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Der Aktienscreener: Diese starke Bankaktie ist für Trader und Investoren gleichermaßen interessant!

Artikel, Aktien-Screener Andreas Haslinger 2.529 Leser

Hallo Investoren, Hallo Trader

Bevor wir uns heute eine kleine Bank aus den USA näher ansehen, könnt ihr euch sogleich entscheiden, ob ihr den Artikel lieber lesen oder ob ihr ihn euch lieber auf You-Tube ansehen wollt.

„Das ganze Geheimnis des Börsenerfolgs besteht darin, so wenig wie möglich zu verlieren, wenn man falsch liegt.“ Das ist ein Zitat von William O´Neil und beschreibt einen wesentlichen Gedanken, den es beim Handel von Wachstumswerten immer zu beachten gilt, nämlich Ausstiegspunkte parat zu haben, wenn sich eine Aktie nicht in die richtige Richtung bewegt. Wenn Wachstumswerte zu fallen beginnen, sollten wir schnell unsere Verluste begrenzen, denn Verluste laufen zu lassen ist mit der schlimmste Fehler, den wir als Trader begehen können. 

William O`Neil interessiert sich nicht für Aktien die nach unten streben, sondern nur für solche, die nach oben wollen. So hat er die gemeinsamen Eigenschaften der Top-Kursgewinner-Aktien untersucht und ein Regelwerk entwickelt, um solche Aktien aufzuspüren. Dabei verwendet er einen siebenstufigen Auswahlprozess mit der Bezeichnung „CAN SLIM“. Am Ende des Artikels findet ihr einen Link, der auf unser Magazin verweist. Dort beschreiben wir detailliert William O`Neil´s Vorgehensweise. 

Unsere Interpretation von William O´Neil´s Strategie haben wir als Template in unserem Tool „AKTIEN-RANKINGS“ hinterlegt, um chancenreiche Aktien zu identifizieren.

Und so gehe ich dabei vor! 

Im ersten Schritt melde ich mich bei www.traderfox.de an. Dann klicke ich auf das Tool AKTIEN-RANKINGS, gehe auf den Reiter „Templates“ und wähle „Wachstumswerte nach William O´Neil“ aus. Nun muss ich nur noch das Template laden und schon werden mir die voreingestellten Kriterien angezeigt. Wenn ich jetzt auf „scannen“ gehe, werden mir die entsprechenden Aktien angezeigt, wobei ich diese nach dem Abstand zum Jahreshoch ranke. Auf den vordersten Plätzen befindet sich die Investmentbank Houlihan Lokey. 

Houlihan Lokey ist, zumindest wenn wir uns die Bewertung ansehen, nicht unbedingt ein klassisches Wachstumsunternehmen. Nicht umsonst taucht es aktuell auch in anderen Screenern von TraderFox, wie dem High Quality Screener, auf und befindet sich auch dort auf den vordersten Plätzen, wobei es im Qualitäts-Check 15 von 15 möglichen Punkten bekommt.

Bei Houlihan Lokey (HLI) handelt es sich um eine weltweit tätige Investmentbank, die ihre Geschäfte vor allem in den USA, in Europa, in Asien und Australien betreibt. Den Schwerpunkt stellt die Beratung großer und mittelständischer Unternehmen, Privatunternehmen, Institutionen und Regierungen dar, wobei das große Geld in den letzten Jahren vor allem mit Fusionen und Übernahmen gemacht wurde. Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Los Angeles. Es wurde 1972 gegründet, ist aber erst seit 2015 an der Börse gelistet. Houlihan Lokey ist dem Finanzsektor und der Branche „Capital Markets“ zuzuordnen. Die Marktkapitalisierung beträgt aktuell 6,2 Mrd. USD. Damit zählt das Unternehmen zu den Mid-Caps.

 

Geschäftsmodell und Segmente

Um in ein Unternehmen zu investieren, ist es immer wichtig, das Geschäftsmodell des Unternehmens zu verstehen. Bei Houlihan Lokey ist dies im Grunde nicht schwer. Die Bank ist mit mehr als 1.400 Experten im Beratungsgeschäft im Einsatz. Dabei kann das Unternehmen mit einer guten Produktdiversifikation aufwarten, wobei drei Geschäftsbereiche bedient werden. Der Bereich Corporate Finance fällt mit 55 % am Größten ins Gewicht. Hierunter fällt die Kapitalmarktberatung, sowie die Beratung bei Fusionen und Übernahmen. Die Erfahrung im Bereich Übernahmen hat der Gesellschaft auch branchenweit Anerkennung eingebracht. Im Jahr 2020 wurde Houlihan Lokey von Refinitiv erneut zur Nr. 1 unter den M&A-Beratern für alle Transaktionen in den USA ernannt. Dabei hat keine Bank im letzten Jahr mehr Transaktionen begleitet. Rivalen wie Goldman Sachs und Morgan Stanley wurden überholt.

