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Chartanalyse Intel: Gulliver ist aufgewacht - der Chip-Riese investiert 20 Milliarden USD in die Chip-Produktion!

Artikel, Chartanalysen Wolfgang Zussner 866 Leser

Hallo Trader und Investoren, 

heute möchte ich euch ein Update zur Aktie von Intel geben. Der Chip-Gigant ist mit über 262 Mrd. USD an der Börse bewertet.

Über den Chip-Konzern Intel hatte ich hier auf aktien-mag, zuletzt am 14.11. letzten Jahres berichtet.

Mitte Januar gab Intel den Rücktritt des glücklosen CEO Bob Swan bekannt. Die Anleger honorierten den Kurswechsel mit einem regelrechten Kaufrausch. Die geprügelte Aktie stieg seitdem in der Spitze um rund 30%. Der Markt traut es dem neuen CEO Pat Gelsinger zu, die aktuellen Probleme des Chip-Riesen in den Griff zu bekommen. 

Schatten aber auch Licht

Der neue Intel Chef Pat Gelsinger, der seit Februar im Amt ist, will neue Fabriken in den USA und der EU bauen, um als Auftragsfertiger Geschäfte zu machen. Intel will dazu 20 Milliarden USD in die Chip-Produktion investieren. Das sich Intel in der Krise befindet, daraus macht Gelsinger kein Geheimnis. Die Veranstaltung, auf welcher der neue Intel-Chef seine Strategie präsentierte, wurde „Intel Unleashed“ (Intel entfesselt) getauft. 

Quelle: https://www.theguardian.com/books/2013/oct/06/100-novels-swift-gullivers-travels-mccrum

Damit wurde ein Bild gezeichnet, in dem der weltgrößte Chipkonzern, wie Gulliver gefesselt am Boden liegt. Nun will sich der Chip-Riese aber losreißen. 20 Milliarden USD sollen dazu allein in zwei neue Chipfabriken in Arizona fließen, die ab 2024 Halbleiter produzieren sollen. Weitere Werke würden auch in der EU entstehen, wo Intel bislang in Irland produziert. 

Die EU muss im Halbleiter-Bereich aufholen und hat starke Vorschläge für den Ausbau der heimischen Halbleiterindustrie vorgelegt. Dies könnte Intel in die Karten spielen. Wo genau die neuen Fabriken gebaut werden, will Intel im kommenden Jahr verkünden. Intel hat bereits seit 2019 7 Milliarden USD in Europa investiert.

Steigende Chipnachfrage

In den neuen Werken sollen nicht nur Intels eigene Chips hergestellt werden, sondern auch die von Kunden. Jede Industrie braucht zukünftig mehr Chipkapazitäten. Hier kommt die eigene Sparte für Auftragsfertigung ins Spiel. Dazu sollen seperate Produktionsstätten errichtet werden und ein eigener Chef zum Einsatz kommen, der direkt an Gelsinger berichtet.

Gelsinger zufolge wird das Geschäft der Auftragsfertiger, der sogenannten Foundries, bis 2025 auf mindestens 100 Milliarden USD wachsen. Von der Autobranche bis zu den Herstellern von Unterhaltungselektronik, jeder benötigt zukünftig mehr Chips. Als Beispiel nannte Gelsinger das US-Militär als Kunden, welches eine vertrauenswürdige Halbleiterversorgung im eigenen Land benötigt.

Intel hat schon in der Vergangenheit für andere Hersteller produziert. Allerdings hat man diesem Geschäft bislang keine große Aufmerksamkeit geschenkt. Der Konkurrent AMD hat seine Fabriken schon vor Jahren verkauft. Konkurrenten wie Nvidia oder Qualcomm haben ihre Fertigung von vornherein an Foundries vergeben, etwa TSMC in Taiwan. Intel ist der letzte große „Integrated Device Manufacturer“ (IDM), bei dem Design und Produktion von Chips eng verbunden sind.

Was lange eine Stärke von Intels Stärke war, wandelte sich in den vergangenen Jahren aber zum Problem. Die Umstellung der Werke auf die modernsten Fertigungstechniken verzögerte sich um Jahre, während TSMC neue Verfahren rasch umsetzte. 

Obwohl der Konzern noch hochprofitabel arbeitet, leidet Intels Geschäft unter den Fertigungsproblemen. Apple bestückt mittlerweile seine Mac-Laptops seit vergangenem Jahr mit dem selbst entwickelten Prozessor M1, welcher von TSMC produziert wird. Die Chips bekommen bessere Kritiken als Intel-Prozessoren.

