24.10. 14:16

Palästinenser fordern Hilfe nach israelischem Armeeeinsatz


RAMALLAH/BERLIN (dpa-AFX) - Die palästinensische Autonomiebehörde ruft die internationale Gemeinschaft auf, wegen des Vorgehens israelischer Sicherheitskräfte im besetzten Westjordanland einzugreifen. Nach Angaben der Autonomiebehörde stellen die Maßnahmen im Raum Hebron - darunter die Vertreibung von Anwohnern, der Abriss von Häusern und Gebäuden sowie die Abriegelung von Städten - eine Kollektivstrafe dar. Diese Eskalation werde niemandem Sicherheit oder Frieden bringen, sondern nur weitere Spannungen schüren, hieß es.

Am Freitagmorgen hatte es einen Angriff mit Schusswaffen in der Nähe von Hebron im Westjordanland gegeben. Dabei wurden israelischen Militärangaben zufolge zwei Soldaten getötet und drei weitere verletzt. Die zwei mutmaßlich palästinensischen Täter aus Hebron wurden getötet.

Als Reaktion auf den Angriff begann Israel nach eigenen Angaben am Freitag eine Anti-Terror-Operation im Raum Hebron. Die Operation von Armee, Geheimdienst, Grenzpolizei und Zivilverwaltung ist nach Militärangaben auf das Gebiet beschränkt, aus dem die Terroristen operierten, und werde voraussichtlich mehrere Tage dauern.

Militäroperation fällt mit Ende des Wahlkampfes zusammen

Israel wählt am Dienstag ein neues Parlament. Sicherheitsfragen und das Vorgehen im Westjordanland bilden zentrale Themen des Wahlkampfes. Während rechte Parteien mit Forderungen nach einem harten Vorgehen gegen palästinensische Gewalt um Stimmen werben, thematisieren sie Übergriffe radikaler israelischer Siedler auf die palästinensische Zivilbevölkerung im Wahlkampf kaum./mak/DP/zb