ROUNDUP: Putin gibt Metro-Geschäft in Russland in Zwangsverwaltung
MOSKAU/DÜSSELDORF (dpa-AFX) - Der russische Präsident Wladimir Putin hat das Russland-Geschäft des Lebensmittelgroßhändlers Metro unter Zwangsverwaltung nehmen lassen. Einen entsprechenden Erlass veröffentlichte der Kreml in Moskau. Demnach verwaltet die russische Managementgesellschaft Torg RUS vorübergehend 100 Prozent der Aktiva von Metro in Russland. Bei Torg RUS handelt es sich laut Metro AG
Die Metro AG erklärte, dass man keine operative Kontrolle mehr über Metro Russland habe. Das Eigentum an Metro Russland bleibe aber formal bei der Metro AG. Das Unternehmen sprach ebenfalls von einer "vorübergehenden Zwangsverwaltung".
In diesem Monat hatte Putin unter anderem bereits den Lebensmittelhersteller Nestlé und die französische Warenhauskette Auchan unter externe Verwaltung gestellt. Der Kreml hatte zu den früheren Entscheidungen erklärt, dass es sich um Unternehmen aus sogenannten unfreundlichen Ländern handle, deren Staatsführungen durch die Hilfe für Kiew in den Ukraine-Krieg verwickelt seien. Die Militärhilfe aus diesen Ländern werde aktiv von Kiew für Schläge gegen die zivil-wirtschaftliche Infrastruktur in Russland genutzt, hatte Kremlsprecher Dmitri Peskow gesagt.
Metro seit 2001 im russischen Markt
Die Ukraine wehrt sich auch mit Drohnenangriffen im russischen Hinterland gegen den Angriffskrieg, den Putin vor mehr als viereinhalb Jahren begonnen hatte. Dabei wurden zuletzt unter anderem Logistikzentren der größten russischen Online-Versandhandelsunternehmen Wildberries und Ozon zerstört oder beschädigt.
Metro war nach eigenen Angaben 2001 in den russischen Markt eingetreten. In Russland sei man mit 91 Großhandelsgeschäften vertreten. Rund 9.000 Mitarbeiter arbeiteten für Metro in Russland.
Metro AG blieb auch nach Kriegsbeginn in Russland
Die Metro AG in Deutschland hatte nach Beginn des von Putin befohlenen Angriffskriegs entschieden, in Russland zu bleiben. "Es war und ist auch für uns ein schwieriger Abwägungsprozess", teilte das Unternehmen bereits 2023 mit.
Am Montag erklärte Metro, dass man seit Beginn des russischen Krieges gegen die Ukraine im Februar 2022 verschiedene Maßnahmen ergriffen habe, um die Verbindungen zwischen Metro Russland und der Metro AG zu verringern. Weitere Auswirkungen des Dekrets auf die AG würden derzeit analysiert.
Russland hatte im Zuge der vom Westen verhängten Sanktionen, darunter unter anderem die Beschlagnahmung von Staatsvermögen in der EU, mit Gegenmaßnahmen gedroht./mau/DP/jha