Abseits von Biotech und Öl hat sich eine Aktie aus der Gastronomie seit Anfang August mehr als verdoppelt. Sweetgreen, ein Unternehmen, das ich im Tenbagger-Magazin ausführlich besprochen habe, betreibt Fast-Casual-Restaurants für Salate und Bowls in den USA.
Seit Ende 2024 ging es mit der Aktie stark bergab. Jetzt aber könnte die Bodenbildung vollendet werden. Der Rückschlag bei der Aktie in diesem Sommer wurde von dem Ausbruch des Darmparasiten Cyclospora verursacht. Der Parasit hielt im Sommer viele Kunden vom Salat fern, was Sweetgreen veranlasst hatte, seine Jahresprognose für die flächenbereinigten Umsätze auf minus 7 bis 8 % zu senken. Dabei lagen diese Anfang Juli nach sechs negativen Quartalen erstmals wieder im Plus. Im 2. Quartal stieg der Umsatz um 3,8 % auf 192,7 Mio. USD, flächenbereinigt ergab sich ein Minus von 6,2 %. Am 11. September erklärte die US-Gesundheitsbehörde CDC den Ausbruch für beendet.
Seitdem rückt die Aktie vermehrt bei Analysten in den Fokus wobei Wells Fargo zuletzt auf eine Belebung der Besucherzahlen im September verwies. Operativ setzt das Management beim Menü an. Die neuen Wraps tauchen in rund 20 % der Bestellungen auf und brachten zuletzt etwa 2 Prozentpunkte zusätzliches Vergleichswachstum.
Am 5. November legt Sweetgreen die Zahlen zum 3. Quartal vor. Die Prognose kalkuliert mit einer Cyclospora-Belastung von 6 bis 7 Prozentpunkten auf die Vergleichsumsätze. Fällt die Erholung kräftiger aus, steht eine Anhebung des Ausblicks im Raum. Mit einem Börsenwert von rund 1,2 Mrd. USD und dem langfristigen Ziel von 1.000 Standorten bleibt die Sweetgreen-Aktie ein Turnaround-Wert mit klaren Katalysatoren. Hier kann man nun auf den Ausbruch aus der Base setzen, wobei die Position im Bereich von 9,50 USD abgesichert werden könnte, was einem Risiko von etwa 10 % entspricht. (SG)