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Darf es ein bisschen mehr Value- oder Qualitätsaktie sein?

Artikel, Kommentare Tim Schäfer 828 Leser

Liebe Leser,

Kanzlerkandidat Olaf Scholz hat gute Chancen, der nächste Kanzler zu werden. Der Sozialdemokrat muss sich jetzt mit den Grünen und der FDP einigen, um eine Ampel-Koalition zu bilden. Sein Gegenkandidat Armin Laschet ist nach dem schlechten Abschneiden von CDU und CSU angeschlagen. Trotzdem kann der Christdemokrat eine Jamaika-Koalition schmieden und Kanzler werden. Wir werden sehen, es bereitet mir kein Kopfzerbrechen.

In China macht der wankende Immobilienkonzern Evergrande Sorgen. Börsianer rund um den Globus sind nervös. Die Kurse wackeln. Value-Anleger können nach einer langen Durststrecke wieder auf ihre Kosten kommen. Lange Zeit liefen nur die FAANG-Aktien. Ein Blick auf niedrig bewertete Unternehmen zu werfen, die gute Dividenden zahlen, dürfte kein Fehler sein, meinen immer mehr Analysten. Ich finde Lebensmittelhersteller, Versorger, Banken, Versicherungen, REITs, Arzneimittelhersteller, die günstig sind.

Die Ölbranche erholt sich wieder vom Einbruch auf dem Höhepunkt der Pandemie. Trotz der besseren Stimmung wird Exxon Mobil mit nur dem 11-fachen Gewinn, der im Jahr 2022 erwartet wird, gehandelt, die Dividende ist mit 6 % knackig. Chevron rentiert mit 5,3 %, das KGV beläuft sich auf 14. Ich besitze beide Öl-Dinos. Ebenfalls besitze ich den Ketchup-Hersteller Kraft-Heinz, der zahlt 4,3 % Dividende, das KGV beträgt nur 14. Der New Yorker Versorger Consolidated Edison lockt mit 4,3 % Dividende und einem niedrigen KGV. Nachdem der Kurs des Dividendenaristokraten ordentlich Federn gelassen hat, sieht der Chart des Anbieters von Strom, Gas, Fernwärme depressiv aus. Die Pandemie hat tiefe Spuren hinterlassen, die Ertragsschwäche kann noch eine Zeitlang andauern, warnen hier allerdings Analysten.

Value-Anleger suchen nach Aktien, die weniger kosten, als sie tatsächlich wert sind. Aber das ist einfacher gesagt als getan. Es besteht die Gefahr, dass vermeintlich attraktive Value-Aktien tiefer sinken, man spricht von „Value-Trap“ oder Value-Falle. Mitunter aus diesem Grund legen wir beim „aktien“ großen Wert auf wachstumsstarke Qualitätsaktien. Wir sind bereit, ein höheres KGV zu bezahlen, wissen dann aber, dass das Unternehmen gut aufgestellt ist.

Eines ist sicher: Bislang erholten sich die Börsen nach jedem Schock. Größere Krisen sind deshalb eine Chance: Corona, Finanzkrise … Deshalb sollten Anleger stets optimistisch bleiben und nicht die Nerven verlieren.

Investieren Sie, wenn es schlimm aussieht. Als die Börse wegen Corona crashte, kaufte ich Kreuzfahrtschiffe, Airlines und Hotels: Carnival, Southwest Airlines, United Airlines, MGM Resorts. Es waren zwei Sektoren, die von der Pandemie heimgesucht worden sind. Die Aktien haben sich seither beeindruckend erholt.

Thema aktien Magazin Nr. 18 / 2021


Aktien, die seit Jahren kontinuierlich und ohne große Rücksetzer nach oben laufen, nennen wir Dauerläufer. Sie zeichnen sich durch ein stabiles Kurswachstum sowie eine Jahresperformance von mindestens 12 % in den letzten 10 Jahren aus. In der Regel handelt es sich um hervorragende Qualitätsaktien, denn eine dauerhafte Outperformance gelingt nur den wenigsten Unternehmen. In dieser Ausgabe stellen wir 4 ausgewählte Aktien mit Dauerläufer-Qualitäten vor, deren Geschäftsmodelle wir für stabil und gut gerüstet für die Zukunft erachten. Anleger, die in Dauerläufer-Aktien investieren, setzen auf Kontinuität und darauf, dass wirtschaftlicher Erfolg meist keine Eintagsfliege ist, sondern das Ergebnis von hart erarbeiteten Wettbewerbsvorteilen, die auch weiterhin Bestand haben werden.

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Bildherkunft: TraderFox