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ARK Invest: Was steckt hinter den innovativen aktiv gemanagten ETFs von Gründerin Cathie Wood? Was können wir Privatanleger davon lernen?

Strategien Michael Seibold 1.062 Leser

Liebe Leser,

die Welt verändert sich rasant, Innovation verursacht Störungen, Veränderung im Gleichgewicht eines dynamischen Wirtschaftssystems, das Innovationstempo steigt exponentiell. ARK definiert “disruptive Innovation“ als eine Art neue Dienstleistung, Einführung eines technologisch aktivierten neuen Produkts, das die Funktionsweise der Welt auf den Kopf stellt.

ARK Investment Management gehört mit zu den einflussreichsten Fondsgesellschaften. Gründerin Cathie Wood hat nach 40 Jahren Erfahrung bei verschiedenen Finanzriesen eine eigene Investmentfirma im Jahr 2014 mit ARK Invest (Active Research Knowledge) aufgebaut, indem sie die Idee von aktiv verwalteten börsengehandelten Fonds mit niedrigen Gebühren 0,75 Prozent p.a. verbindet. Mit ihrem größten ARK-Fonds (ARKK) hatte sie seit 2014 eine jährliche Durchschnittrendite von knapp 34 Prozent erzielt.

 

Quelle: ark-funds.com

Bestandteile des ARK Innovation ETF sind Unternehmen, die technologische Fortschritte sowie neue Produkte im Bereich der Genomischen und Industriellen Revolution (Energie, Automatisierung und Fertigung) hervorbringen. Außerdem geht es um Technologien im Bereich Fintech-Innovation, Internet der nächsten Generation sowie Infrastruktur.

Vor allem Cathie Woods neue Kursprognosen zur Tesla-Aktie auf bis zu 4.000 USD bis 2025 stoßen auf kontroverse Diskussionen. Mit rund 2,7 Mrd. Dollar ist sie mit ihrem Ark-ETF an Tesla beteiligt (größte Position mit über 10 Prozent Anteil). Wood begeistert mit ihrer Anlagestrategie vor allem junge Tech-affine-Anleger, weshalb sie Beinamen wie "Mamma Cathie" oder die "Jeanne d'Arc der Tech-Aktien" trägt. Mit ihren Top 10 Positionen wird nochmals klar, auf welchen Anlagetrend sie setzt. Dies führt natürlich zweifelsohne zu starken Schwankungen, vor allem weil Woods vier größte Positionen Tesla, Square, Teladoc Health und Roku ca. 30 Prozent ihres ETFs ausmachen.

 

Quelle: ark-funds.com

Die US-amerikanische Investmentgesellschaft mit Hauptsitz in New York City verwaltet rund 50 Mrd. Dollar, darunter sind aktuell acht aktiv verwaltete Fonds in ETF Format, wobei der aktuelle ARK Space Exploration & Innovation ETF erst Ende März aufgelegt wurde. Der Unterschied zu anderen Investmentgesellschaften liegt in der Auswahl des Teams.

Cathie Wood setzt nicht nur auf Fondsmanager, sondern viel mehr auch auf Wissenschaftlern und fachkundigen Experten. Damit möchte sie relativ früh auf Unternehmen im Bereich der Zukunftstechnologien wie Blockchain, Robotik, DANN-Sequenzierung, KI, E-Autos, Autonome Fahrzeuge, Fin-Tech, 3D-Druck und viele mehr aufmerksam werden. Sie möchte mit ihrem Ansatz die Forschung öffnen, indem sie auch viele Analysen kostenlos öffentlich bereitstellt. Ihr Ziel ist es zu einem Unternehmen der „Sharing Economy“ im Bereich Asset Management zu werden.

Dazu beschreibt Gründerin, CEO und CIO von Ark Invest Cathie Wood ihre Mission folgendermaßen:


„Es geht uns nur darum, das nächste große Ding zu finden. Bei den rückwärts gerichteten Benchmarks geht es nicht um die Zukunft. Sie handeln davon, was funktioniert hat. Bei uns dreht sich alles darum, was funktionieren wird.“


Wie kann man sich nun die Kombination aktives Management mit ETFs vorstellen? ETFs bedeutet “börsengehandelte Fonds“. Die meisten Indexfonds werden an der Börse gehandelt, so aber längst nicht alle aktiv gemanagten Fonds. Ark bietet somit keinen Indexfonds, sondern einen aktiv gemanagten börsengehandelten Fonds. Die Kostenquote ist zwar mit 0,75 Prozent p.a. teurer als z.B. ein klassischer ETF auf den MSCI World, aber für einen aktiv gemanagten Fonds relativ günstig.

