ROUNDUP: BMW verdient mit Autos mehr als gedacht - Risikovorsorge kostet Geld
MÜNCHEN (dpa-AFX) - Der Autobauer BMW
Das Papier gewann zuletzt rund 4,8 Prozent auf 80,98 Euro und gehörte damit zu den größten Gewinnern im Leitindex Dax. Damit konnte der Kurs sein Minus seit Jahresbeginn im Haupthandel etwas eindämmen. Sowohl bei der Marge im Autogeschäft als auch beim freien Mittelzufluss habe BMW besser abgeschnitten als gedacht, schrieb Analyst Steven Reitman vom Analysehaus Bernstein Research. BMW habe sich dabei auch keine Zollerstattungen gutgeschrieben.
Die Gewinnmarge vor Zinsen und Steuern im Autogeschäft ging im Jahresvergleich um 1,9 Prozentpunkte auf 5,0 Prozent zurück, wie der im Dax
Der Konzerngewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) fiel um gut 36 Prozent auf 2 Milliarden Euro. Der Umsatz ging um gut 8 Prozent auf 31 Milliarden Euro zurück. Unter dem Strich sackte der Überschuss um fast ein Viertel auf 1,67 Milliarden Euro ab.
Rekord bei Auftragseingängen in Europa
Zuversichtlich ist der Konzern auch dank der anziehenden Bestellungen. "Nie zuvor haben wir in Europa so viele Auftragseingänge erzielt wie in den ersten drei Monaten des Jahres", sagte Konzernchef Zipse und betonte, man habe mit der Einführung der vollelektrischen Modellgeneration Neue Klasse die richtige Entscheidung getroffen. Insgesamt sieht er das Unternehmen "richtig aufgestellt, um auch unter herausfordernden Bedingungen nachhaltig erfolgreich zu sein".
BMW will angesichts der aktuellen Entwicklung dennoch sparen - wenn auch ohne große Sparprogramme anzukündigen. "Im wirtschaftlich anspruchsvollen Umfeld blicken wir stets auf die Kosten", sagte Finanzvorstand Walter Mertl. "Wir setzen an diversen Stellhebeln im Unternehmen an, und unser Kostenmanagement zielt auf nachhaltige Wirkung."
Zipse ist noch bis zur BMW-Hauptversammlung am 13. Mai Konzernchef. Am 14. Mai übernimmt sein designierter Nachfolger Milan Nedeljkovic. Bislang ist er Produktionsvorstand, ein Amt das auch Zipse vor seinem Aufstieg an die Unternehmensspitze bekleidet hatte. Er übernimmt ein robustes Unternehmen in schwierigem Fahrwasser.
Es war eine anspruchsvolle Amtszeit für Zipse: Sie umfasste Corona, Chipkrise, Ukraine-Krieg, Preiskämpfe in China und US-Zölle aber auch den absoluten Rekordgewinn des Unternehmens und die Entwicklung der Neuen Klasse als wichtigen Sprung bei der Elektromobilität.
Am Ende konnte er BMW nicht dem allgemeinen Negativ-Sog in der Branche entziehen, kann sich aber zugutehalten, dass BMW im innerdeutschen Vergleich derzeit ordentlich dasteht. Wie im Gesamtjahr 2025 konnten die Münchner auch im ersten Quartal höhere Gewinne als Erzrivale Mercedes