LS - BundLS Kaufen
08.12. 10:39 135,12€ -0,24%
25.09. 18:12

Deutsche Anleihen: Rendite steigt erstmals seit 2011 auf 2,81 Prozent


FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Kapitalmarktzinsen in Deutschland ziehen weiter an. Am Montag stieg die Rendite für zehnjährige Bundesanleihen bis auf 2,81 Prozent und damit auf das höchste Niveau seit 12 Jahren. Dem standen merkliche Kursverluste gegenüber: Der richtungweisende Terminkontrakt Euro-Bund-Future fiel bis zum Nachmittag um 0,50 Prozent auf 128,97 Punkte. Auch die Kurse anderer Staatspapiere in Europa gaben nach.

Schon seit einiger Zeit bewegen sich die Zinsen an den Rentenmärkten nach oben. Hauptgrund ist die Geldpolitik großer Notenbanken, die zwar auf den Zinsgipfel zusteuern, weitere Zinsanhebungen aber nicht ausschließen. Zudem vertreten viele Notenbanker die Auffassung, dass die Leitzinsen zwecks Inflationsbekämpfung lange auf erhöhtem Niveau gehalten werden müssen.

So hat die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), Christine Lagarde, erneut erhöhte Zinsen für einen längeren Zeitraum signalisiert. "Unsere künftigen Entscheidungen werden sicherstellen, dass die Leitzinsen der EZB so lange wie nötig auf einem ausreichend restriktiven Niveau gehalten werden", sagte sie vor dem Wirtschafts- und Währungsausschuss des Europäischen Parlaments. "Wir sind weiterhin entschlossen, dafür zu sorgen, dass die Inflation auf unser mittelfristiges Ziel von zwei Prozent zurückkehrt."

Die straffere Geldpolitik der EZB lasten allerdings auf den Konjunkturaussichten. Zum Wochenstart trübte sich das Ifo-Geschäftsklima - Deutschlands wichtigstes Wirtschaftsbarometer - zum fünften Mal in Folge ein, wenn auch nur leicht. "Die deutsche Wirtschaft tritt auf der Stelle", kommentierte Ifo-Präsident Clemens Fuest die Unternehmensumfrage.

Bankvolkswirte kommentierten die Entwicklung eher pessimistisch: "Die aktuelle Misere der deutschen Wirtschaft hält an", sagte Jörg Zeuner, Chefökonom der Fondsgesellschaft Union Investment. "Unserer Ansicht nach wird die Wirtschaftsleistung in Deutschland bis zum Jahresende weiter schrumpfen." Im Winterhalbjahr war die Wirtschaftsleistung bereits rückläufig gewesen, im Frühjahr hatte sie stagniert./jsl/he