04.11. 10:40

OTS: Roland Berger / Unabhängiger Automotive Aftermarket stärkt die ...


Unabhängiger Automotive Aftermarket stärkt die Automobilindustrie mit
einem wirtschaftlichen Beitrag von rund 200 Milliarden Euro
München (ots) -

- Neue Studie von Roland Berger und dem Europäischen Verband der unabhängigen
Kfz-Teilehändler und -Großhändler (FIGIEFA) beziffert erstmals den
wirtschaftlichen Nutzen des unabhängigen Automotive Aftermarket (IAM) über
sein direktes Marktvolumen von rund 100 Milliarden Euro hinaus.
- Bezahlbare Wartung und Reparatur ermöglichen rechnerisch etwa 314 Milliarden
zusätzliche Fahrzeugkilometer pro Jahr - neun Prozent mehr Mobilität in
Europa.
- Höhere Fahrzeugrestwerte stärken das mögliche Neuwagenbudget um 65 Milliarden
Euro; geringere Ausfallzeiten schaffen weitere 23 Milliarden Euro
wirtschaftlichen Nutzen.

Der unabhängige Automotive Aftermarket (IAM) leistet einen deutlich größeren
Beitrag zu Europas Wirtschaft und Mobilität, als sein direktes Marktvolumen von
rund 100 Milliarden Euro vermuten lässt. Das zeigt eine neue Studie von Roland
Berger und FIGIEFA, die erstmals den darüber hinausgehenden wirtschaftlichen
Nutzen des IAM quantifiziert. Durch bezahlbare Wartung und Reparatur ermöglicht
der IAM rechnerisch rund 314 Milliarden zusätzliche Fahrzeugkilometer jährlich.
Gleichzeitig erhöhen niedrigere Gesamtbetriebskosten und höhere
Fahrzeugrestwerte das potenzielle Budget der Verbraucher für Neuwagen um rund 65
Milliarden Euro. Kürzere Fahrzeugausfallzeiten schaffen darüber hinaus einen
wirtschaftlichen Nutzen von rund 23 Milliarden Euro pro Jahr.

"Der unabhängige Automotive Aftermarket ist weit mehr als ein Reparatur- und
Ersatzteilmarkt. Er hält Mobilität bezahlbar, erhöht den Restwert von Fahrzeugen
und reduziert wirtschaftlich kostspielige Ausfallzeiten", sagt Maximilian
Wegner, Principal bei Roland Berger. "Damit ist der IAM ein wichtiges Element
für die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Automobilindustrie und der
Wirtschaft insgesamt."

Der IAM umfasst ein europaweites Netzwerk aus unabhängigen Teileherstellern,
Teilegroßhändlern, Reparaturwerkstätten und anderen Dienstleistern wie
Herstellern von markenübergreifenden Diagnosegeräten, Datenanbietern oder
Fernwartungsdienstleistern. Mit einem Marktanteil von rund 64 Prozent gegenüber
rund 62 Prozent im Jahr 2021 ist er weiterhin der größte Kanal im europäischen
Aftermarket. Zugleich steigt die Bedeutung von Wartung und Reparatur, da sich
die Lebensdauer von Fahrzeugen verlängert: Das Durchschnittsalter der Pkw in
Europa nahm zwischen 2020 und 2024 von 11,9 auf 12,9 Jahre zu.

"Der unabhängige Ersatzteilvertrieb hat im letzten Jahrzehnt einen
tiefgreifenden Wandel durchlaufen. Er ist nicht mehr nur eine Lieferkette, die
Teile von einem Ort zum anderen transportiert. Heute ist er ein stark vernetztes
Ökosystem, das Daten, Diagnostik, (Fern-) Technik-Support und digitale Tools
neben einer effizienten Ersatzteillogistik und -verteilung integriert. Diese
Entwicklung unterstützt unabhängige Anbieter dabei, sich an neue
Fahrzeugtechnologien anzupassen, und ermöglicht es ihnen, Fahrzeugbesitzern in
ganz Europa weiterhin hochwertige Dienstleistungen anzubieten", sagt Sylvia
Gotzen, Geschäftsführerin von FIGIEFA.

Der unabhängige Automotive Aftermarket stärkt Verbraucher und Hersteller
gleichermaßen: Wettbewerb und ein dichtes Servicenetz senken die Kosten für
Wartung und Reparatur und damit die Gesamtkosten des Fahrzeugbesitzes.
Niedrigere Betriebskosten bei gleichem Mobilitätsbudget ermöglichen rund 314
Milliarden zusätzliche Fahrzeugkilometer jährlich - ein Plus von neun Prozent.
Gleichzeitig stützen verlässliche und wirtschaftliche Reparaturmöglichkeiten die
Restwerte der Fahrzeuge. Für Verbraucher reduziert sich damit der effektive
Wertverlust, sodass beim nächsten Fahrzeugkauf ein höheres Budget zur Verfügung
stehen kann - rund 65 Milliarden Euro pro Jahr.

Zugleich ergänzt das dichte Netz unabhängiger Werkstätten und Teilehändler die
herstellereigenen Servicenetzwerke und sichert eine flächendeckende Versorgung.
Für etablierte europäische Hersteller ist diese gewachsene Infrastruktur ein
Vorteil gegenüber neuen Marktteilnehmern, die vergleichbare Reparatur- und
Servicekapazitäten erst aufbauen müssen.