Das Apples Prozessor so gute Kritiken bekommt, davon zeigte sich Gelsinger nicht begeistert und stellte bei seinem ersten internen Auftritt Mitte Januar klar, dass der Chipkonzern bessere Prozessoren „als ein Lifestyle-Unternehmen“ entwickeln muss.

Intel stemmt sich gegen Asien

Bislang werden 80% aller Halbleiter in Asien produziert. In den USA nur 15% und in Europa 5%. Intel ist einer der wenigen Chipkonzerne, die noch selbst und in Werken in den USA und Europa fertigen. Wenn es die richtigen finanziellen Anreize gibt, ist Intel bereit, sich gegen dieses „Ungleichgewicht in der globalen Lieferkette“ zu stemmen.

Für das Gesamtjahr prognostizierte Intel einen Umsatz von 72 Milliarden USD und einen bereinigten Gewinn je Aktie von 4,55 USD. Analysten rechneten zuvor mit Erlösen von 72,9 Milliarden USD und einem bereinigten Ergebnis je Anteilsschein von 4,77 USD.

Aktien Qualitäts-Check

Im Qualitäts-Check auf aktie.traderfox.com  erhält Intel 15 von 15 möglichen Punkten.

Der Chip-Spezialist weist ein durchschnittliches Umsatzwachstum von 7,06% in den letzten 5 Jahren, sowie ein EPS-Wachstum von 15,62% aus. Die Aktie legte im Durchschnitt der letzten 10 Jahre um 12,48% jährlich zu.

Im Dividenden-Check bekommt Intel 14 von 15 Punkten.

Ich werfe auch immer gerne zusätzlich einen Blick auf Saisonale Muster. Hier ist der April im historischen Vergleich für Intel ein gutes Monat.

Fazit

Es ist positiv, dass der Chip-Konzern seine Produktionsprobleme der jüngsten Zeit nun in den Griff bekommen dürfte. Die Profitabilität wird aber wegen der angekündigten hohen Investitionen erst einmal unter Druck geraten.

Wenn es Gelsinger schafft, Intel fit für die Zukunft zu machen, ohne die Anleger mit riesigen Ausgaben für neue Werke zu verschrecken, könnte der Chip-Gigant an der Halbleiterspitze weiter eine gewichtige Rolle spielen.

Gelsinger ist nicht nur gekommen, um den Konzern zu sanieren und die bestehenden Probleme zu lösen. Der Visionär will Intel neu ausrichten und zur alten Stärke zurückführen.

Sehen wir uns nun den Tageschart von Intel (INTC) an:

Die Aktie hat volatile Zeiten hinter sich. Auf Down-Gap`s im letzten Jahr folgte heuer ein Gap-Up und die Intel Aktie lief in Folge über der 50-Tagelinie nach oben. Bei rund 62 bis 65 USD, hat sich ein breiter Widerstandsbereich etabliert. Wenn die Aktie diesen überwinden kann, möchte ich sofort informiert werden. Dazu habe ich mir bei rund 66 USD einen Alarm direkt in den Chart gelegt.

Das TraderFox System informiert mich zuverlässig in Echtzeit per Push Notifications am Handy oder per E-Mail, sollte die Alarmlinie durchbrochen werden.

Liebe Trader und Investoren, ich wünsche euch noch viele erfolgreiche Trades und Investments, sowie einen erholsamen Ostermontag.

Bis zur nächsten spannenden Story,

Wolfgang Zussner

Verwendete Tools:

TraderFox Trading-Desk: https://www.traderfox.com

Aktien-Terminal: https://aktie.traderfox.com

Aktien-Vergleich: https://viz.traderfox.com/aktien-vergleiche

Tipp: Registriert euch kostenlos auf https://www.traderfox.de für das TraderFox Trading-Desk, um Kursalarme im Chart einzurichten und diese dann per Email oder per Push-Notification zu erhalten.

Haftungsausschluss:

Dieser Text/Video dient ausschließlich Informationszwecken. Die Informationen stellen keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf irgend eines Wertpapieres dar. Der Kauf von Aktien ist mit hohen Risiken behaftet. Ihre Investitionsentscheidungen dürfen Sie nur nach eigener Recherche und nicht basierend auf unseren Informationsangeboten treffen. Wir übernehmen keine Verantwortung für jegliche Konsequenzen und Verluste, die durch Verwendung unserer Informationen entstehen.

Hinweis nach WPHG §34b zur Aufklärung über mögliche Interessenskonflikte:

Der Autor handelt regelmäßig mit den erwähnten Wertpapieren und besitzt eventuell Positionen in den genannten Wertpapieren.