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10.09. 19:58

Aktien New York: Verluste - Fed rückt wegen Ölpreis und EZB in den Fokus


NEW YORK (dpa-AFX) - Nach den Verlusten im bisherigen Wochenverlauf bleiben die US-Börsen auch am Donnerstag unter Druck. Weiterhin wird die Stimmung von den Entwicklungen im Nahost-Konflikt und den gestiegenen Ölpreisen belastet. Der Preis für ein Fass der Nordsee-Ölsorte Brent erreichte am Donnerstag mit der 107-Dollar-Marke ein Hoch seit Mai. Unter den Anlegern hält sich deshalb die Sorge vor einer steigenden Inflation und damit verbundenen Zinserhöhungen.

Dieses Mal erfasste die Verkaufswelle auch die zuletzt relativ robusten Technologiewerte, wie der Nasdaq 100 mit einem Minus von 0,8 Prozent auf 29.173 Punkte zeigt. Der Dow Jones Industrial steuert mit einem Abschlag von 0,7 Prozent und 52.025 Zähler auf seinen vierten schwachen Handelstag in Folge zu. Der marktbreite S&P 500 gab zwei Stunden vor Schluss um ein halbes Prozent auf 7.596 Punkte nach.

Nachdem die Europäische Zentralbank (EZB) wie erwartet den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte angehoben hat, richtet sich der Fokus der Anleger jetzt auf den Entscheid der US-Notenbank Fed in der kommenden Woche. Davor werden am Freitag aber noch die US-Inflationsdaten erwartet, die nochmals von großer Relevanz werden könnten. Eine Indikation dafür gaben die am Donnerstag veröffentlichten Erzeugerpreise, deren Anstieg sich im August beschleunigte.

Allgemein unter Druck gerieten die KI-Aktien aus den Chip- und Speichersektoren, die sich in den vergangenen Tagen noch gegen die allgemeine Börsenschwäche gestemmt hatten. Bis zu fünf Prozent groß waren die Kursverluste bei Aktien wie Western Digital , ARM , Intel , Sandisk und Micron . Als Belastung galt, dass der chinesische Anbieter Deepseek mit einem neuen KI-Modell den Druck auf die US-Konkurrenz erhöht.

Nach Börsenschluss könnten am Donnerstag die Resultate von Oracle und Adobe für den Tech-Sektor von Bedeutung werden. Beide Aktien lagen im Vorfeld klar im Minus, Oracle aber relativ stark mit 3,6 Prozent. Die Frage nach der Schuldenlast, die für den Ausbau der KI-Infrastrukturen erforderlich ist, bleibt bei Anlegern ein wichtiges Thema. Sie hatte die Oracle-Aktien im Juni und Juli schwer belastet.

Minenwerte haben am Donnerstag unter deutlich zurückkommenden Metallpreisen gelitten. Die Titel von Freeport-McMoran und Southern Copper knickten jeweils um etwa sieben Prozent ein, nachdem an den Kupfer- und Silbermärkten eine deutliche Korrektur eingesetzt hatte. Begründet wurde dies mit einer vertagten Entscheidung über US-Zölle und ölbedingten Konjunktursorgen.

Unter den nachrichtlich bewegten Einzelwerten gab die Aktie von Macy's um 4,3 Prozent nach. Der Warenhausbetreiber blieb mit seinem Ausblick auf das dritte Quartal hinter den Erwartungen zurück. Noch schlimmer erwischte es im Einzelhandelssektor aber American Eagle Outfitters mit einem Rückschlag um 16 Prozent. Der Bekleidungshändler hatte enttäuschende Umsatzzahlen vermeldet.

Unter den sonstigen Nebenwerten litten die Titel des Kontaktlinsenherstellers Cooper Companies mit einem Einbruch um 14,5 Prozent unter einem gesenkten Wachstumsausblick. Als Belastung hinzu kam ein abgesagter Verkauf der Sparte CooperSurgical, der die Bank of America dazu veranlasste, ihre bisherige Kaufempfehlung für die Aktien aufzugeben.

Bessere Nachrichten führten bei AeroVironment zu einem Anstieg um fast zehn Prozent. Der Drohnen-Hersteller hatte Quartalszahlen vorgelegt, die hinsichtlich des Umsatzes die Markterwartungen übertrafen./tih/nas