Technologischer Wandel setzt unabhängigen Aftermarket unter Druck

Unterdessen verändern Elektrifizierung und softwaredefinierte Fahrzeuge die
Wartung und Reparatur grundlegend. Arbeiten an Hochvoltbatterien oder
Thermomanagement erfordern neue Werkzeuge, Diagnosegeräte, Sicherheitsausrüstung
und speziell qualifizierte Mitarbeitende. Gleichzeitig gewinnen
Softwarediagnosen, Updates, und die Kalibrierung von Fahrerassistenzsystemen an
Bedeutung.

Für viele dieser Arbeiten benötigen unabhängige Werkstätten Zugang zu
herstellerspezifischen Fahrzeugdaten und Softwaresystemen.
Cybersecurity-Vorgaben sowie unterschiedliche Zugangs- und
Authentifizierungsverfahren erhöhen jedoch die Komplexität. Wenn der Zugang
technisch zu aufwendig oder wirtschaftlich nicht tragfähig ist, kann es den
Wettbewerb und die Reparaturmöglichkeiten unabhängiger Betriebe einschränken.

Um den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Beitrag des IAM langfristig zu
sichern, identifiziert die Studie drei zentrale Handlungsfelder:

1. Aufbau technischer Kompetenzen für neue Fahrzeuggenerationen: Unabhängige
Werkstätten müssen in Schulungen, Diagnosegeräte sowie Werkzeuge für die
Elektromobilität und softwarebasierte Reparaturen investieren. Unabhängige
Ersatzteilgroßhändler und Werkstattnetzwerke können diese Kompetenzen auch
kleineren Betrieben zugänglich machen.
2. Praktischen Zugang zu Fahrzeugdaten und Softwarefunktionen gewährleisten: Es
bedarf eines robusten und an den technischen Fortschritt anpassbaren
Rechtsrahmens, um einen diskriminierungsfreien Zugang zu gewährleisten.
Fahrzeughersteller müssen einen sicheren, benutzerfreundlichen und
wirtschaftlich tragbaren Zugang bereitstellen.
3. Effizienzsteigerung entlang der gesamten Wertschöpfungskette :
Fahrzeughersteller, Zulieferer, unabhängige Ersatzteilhändler und Werkstätten
müssen enger zusammenarbeiten, damit Ersatzteile sofort verfügbar sind und
Reparaturen schnell und erschwinglich bleiben. Digitale Lösungen und KI
helfen Werkstätten dabei, Fehler schneller zu erkennen und Fahrzeuge
schneller wieder auf die Straße zu bringen.

Die vollständige Studie können Sie hier herunterladen:

Study Download (https://mailing.rolandberger.com/e3t/Ctc/DJ+113/clG6204/VWVZhQ6b
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Über die Studie:

Die Studie "Powering Europe Forward: Why the Independent Automotive Aftermarket
Matters More Than Ever" wurde von Roland Berger gemeinsam mit FIGIEFA erstellt.
Grundlage sind Markt-, Struktur- und Branchendaten aus 34 europäischen Ländern
sowie Analysen von Wolk & Nikolic After Sales Intelligence.

Über Roland Berger

Roland Berger ist die einzige führende Strategieberatung mit europäischen
Wurzeln. Das Unternehmen vereint tiefe Industrie- und Branchenkenntnis mit
umfassender Erfahrung in zentralen Managementfunktionen und
Transformationsprojekten. 1967 gegründet und mit Hauptsitz in München,
unterstützt Roland Berger Unternehmen weltweit bei der Gestaltung und Umsetzung
komplexer Transformationen - von strategischer Neuausrichtung über
Performance-Steigerung bis hin zur Entwicklung und Anwendung datenbasierter,
KI-gestützter Lösungen. Roland Berger hat sich unternehmensweit
Net-Zero-Emissionsziele bis 2040 gesetzt, die von der Science Based Targets
Initiative validiert wurden. Über die Fortschritte berichtet das Unternehmen
jährlich in seinem ESG-Bericht. Im Jahr 2025 erzielte das Unternehmen einen
Umsatz von über einer Milliarde Euro.

Über FIGIEFA

FIGIEFA ist der internationale Verband der freien Kfz-Teilegroßhändler. Seine
Mitglieder vertreten freie Großhändler von Kfz-Ersatzteilen und -Komponenten
sowie daran angeschlossene Werkstattkonzepte. FIGIEFA vereint 19
Branchenverbände aus 18 Ländern und 5 internationale Handelsgruppierungen. Ziel
von FIGIEFA ist es, sicherzustellen, dass die Rechtsvorschriften der
Europäischen Union und der Vereinten Nationen, die den Kfz-Ersatzteilmarkt
betreffen, einen freien und wirksamen Wettbewerb auf dem Markt für
Fahrzeugersatzteile, Wartung und Reparatur gewährleisten.

Pressekontakt:

Julia Frank
Corporate Communications & PR
Tel.: +49 160 744 3507
E-Mail: mailto:julia.frank@rolandberger.com
http://www.rolandberger.com

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