Während man im Bereich der Finanz- und Bewertungsberatung (13 % der Umsätze) in den vergangenen 40 Jahren eine der größten Finanzberatungen weltweit aufgebaut hat, verfügt man im Bereich der Finanzrestrukturierung (Umsatzanteil: 32 %) inzwischen, mit mehr als 250 Experten, über die größte spezialisierte Gruppe für Sanierungsfälle. So beriet die Bank mit Enron, General Motors und Lehman Brothers beispielsweise in drei der größten Bankrottfälle der USA. Aber auch in Deutschland hat die Gesellschaft bei Restrukturierungen kräftig mitgeholfen: Jack Wolfskin, Steinhoff und Wirecard dürften wohl die bekanntesten Fälle sein. Die Abhängigkeit von einzelnen Kunden ist minimal, da der größte Kunde kaum 2 % des Gesamtumsatzes ausmacht.

 

Wachstums-Check und Kennzahlen 

Restrukturierungen, Börsengänge und Neuemissionen boomen, und Wirtschaftsprüfer kommen mit ihrer Arbeit kaum hinterher. Kein Wunder, dass die Mitarbeiter bei Houlihan Lokey in den letzten drei Jahren um gut 50 % zunahmen. Und je mehr Berater in der Bank arbeiten, desto mehr Umsätze werden generiert. Entsprechend gut sieht das Zahlenwerk aus. Im Geschäftsjahr 2020/21 stieg der Umsatz um 32 % auf einen Rekordwert von 1,53 Mrd. USD. Das erste Quartal des neuen Geschäftsjahres war mit 373 Mio. USD ein Rekordquartal. Das EPS konnte sich mit 1,19 USD YoY glatt verdoppeln. Beim Ergebnis je Aktie im Gesamtjahr 2021/22 rechnen die Analysten im Schnitt mit 4,62 USD nach 4,42 USD im Vorjahreszeitraum. Für die beiden Folgejahre sollen dann 4,49 USD bzw. 4,88 USD herausspringen. Bleibt das Geschäftsumfeld so, wie es sich momentan darstellt, wäre es nicht verwunderlich, wenn die Prognosen geschlagen werden. 

 

Bilanziell ist die Gesellschaft prima aufgestellt. Es gibt keine Schulden. Stattdessen sitzt man auf einem Cashbestand von etwa 700 Mio. USD. Im Übrigen gibt es auch eine Dividende. Die jüngste Quartalsausschüttung betrug 0,43 USD je Aktie, was eine Erhöhung von 0,10 USD gegenüber dem bisherigen Satz darstellte. Und laut Analysten soll es mit den auf 12 Monate hochgerechneten Zahlungen für die beiden kommenden Geschäftsjahre von derzeit 1,72 USD auf 1,87 USD bzw. 2,12 USD je Anteilsschein nach oben gehen. Aktuell beträgt die Dividendenrendite 1,4 %.

Bewertungstechnisch ist die Aktie zwar, bezogen auf das KGV mit 20, fast doppelt so teuer wie bei den Konkurrenten wie Goldman Sachs oder Morgan Stanley, doch das Wachstum ist wesentlich höher und mit einer Marktkapitalisierung von 6,23 Mrd. USD besteht hier noch deutlich Luft nach oben, um das Geschäft weiter auszubauen. Zudem muss gesehen werden, dass das Unternehmen im Vergleich zur Konkurrenz eine vergleichsweise geringe Umsatz- und Ertragsvolatilität über die Konjunkturzyklen hinweg aufweist. Zu verdanken ist das wohl vor allem dem diversifizierten Geschäftsmodell und der Konzentration auf mittelständische Kunden im Corporate-Finance-Geschäft.

Wachstumsaussichten

Klar ist, dass der Börsenboom die Geschäfte der Gesellschaft stark nach vorne gebracht hat. Und dies dürfte wohl auch in nächster Zeit so bleiben. Zwar warnen Analysten insgesamt vor zu viel Euphorie am Markt, doch so lange die Zinsen niedrig bleiben, dürften die Neuemissionen und Übernahmen weiter an Fahrt aufnehmen.

