Wenn man an den gigantischen Boom von Rechenzentren durch KI und Cloud-Computing denkt, fallen einem zuerst Chiphersteller, Server-Racks und Kühlsysteme ein. Dass aber auch der physische Bau dieser Anlagen ein Milliardenmarkt ist, geht oft unter.
Meines Erachtens könnte hiervon zukünftig Interface profitieren. Es handelt sich um den Weltmarktführer für modulare und nachhaltige Bodenbeläge, der zwar aktuell nicht viel mit Rechenzentren am Hut hat. Doch das könnte sich ändern. Denn das größte physische Risiko in Serverhallen ist statische Elektrizität. Schon kleine elektrostatische Entladungen können millionenschwere Server- und Netzwerktechnik zerstören. Interface hat vor einigen Jahren den deutschen Kautschukboden-Spezialisten Nora systems übernommen. Mit Produkten wie norament ed bietet Interface hochleistungsfähige, ableitfähige Böden an, die statische Aufladung sicher in den Boden ableiten. Da KI-Rechenzentren mit sensiblen GPUs ausgestattet werden, steigt der Bedarf an verlässlichen ESD-Bodenlösungen rasant.
Der Umsatz stieg im letzten Quartal auf 331,04 Mio. USD nach 297,41 Mio. USD im Vorjahr, der bereinigte Gewinn je Aktie kletterte von 0,25 auf 0,41 USD. Für das 2. Quartal 2026 erwartet Interface 385 bis 395 Mio. USD an Umsatz. Dabei könnte ein weiterer Treiber die Net-Zero-Ziele der Hyperscaler werden. Interface ist ein globaler Pionier der Kreislaufwirtschaft und bietet über den gesamten Lebenszyklus CO2-neutrale, und bei einigen Teppichfliesen sogar CO2-negative, Produkte an. Wenn Tech-Giganten ihre neuen Rechenzentren für Umweltzertifikate wie LEED oder BREEAM qualifizieren wollen, sind die emissionsarmen Produkte von Interface ein sehr einfacher Weg, um wichtige Nachhaltigkeitspunkte für das Gebäude zu sammeln.
Die Aktie zeigt sich seit den Q1-Zahlen von Anfang Mai sehr stark und bricht nun aus einer Base um 35 USD aus. Hier könnte man auf die Trendfolge setzen. (TILE)