPC). Unternehmen, Regierungen und Neocloud-Anbieter erhalten maßgeschneiderte "KI-Fabriken" und die dazugehörige skalierbare Recheninfrastruktur. Dabei werden die eigenen Komponenten mit Chips von Partnern wie NVIDIA, AMD oder Dell zu einem Gesamtsystem verschmolzen, das unter der Marke „OriginAI Factory“ vermarktet wird. Hier ist die Datensouveränität mit dem Aufbau von On-Premise-KI-Fabriken ein direkter Treiber.
CEO Kash Shaikh verweist durch den Übergang vom KI-Modelltraining hin zur KI-Inferenz klar sichtbaren Nachfragewechsel von Rechenleistung hin zum höheren Speicherbedarf. Das entsprechende Integrated Memory-Geschäft konnte im jüngsten 2. Quartal um 63 % wachsen, das mit einer vorteilhaften Preisentwicklung bereits für die Hälfte am gesamten Umsatzmix verantwortlich ist. Insbesondere CXL-Speichermodule sowie CXL-basierte Cache-Server sind gefragt, mit denen Speicher dynamisch zwischen GPUs und CPUs aufgeteilt (Pooling) werden kann.
Der Gesamtumsatz fiel um rund 6 % auf 343 Mio. USD (Konsens: 339 Mio. USD), was primär auf anhaltende Lieferengpässe und der Abkehr von Hyperscaler und dem Auslauf des Edge-Geschäfts im Segment Advanced Computing (Hochleistungsrechner & KI-Infrastruktur) zurückzuführen ist. Die Auftragseingänge und Pipeline sind jedoch stark. Etwa wuchs das wichtige Nicht-Hyperscaler-KI/HPC-Geschäft im 1. Halbjahr um 50 % und es konnten im letzten Quartal fünf neue Großkunden aus den Bereichen Finanzen, biomedizinische Forschung und Energie gewonnen werden. Nun soll sich das Umsatzwachstum im laufenden Fiskaljahr 2026 von bisher 6 % auf 12 % beschleunigen. Der Nettogewinn soll statt 1,75 bis 2,25 USD nun 2,00 bis 2,30 USD je Aktie betragen. Mit einem KGV von unter 9 startet der Trendwende-Versuch.