Je komplexer der Welthandel wird, desto besser verdient Expeditors International of Washington. Der Logistiker besitzt weder Flugzeuge noch Schiffe, kauft Frachtraum flexibel ein und steuert für seine Kunden die gesamte Kette von der Abholung bis zur Verzollung.
Im 2. Quartal 2026 stieg der Umsatz um 32 % auf 3,5 Mrd. USD, das operative Ergebnis um 41 % auf 350 Mio. USD. Treiber war die Luftfracht mit 14 % mehr Tonnage und 57 % mehr Umsatz: KI-Hyperscaler, also die großen Rechenzentrumsbetreiber, fliegen ihre Server ein, während der Nahost-Konflikt Kapazitäten verknappt und die Raten treibt.
Die Sparte Zollabwicklung und Zusatzdienste wuchs um 27 % auf 1,3 Mrd. USD. Neue Zölle, das Ende der US-Zollfreigrenze für Kleinsendungen und Sonderanmeldungen rund um die IEEPA-Zölle erhöhen Zahl und Preis der Zollanmeldungen.
Wie Komplexität zu Neugeschäft wird, zeigt der September: Der US-Bahnzulieferer L.B. Foster ernannte Expeditors zum strategischen Distributionspartner für das europäische Festland, inklusive eines neuen Verteilzentrums in Deutschland. Das Ziel sind kürzere Lieferwege und weniger Zollaufwand im Handel zwischen Großbritannien und der EU.
Die nächsten Impulse liefern die Zahlen zum 3. Quartal am 3. November 2026 und der Investor Day am 18. November 2026. Die Aktie bricht nun bei 193 USD aus einer Darvas-Box auf ein Allzeithoch aus. Diesem Ausbruch könnte man nun folgen. (EXPD)