Avnet gehört zu den größten Distributoren für elektronische Bauteile weltweit. Das US-Unternehmen kauft Halbleiter, Steckverbinder und passive Komponenten bei den Herstellern ein und liefert sie an Industriekunden und Auftragsfertiger.
Als Distributor profitiert Avnet überproportional vom Aufschwung im Halbleiterzyklus. Die Kostenbasis ist weitgehend fix, deshalb wirkt jeder zusätzliche Umsatz mit Hebel auf das Ergebnis. In allen Regionen übersteigen die Auftragseingänge die Auslieferungen. Der Auftragsbestand reicht laut Management weit ins Geschäftsjahr 2027 hinein, wobei CEO Phil Gallagher zuletzt sagte, dass man mit großem Momentum in das Geschäftsjahr 2027 gehe.
Bei der KI wirkt ein doppelter Hebel. Direkt gehen inzwischen 10 bis 15 % des Geschäfts an Rechenzentren, zuvor waren es 5 bis 7 %. Größer ist der indirekte Effekt: Der Ausbau der KI-Infrastruktur treibt bei Industriekunden die Nachfrage nach Stromversorgung, Kühlung und Konnektivität. Hinzu kommt Edge-KI, also KI direkt im Gerät, etwa in Robotern, Drohnen und autonomen Systemen.
Im 4. Quartal des Geschäftsjahres 2026 stieg der Umsatz um 48 % auf den Rekordwert von 8,3 Mrd. USD. Der bereinigte Gewinn je Aktie kletterte um 182 % auf 2,28 USD. Für das 1. Quartal des Geschäftsjahres 2027 peilt Avnet einen Umsatz von 9,0 bis 9,3 Mrd. USD und einen Gewinn je Aktie von 2,80 bis 2,90 USD an, wobei die Zahlen Anfang November erwartet werden.
Die Avnet-Aktie brach am 2. Oktober auf ein neues Allzeithoch aus und könnte nun zügig ihren Aufwärtstrend Richtung 125 USD fortsetzen. (AVT)