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31.03. 17:07

Munich Re verlässt Klimaallianz NZIA - Angst vor Kartellwächtern


MÜNCHEN (dpa-AFX) - Der Rückversicherer Munich Re kehrt einer prominenten internationalen Klimaschutzinitiative unter dem Dach der Vereinten Nationen den Rücken. Das Unternehmen hat demnach seine Mitgliedschaft in der Net Zero Insurance Alliance (NZIA) bereits beendet. Als Grund nannte Vorstandschef Joachim Wenning am Freitag kartellrechtliche Risiken. An den eigenen Klimaschutzzielen will die Munich Re festhalten.

Welche kartellrechtlichen Risiken das sein könnten und ob der Vorstand bereits Anzeichen für eine Kartellrechtsprüfung in Deutschland oder einem anderen Land hat, teilte Wenning nicht mit. Die NZIA ist eine Klimaschutzinitiative 30 großer Versicherer, die mit dem UN-Umweltprogramm Unep zusammenarbeitet.

Zu den europäischen Mitgliedern zählen unter anderen die Allianz, die französische Axa und die italienische Generali , drei Schwergewichte im internationalen Erstversicherungsmarkt. Die Munich Re ist wiederum einer der bedeutendsten Rückversicherer.

Alle teilnehmenden Unternehmen haben sich verpflichtet, ihre Treibhausgasemissionen bis 2050 auf null zu senken. Da Versicherungen selbst in aller Regel keine Fabriken, Bergwerke oder Ölquellen betreiben, betrifft das im Wesentlichen die Versicherung von Öl-, Gas- und Kohleunternehmen und die Kapitalanlagen.

In den USA und der EU gleichermaßen verbietet das Kartellrecht nicht nur Preisabsprachen, sondern auch andere geschäftliche Vereinbarungen von Unternehmen, die darauf zielen, einen Markt gemeinsam zu beherrschen oder zu beeinflussen.

"Die Möglichkeiten, im kollektiven Schulterschluss der Versicherungsindustrie weltweit Dekarbonisierungsziele zu verfolgen, ohne materielle Kartellrechtsrisiken einzugehen, sind nach unserer Einschätzung so begrenzt, dass es wirksamer ist, unsere Klimaambition zur Reduktion der globalen Erderwärmung selbstständig als Unternehmen weiterzuverfolgen", erklärte Wenning.

Die Munich Re hat sich verpflichtet, ab April keine neu erschlossenen Öl- und Gasfelder mehr zu versichern. Darunter fallen auch Ferntransport und Aufbereitung von Öl. Was die eigenen Mitarbeiter und den eigenen Betrieb betrifft, will der Münchner Konzern den CO2-Ausstoß bereits bis 2030 auf null senken./cho/DP/nas