Popular ist jetzt einen Blick wert. Es handelt sich um die größte Bank Puerto Ricos, die dort mehr als die Hälfte aller Einlagen kontrolliert. Diese Marktführerschaft verschafft dem Institut günstige Refinanzierungskosten und macht die hauseigene Zahlungsplattform ATH Móvil zum De-facto-Standard auf der Insel. Da Puerto Rico den US-Dollar als offizielle Währung nutzt, entfällt zudem jedes Wechselkursrisiko gegenüber US-Banken.
Im 1. Halbjahr 2026 stieg der Zinsüberschuss um 10 % auf 1,36 Mrd. USD, während die Zinsaufwendungen um 9,3 % auf 0,56 Mrd. USD zurückgingen. Die Risikovorsorge für Kreditausfälle kletterte zwar um 25 % auf 141 Mio. USD, laut Management entfiel der Großteil davon aber auf zwei einzelne notleidende Kredite und nicht auf einen breiteren Trend. Die Kennzahlen zur Kreditqualität stützen diese Einschätzung: Die Kredite mit mehr als 90 Tagen Verzug sanken im Quartalsvergleich um 7,4 %, die Gesamtsumme überfälliger Kredite um 6,2 %.
Mir gefällt, dass sich Popular sehr aktionärsfreundlich zeigt. Nach Abschluss eines 500-Mio.-USD-Rückkaufprogramms hat der Vorstand ein neues Programm über 1 Mrd. USD aufgelegt und für den Rest des Jahres 2026 weitere Rückkäufe von 300 bis 400 Mio. USD angekündigt. Zusammen mit der um 20 % erhöhten Dividende entspricht das rund 100 % des Nettogewinns aus dem Vorjahr. Trotz dieser Ausschüttungen liegt die Kernkapitalquote (CET1) bei 16 % und damit deutlich über dem Marktdurchschnitt von 10 bis 14 %.
Die Aktie hat sich diel letzten Monate stückweise nach oben geschoben. Nun bricht die Aktie aus einer Darvas-Box auf ein neues Mehrjahreshoch aus. Diesem könnte man folgen, wobei ich das Risiko im Bereich von 170 SUD begrenzen würde, was etwa 5 % entspricht. (BPOP)