09.09. 09:41

Ölpreise: Brent steigt über die Marke von 100 Dollar


NEW YORK/LONDON (dpa-AFX) - Die Ölpreise haben am Mittwoch im Vormittagshandel angesichts neuer gegenseitiger Angriffe am persischen Golf weiter zugelegt. Ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Referenzsorte Brent aus der Nordsee kostete erstmals seit dem 24. Juli wieder mehr als 100 US-Dollar. Der Preis für ein Fass Brent mit der Auslieferung im November zog im frühen Handel um bis zu 2,3 Prozent auf 100,19 Dollar an. Damit verteuerte sich Brent in diesem Jahr um 64 Prozent.

Raffinierte Produkte wie Diesel legten noch stärker zu, da sich der Konflikt im Nahen Osten bis ins Rote Meer nahe Saudi-Arabien ausgeweitet hat - zusätzlich zum Krieg zwischen Russland und der Ukraine. Die europäischen Erdgaspreise stiegen nach den jüngsten US-Angriffen den vierten Handelstag in Folge. Steigt der Rohölpreis, wird tendenziell das Tanken und das Heizen mit Öl und Gas teurer. Ein hoher Ölpreis beeinflusst auch die Preisentwicklung insgesamt, weil der Rohstoff ein wichtiger Kostenfaktor für die gesamte Wirtschaft ist.

Der Kampf zwischen den USA und dem Iran um die Kontrolle der Straße von Hormus ist zuletzt weiter eskaliert. Das US-Militär zerstörte nach eigenen Angaben als Vergeltung für Teherans Angriffe auf ein US-Kriegsschiff fünf iranische Rohöltanker und versenkte einen davon.

Irans Revolutionsgarden reagierten nach eigenen Angaben umgehend mit "schweren Raketenangriffen" auf das mit den USA verbündete Königreich Jordanien. Laut der staatlichen jordanischen Nachrichtenagentur Petra fing die Armee 20 ballistische Raketen ab.

US-Außenminister Marco Rubio warnte Teheran vor weiteren Attacken: "Der Iran versucht weiterhin, Schiffe der US-Marine anzugreifen, und jedes Mal, wenn sie dies tun oder versuchen zu tun, werden sie Tanker verlieren", sagte Rubio während eines Besuchs in Kolumbien. Erst am Samstag hatte das US-Militär mitgeteilt, drei iranische Öltanker angegriffen zu haben./stk/jha/