16.10. 07:40

Ölpreise leicht im Minus - Zweiter Wochengewinn in Folge möglich


NEW YORK/LONDON (dpa-AFX) - Die Ölpreise haben am Freitag im frühen Handel nur etwas nachgegeben und ihre Zuwächse vom Vortag damit mehr oder weniger verteidigt. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Referenzsorte Brent aus der Nordsee zur Lieferung im Dezember verlor zuletzt 0,57 Prozent auf 105,32 US-Dollar. Die Ölpreise steuern auf den zweiten Wochengewinn in Folge zu. Die zunehmenden Risiken für die Ölversorgung aus dem Nahen Osten wiegen schwerer als die angekündigte Freigabe weiterer strategischer Ölreserven.

Irans Revolutionsgarden haben nach Angaben des US-Militärs ein Containerschiff in der Straße von Hormus mit einem Geschoss getroffen. Die "GFS PRIDE" sei dort aber - anders als vom Iran dargestellt - am Mittwoch nicht auf eine Seemine gefahren, betonte das für den Nahen Osten zuständige Regionalkommando Centcom auf der Plattform X am Donnerstag.

Irans Streitkräfte haben ihre Angriffe auf die Schifffahrt in der Straße von Hormus zuletzt intensiviert. Sie attackieren dabei in der Regel Tankschiffe und Frachter, die sich auf einer südlichen Route nahe der omanischen Küste befinden. Die USA versuchen seit längerem, zivile Handelsschiffe dort zu unterstützen, um den Handel mit Öl und Flüssiggas wieder zu ermöglichen. Der Iran betrachtet die Route als "illegal" und fordert die Passage entlang der iranischen Küste.

Die Mitgliedstaaten der Internationalen Energieagentur (IEA) haben unterdessen zugesagt, die noch ausstehende Freigabe von 100 Millionen Barrel Öl aus einer im März beschlossenen Notfallmaßnahme vollständig umzusetzen. Zuvor hatten US-Regierungsvertreter darauf gedrängt. In den USA sind die Rohölvorräte in der vergangenen Woche laut offiziellen Regierungsdaten vom Donnerstag um 8,6 Millionen Barrel gesunken. Das war der stärkste Rückgang seit Februar.

"Der Konflikt dürfte eskalieren", schrieben Analysten der Beratungsfirma Eurasia Group. Sie erhöhten die Wahrscheinlichkeit einer Verschärfung des Konflikts von 35 auf 65 Prozent. "Die gegenwärtige Pattsituation ist für die USA nicht länger tragbar", zitiert die Nachrichtenagentur Bloomberg weiter aus der Studie./stk/jha/