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Bullenmarkt voraus. Warum Künstliche Intelligenz ab 2024 das Wirtschaftswachstum beflügeln wird!

Kommentare Simon Betschinger 1.691 Leser

Liebe Leser, 

als General Purpose Technology (GPT) werden Basistechnologien bezeichnet, die in nahezu allen Sektoren eingesetzt werden und so in der Wirtschaft zu ganz erheblichen Veränderungen führen. Der Begriff wurde 1995 von Bresnahan und Trajtenberg in der wegweisenden Arbeit „General Purpose Technologies: Engines of Growth“ eingeführt und genau definiert.  

Bresnahan und Trajtenberg heben drei Leistungsmerkmale von GPTs hervor:  

  1. Breite Durchdringung („Pervasiveness“): Die GPT sollte in den meisten Industriesektoren Verwendung finden.
  2. Technologische Dynamik („Technological Dynamism”): Die GPT sollte im Zeitverlauf stetig verbesserbar sein und die Produktionskosten der Unternehmen, die sie anwenden, kontinuierlich senken.
  3. Begünstigung induzierter Innovationen („Innovational Complementarities“): Die GPT sollte die Entwicklung einer Vielzahl neuer Innovationen begünstigen. GPTs übernehmen damit eine Art „Türöffner-Funktion“, die weitere technologische Entwicklungen induziert. Beispiel: Die Erfindung des Mikrochips hat die Entwicklung von Software und das Aufkommen des Internets erst möglich gemacht.

Das Internet war eine General Purpose Technology, genauso wie die Erfindung des iPhones. Das iPhone hat nicht nur Apple zur einer 2-Bio.-Dollar-Company gemacht, sondern hat auch hunderttausenden von Entwicklern ermöglicht, auf der Plattform aufzusetzen und Geld mit selbst entwickelten Apps zu verdienen. Zeiten, in denen GPTs die Wirtschaftswelt durchdringen, sind durch hohe Produktivitätssteigerungen und Kursgewinne an den Aktienmärkten charakterisiert. Man denke an die gewaltige Hausse von 1980 bis 2000 als Computertechnologie und Internet ihren Siegeszug antraten.  

Der letztes Jahr von OpenAI erzielte Durchbruch bei künstlicher Intelligenz mit Applikationen wie DALL·E 2 und ChatGPT wird das Produktivitätswachstum in den kommenden Jahren ebenfalls stark beflügeln. Untenstehend habe ich einige Anwendungsbereiche für die Technologie aufgelistet. Man muss berücksichtigen, dass OpenAI die ChatGPT-Technologie nahezu monatlich weiter verbessern wird. Was derzeit online getestet werden kann, ist nur ein kleiner Vorgeschmack auf die zukünftigen Möglichkeiten. 

  1. Das Berichtswesen in Firmen, das aufgrund von Regulatorik aufgebläht ist, kann automatisiert werden. Die Controlling-Abteilungen von Konzernen werden endlich wieder entlastet.  
  2. Die Kundensupport von Firmen oder auch die klassische Rezeptionstätigkeit kann nun sehr schnell an die nächste Generation der Chatbots übergeben werden. ChatGPT stellt alle Chatbot-Systeme in den Schatten, die es zuvor gab. 
  3. Das Schreiben von Artikeln, Dokumenten, SEO-Texten etc. und das Erstellen von Präsentationen kann mit Unterstützung von ChatGPT, welches Teilaufgaben und Recherchen übernimmt, enorm beschleunigt werden. Ich schätze hier, dass die Mitarbeiterproduktivität um den Faktor 2 ansteigen wird. 
  4. Es ist absehbar, dass ChatGPT schon bald juristische Gutachten erstellen kann. Richter und Anwälte können kontrollieren und bewerten und sparen insgesamt sehr viel Zeit. 
  5. ChatGPT überraschte uns vor allem damit, dass es die Aufgaben versteht, die wir von ihm einfordern. Zum Beispiel Excel-Funktionen programmieren. Diese Fähigkeit wird Behörden bei der Digitalisierung helfen. Zukünftig können Behördenformulare mit Hilfe von KI ausgefüllt werden.  
  6. Ärzte klagen in Krankenhäusern darüber, dass das Berichtswesen fast die Hälfte ihrer Zeit beansprucht. Mit Hilfe der ChatGPT-Technologie können die Patientenberichte enorm beschleunigt werden. Der Arzt diktiert und die KI übernimmt die Formalisierung.  
  7. ChatGPT erhöht auch die Produktivität von Entwicklern, indem es Codefehler erkennt, Debugging-Aufwand reduziert und sogar Codefragmente selbstständig erstellen kann. 
  8. Die Tätigkeit von Übersetzern und Lektoren kann von ChatGPT übernommen werden. Der Lektor des aktien-Magazins muss an dieser Stelle keine Sorgen haben. Er kann sich zukünftig sogar noch wertvoller einbringen und mit den Redakteuren an stilistischen Elementen arbeiten.  

Wir stehen vor einer spannenden Zeit der Automatisierung, die uns Menschen enorme Produktivitäts- und Wohlstandsgewinne bringen wird. Die Aktienmärkte werden das honorieren. Die Tiefs von 2022 dürften halten und in diesem Jahr wird die Grundlage für eine starke Hausse gelegt.  

Viele Grüße 

Simon Betschinger 

Dies ist das Editorial des neuen aktien Magazins mit dem Thema "Die 100 besten Burggrabenaktien"

Im aktien Magazin Nr. 01 / 2023 (266 Seiten) haben wir uns softwaregestützt auf die Suche nach Burggrabenaktien gemacht. In den Hauptartikeln stellen wir 7 Aktien ausführlich vor. Unser Screening präsentiert zudem die 100 besten Burggrabenaktien aus USA und Europa. Unser Vorbild bei der Modellierung des Aktienscreenings war die Anlagephilosophie der Investorenlegende. Bei der Aktienauswahl ist Warren Buffett auf der Suche nach Unternehmen, die über ein stabiles und sicheres Geschäftsmodell verfügen. Im Optimalfall heben sie sich durch signifikante Wettbewerbsvorteile von der Konkurrenz ab. Buffett bezeichnet Aktien, auf die dies zutrifft, als "Burggrabenaktien".

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