Ark zählt aktuell acht unterschiedliche Fonds, wobei der bekannteste und mit einem Volumen von 22 Mrd. Dollar auch der größte Fonds der ARK Innovation ETF ist.



1. ARK Innovation ETF (ARKK)

2. Next Generation Internet ETF (ARKW)

3. Fintech Innovation ETF (ARKF)

4. The 3D Printing ETF (PRNT)

5. Autonomous Technology & Robotics ETF (ARKQ)

6. Genomic Revolution ETF (ARKG)

7. Israel Innovative Technology ETF (IZRL)

8. Space ETF (seit 30.03.2021)

In einem ihrer letzten Interviews hat Cathie Wood spannende Worte von sich gegeben.

Da Investoren heute noch nicht das exponentielle Wachstum einiger disruptiver Innovationen richtig verstehen würden, erwartet sie für die ARK ETFs Renditen über die nächsten 5 Jahre von mehr als 20 Prozent p.a. Im Bereich der Genomik sieht sie die größten Chancen.

Die FAANG-Aktien (Facebook, Amazon, Apple, Netflix und Google) sowie auch Microsoft verwendet sie als Art Sicherheitsanker, in die sie Geld umschichtet, wenn sich die Bewertungen weiter ausweiten. Was bei dem ARK Innovation ETF so stark auffällt, dass er eine hohe Standardabweichung im Vergleich zum S&P 500 hat, was so viel bedeutet, dass die Korrelation gering ist.

Ark ist davon überzeugt, dass ein wirklich aktives Management langfristige Investitionsmöglichkeiten nutzen kann, die sich aus sektorübergreifenden Innovationen ergeben. Die Active ETFs von Ark wurden entwickelt, um langfristige Aufwertung und Alpha unkorreliert mit traditionellen Indizes oder Managern zu erzielen. Man möchte Exposition gegenüber aggressivem Wachstum mit einem Fonds und nicht durch einzelne Aktien erschaffen und traditionelle breit angelegte indexbasierte Wert- oder Wachstumsstrategien ergänzen.

Mit ihrem Research Team führen sie entweder nach dem Top-Down oder Bottom-Up-Ansatz folgenden Scoring-Prozess durch:

 

Quelle: Research Ark Invest Investment Prozess

In Deutschland sind die Ark ETFs in der Regel nicht investierbar, auch wenn manche Broker diese vorübergehend Im Angebot haben. Aktuell erfüllen diese nur die US-amerikanischen Richtlinien, nicht aber die Europäischen.

Fazit

Cathie Wood hat einige Dinge in letzter Zeit richtig gemacht, das zeigt auch ihre außergewöhnliche Performance mit ihrem ARK Innovation ETF in 2020 von 152,5 Prozent. Es ist natürlich nicht das erste Mal, dass bestimme Fonds gehypt werden und Top Fondsmanager auch mit wachsender Fondsgröße zu Underperformance neigen.

Die Bewertungsniveaus vieler Unternehmen im Fonds sind teilweise auf sehr hohem Niveau, dementsprechend hoch ist auch das Risiko. Ark setzt auf Zukunftstechnologien und kann durch eine eigene Forschungsabteilung Unternehmen im Bereich Gen-Sequenzierung oder Krebstherapien sehr gut beurteilen, was als Privatanleger sehr schwierig ist. Herkömmliche Bewertungsmethoden führen in solchen Branchen nur wenig zum Ziel, da die Annahmen ohne Fachkenntnisse kaum richtig einzuschätzen sind.

Ark bietet durch seine kostenlosen Analysen interessante Einblicke, wie die Welt in Zukunft aussehen könnte. Für die eigene Aktienauswahl halte ich diese sehr inspirierend, jedoch sollte man nicht blind alles einfach kopieren.

Liebe Anleger,

ich wünsche Ihnen noch viele erfolgreiche Investments!

Bis zur nächsten spannenden Story,

Michael Seibold

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Bildherkunft: https://unsplash.com/photos/R1PUDOAhb5Q