Übrigens ist das Unternehmen auch selbst bei Übernahmen aktiv. Strategische Akquisitionen sind dabei eines der bedeutsamsten Mittel, um weiter zu wachsen. In den letzten fünf Jahren wurden 12 Unternehmen aufgekauft. Erst im Juli wurde die Beratungsfirma Baylor Klein übernommen, um so das Corporate Finance Geschäft in Europa weiter auszubauen. Baylor Klein hat sich auf M&A- und Corporate-Finance-Beratungsleistungen für multinationale und unabhängige Eigentümer von Schönheits- und Körperpflegeprodukten weltweit spezialisiert. Es handelt sich dabei um die sechste Akquisition, die Houlihan Lokey in den vergangenen sechs Jahren in Europa getätigt hat. Europa gilt als attraktiver Markt. Die Zahl der Banker in Europa ist inzwischen von 80 im Jahr 2014 auf mehr als 260 gestiegen, darunter 180 im Bereich Corporate Finance. 

Zu beachten ist, dass das Geschäftsmodell, trotz guter Diversifikation, zyklisch ist. Natürlich kann der Vorstand im Notfall recht einfach gegensteuern und das Personal reduzieren. Da es keine hohen Forschungskosten oder Lagerbestände gibt, sind die  Kosten variabel und steuerbar. Nichtsdestotrotz würde eine wirtschaftliche Abkühlung oder Zinserhöhungen aber auch Houlihan Lokey treffen.

Nun schaue ich mir noch die Kursentwicklung an: 

Seit dem IPO befindet sich die Aktie in einem stetigen Aufwärtstrend, der sich zuletzt sogar noch beschleunigen konnte. Ende 2015 lag der Kurs bei 18 USD. Seither konnte die Aktie ziemlich genau um 400 % zulegen. Über die letzten Jahre diente der EMA 30 immer wieder als kurzfristige Unterstützung, an dem die Aktie auch in den letzten Monaten stetig nach oben abprallte. Was mir aktuell gefällt ist die Tatsache, dass sich die Kursspanne immer mehr verengt und sich gleichzeitig dem EMA 30 annähert. Für kurzfristig eingestellte Trader bietet sich somit mit dem Ausbruch auf ein neues Hoch im Bereich von 92 USD ein sehr gutes Chance-Risiko-Verhältnis, wobei ich im Falle eines Trades das Risiko knapp unterhalb des EMA 30 begrenzen würde. Für Langfristanleger könnte es sich lohnen, eine erste kleine Tranche beim Ausbruch zu kaufen, die dann mit einem Gap-Up, oder bei einem Markteinbruch, aufgestockt wird.

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Ich wünsche euch eine schöne Restwoche.

Bis zum nächsten Mal

Andreas Haslinger

 

Verwendete Tools:

TraderFox Trading-Desk: https://www.traderfox.de

Aktien-Rankings: https://rankings.traderfox.com

Aktien-Terminal: https://aktie.traderfox.com

Eine ausführliche Anleitung zu William O´Neil´s Strategie findet ihr hier: 

https://aktien-mag.de/top-growth-stocks-nach-oneil/dieser-mann-hat-viele-trader-zu-millionaren-gemacht-wir-erklaren-die-canslim-strategie-von-william-oneil/p-848

Haftungsausschluss: Dieses Format dient ausschliesslich Informationszwecken. Die Informationen stellen keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf irgend eines Wertpapieres dar. Der Kauf von Aktien ist mit hohen Risiken behaftet. Ihre Investitionsentscheidungen dürfen Sie nur nach eigener Recherche und nicht basierend auf unseren Informationsangeboten treffen. Wir übernehmen keine Verantwortung für jegliche Konsequenzen und Verluste, die durch Verwendung unserer Informationen entstehen.

Aufklärung über mögliche Interessenkonflikte:

Wenn TraderFox-Redakteure gehebelte Trades eingehen, wählen sie in der Regel ausschließlich Produkte von TraderFox-Partner-Emittenten. Diese sind derzeit: City, Goldman Sachs, HVB, DZ Bank, Morgan Stanley und UBS.

TraderFox-Redakteure klären im Artikel über Eigenpositionen auf. Wenn ein anderer Redakteur an der Erstellung des Artikels mitgewirkt oder davon gewusst hat, wird dieser namentlich gennant und es findet ebenfalls eine Aufklärung über Eigenpositionen statt.

Eigenpositionen der besprochenen Werte:

Verantwortlicher Redakteur:  Andreas Haslinger: Keine


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