Die geopolitischen Spannungen um strategisch wichtige Mineralien nehmen weiter zu. Chinas anhaltende Exportbeschränkungen für Seltene Erden, insbesondere für essenzielle militärische Anwendungen, haben die Preise außerhalb der Volksrepublik stark in die Höhe getrieben. Laut Analyst Neal Dingmann liegen die Preisaufschläge zum Teil bei rund 400 % gegenüber dem chinesischen Binnenmarkt. Zwar kam es kürzlich, nach überzogenen Markterwartungen über eine mögliche Lockerung der Kontrollen durch Peking, zu einem „ungerechtfertigten“ Abverkauf bei westlichen Rohstoffwerten. Doch Experten betonen: Selbst wenn Peking die Zügel etwas lockern sollte, beträfe dies ausschließlich zivile Nutzungen. Der Westen benötigt dringender denn je eine eigene unabhängige Lieferkette.
Auf dieses Szenario habe ich bereits im letzten Jahr im Tenbagger-Magazin hingewiesen und u. a. auf Critical Metals aufmerksam gemacht. Das Unternehmen positioniert sich als zentraler Baustein einer vom Westen kontrollierten Versorgung. Mitte April hat die grönländische Regierung die Übertragung der restlichen Anteile am gigantischen Tanbreez-Projekt genehmigt. Damit kontrolliert Critical Metals nun 92,5 % einer der weltweit größten bekannten Lagerstätten für Seltene Erden. Das Vorkommen ist besonders reich an schweren, hochkritischen Elementen wie Dysprosium und Terbium, die für High-Tech-Elektronik und moderne Verteidigungstechnologie unverzichtbar sind. Chairman Tony Sage bezeichnet diesen Vorgang zu Recht als historischen "Gamechanger" für die westliche Versorgungssicherheit.
Gleichzeitig wird das enorme Potenzial durch erste kommerzielle Erfolge abgesichert. Critical Metals hat am 20 Mai bekannt gegeben, einen 15-jährigen Abnahmevertrag mit REalloys unterzeichnet zu haben. Dieser sichert dem Partner eine US-ausgerichtete Lieferkette und umfasst 15 % der jährlichen Nennkapazität der Phase 1 (bis zu 15.000 Tonnen Konzentrat), samt Vorzugsrechten für die begehrten schweren Seltenen Erden. Mit eigenen Barreserven von 124 Mio. USD ist das Unternehmen zudem finanziell absolut robust aufgestellt, um die Entwicklung in Grönland zügig zur Produktionsreife zu führen. Die Aktie ist volatil. Doch jetzt könnte man darauf setzen, dass die Aktie schnell wider den Widerstand bei 15 USD anläuft. (CRML)