Der doppelte Hebel: Wie TTM Technologies vom Rüstungsboom und KI-Wahn profitiert.
Nach der Rally ist immer noch Luft.
Die Marktkapitalisierung von TTM Technologies (TTMI) ist mittlerweile auf über 10 Mrd. USD geklettert. Das Price-Earnings-to-Growth-Ratio (PEG) liegt bei 1,1, trotz der 400%-Performance-Rally in den letzten zwölf Monaten.
Wichtige Komponenten für Radare, Raketensteuerungen und Satellitenkommunikation
Das Unternehmen fungiert als das Nervensystem moderner Rüstungs- und Raumfahrtsysteme. Das Unternehmen ist kein Hersteller von Panzern oder Raketenhüllen, sondern produziert die hochkomplexen Leiterplatten (Printed Circuit Boards, PCBs), Hochfrequenz-Baugruppen (RF) und Mikrowellen-Subsysteme, die für Radare, Raketensteuerungen (z. B. Javelin) und Satellitenkommunikation zwingend erforderlich sind. Die strategische Rolle entwickelt sich zudem weiter: TTM bewegt sich in der Wertschöpfungskette nach oben, indem sie nicht mehr nur die nackte Platine liefern, sondern fertige, integrierte Sub- und Missionssysteme bauen. Das ist lukrativ, denn komplexe Baugruppen erzielen deutlich höhere Margen als Basis-Platinen. Im Raumfahrtsektor (Space) profitiert TTM von der Entwicklung strahlungsgehärteter Komponenten, die für Tausende neue LEO-Satelliten (Low Earth Orbit) benötigt werden.
Rund 40 % Umsatzanteil im Bereich Aerospace & Defense – Auch das Data-Center-Geschäft boomt
41 % des Umsatzes stammen aus dem Sektor Aerospace & Defense. Gleichzeitig boomt das Data-Center-Geschäft (KI). Diese beiden Treiber machen zusammen 80 % des Geschäfts aus. TTM profitiert davon, dass militärische Systeme zunehmend KI-Fähigkeiten benötigen ("Edge AI"), was den Bedarf an extrem leistungsfähigen Platinen im Verteidigungssektor antreibt. Das neue Werk in Syracuse (New York), das im zweiten Halbjahr 2026 Einnahmen generieren soll, sowie das riesige, von TDK übernommene Werk in Eau Claire (Wisconsin), werden die US-Produktionskapazitäten für strategische Kunden massiv erhöhen.

Beinahe 20%iges Umsatzwachstum
TTM lieferte ein starkes 4. Quartal ab und schlug die eigenen Prognosen. Der Umsatz konnte um 19 % zulegen. Das neue Werk in Penang (Malaysia) ist operativ noch nicht im Zielkorridor. Es belastete die Bruttomarge im 4. Quartal mit 180 Basispunkten, was schlechter war als die zuvor prognostizierten 160 Basispunkte. Das Management gelobt Besserung, dies bleibt jedoch eine operative Baustelle. Die operative Marge verbessert sich und das Management gab sehr bullische mittelfristige Wachstumsziele (Verdopplung des Gewinns bis 2027) aus. Besonders hervorgehoben wurden Buchungen für Überwachungsradare, Luftabwehrsysteme (LTAMDS) und Raketensysteme (MRAM, Javelin). Das Management betonte das Wachstum bei sogenannten "Restricted Programs" (Geheimprojekte des Militärs).

Fazit
Die ambitionierten Ziele (Gewinnverdopplung bis 2027) sind attraktiv, doch die operative Umsetzung ist kein Selbstläufer. Die Bewertung mit einem KGV26e von 33 ist noch ok, da das EPS im kommenden Jahr nochmals um 40 % zulegen soll. Die Aktie kann erneut ausbrechen und aufgegriffen werden.
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