Volkswagen AG Vz.EI Kaufen
26.08. 21:30 72,310€ -1,35%
26.08. 14:50

VW-Chef Blume stellt sich einer verunsicherten Belegschaft


ZWICKAU (dpa-AFX) - Gemeinsam mit Beschäftigten von Zulieferern haben Dutzende Mitarbeiter von Volkswagen in Zwickau für eine Zukunft des Standortes demonstriert. Anlass ist der Besuch von VW -Chef Oliver Blume.

"Mama- Hast du in 5 Jahren noch Arbeit?" hieß es auf einem der Plakate, "Vereint für unsere Zukunft kämpfen" auf einem anderen. In der Belegschaft sei die Verunsicherung groß, sagte Betriebsratschef Mario Albert. Bei der Betriebsversammlung wolle er Blume an die Einhaltung der geltenden Verträge erinnern.

Hintergrund ist, dass der Konzern seinen aktuellen Sparkurs verschärfen und über die geplanten 50.000 Stellen in Deutschland hinaus weitere Jobs streichen will. Dabei sind auch Werksschließungen in Emden, Zwickau und Hannover sowie bei der Tochter Audi in Neckarsulm im Gespräch. Für die vier Werke gebe es derzeit noch keine "wettbewerbsfähige Belegung" für die 2030er Jahre, hatte Blume erklärt. "Unser Ziel ist es, in den nächsten 6 bis 12 Monaten belastbare Perspektiven für alle Standorte zu schaffen."

Betriebsratschef: Bisherige Sparziele am Standort erreicht

"Wir waren das einzige deutsche Werk 2025, das die Fabrikkostenziele erreicht hat", sagte Albert. "Und das werden wir auch 2026." Die Menschen vor Ort bräuchten eine Perspektive, mahnte er.

Die Auto-Fabrik in Zwickau ist bei Volkswagen Pionier der Elektromobilität. Seit 2020 werden dort ausschließlich Elektro-Fahrzeuge gebaut. Doch nachdem auch andere Standorte in diesen Sektor eingestiegen sind, ist die Auslastung in Zwickau gesunken - verbunden mit einem Abbau an Personal. So wird nur noch in zwei statt drei Schichten produziert. Nächstes Jahr soll eine der beiden Fertigungslinien komplett stillgelegt werden. Arbeiteten in dem Fahrzeugwerk zu Hochzeiten rund 11.000 Beschäftigte, sind es aktuell noch etwa 8.000.

Mit dem Motorenwerk in Chemnitz und der Gläsernen Manufaktur in Dresden hat Volkswagen zwei weitere Standorte in Sachsen. In Dresden werden bereits keine Fahrzeuge mehr produziert.

An der Autoproduktion hängen viele weitere Jobs bei Zulieferern. Das machte Marcel Kuczyk, Vize-Betriebsratsvorsitzender von Schnellecke Logistics in Glauchau, deutlich. Er war mit mehreren Kollegen ebenfalls ans Werkstor von VW gekommen, um sich für dessen Erhalt starkzumachen./hum/DP/he