Die profitabelsten KI-Aktien schlagen den Markt: Das sind die 6 neuen Stars in diesem Eliteclub
Künstliche Intelligenz treibt 2026 den US-Markt nahezu im Alleingang an. Jefferies identifiziert nun sechs neue „ROIC-Stars“ – Unternehmen mit hoher Kapitalrendite, robustem Gewinnwachstum und strukturellem KI-Rückenwind.
An der Wall Street wird derzeit viel über Künstliche Intelligenz gesprochen. Doch hinter der Euphorie verbirgt sich ein bemerkenswerter Unterschied: Während viele Technologie-Trends der Vergangenheit vor allem von Hoffnung, Fantasie und steigenden Bewertungen getragen wurden, basiert der aktuelle KI-Boom laut einer umfangreichen Studie von Jefferies in erster Linie auf realen Gewinnsteigerungen.
Das zeigt sich besonders eindrucksvoll im S&P 500. Laut Jefferies stammen inzwischen mehr als 80 % der bisherigen Jahresperformance 2026 direkt oder indirekt aus dem KI-Thema. Ohne KI-Werte hätte der Index im laufenden Jahr lediglich rund 2 % zugelegt.
S&P 500 – Aufschlüsselung des Performancebeitrags seit Jahresbeginn 2026

Hinweis: Alle Sektoren sind exklusive KI. Universum Stand April 2026, Quellen: Jefferies, Factset
Gleichzeitig kletterten die Gewinnschätzungen für den KI-Bereich seit Mitte 2025 um mehr als 30 %. Für den Zeitraum 2026 bis 2027 erwartet Jefferies dort ein Gewinnwachstum von rund 38,5 % pro Jahr. Außerhalb des KI-Sektors liegt das erwartete Gewinnwachstum dagegen nur bei knapp 12 %.
S&P 500 Sektoren – Erwartetes jährliches Wachstum des Gewinns je Aktie (2026–2027)

Hinweis: Die Daten wurden von der Unternehmensebene hochgerechnet und an den Streubesitz angepasst. Alle Sektoren sind exklusive KI. Quellen: Jefferies, Factset
Zwischen Hype und Realität
Gerade deshalb lohnt sich ein genauer Blick auf jene Unternehmen, die Jefferies nicht nur als KI-Profiteure einstuft, sondern zusätzlich in das eigene „ROIC-Stars“-Portfolio aufgenommen hat. Dabei geht es nicht einfach um die nächsten Momentum-Aktien oder kurzfristige Kursraketen. Die Strategen suchen gezielt nach Firmen mit hoher Kapitalrendite, stabilen Wettbewerbsvorteilen und gleichzeitig attraktiver Gewinnentwicklung.
ROIC steht für „Return on Invested Capital“, also die Rendite auf das eingesetzte Kapital. Vereinfacht gesagt zeigt die Kennzahl, wie effizient ein Unternehmen das Geld seiner Aktionäre und Gläubiger einsetzt. Hohe ROIC-Werte gelten an der Börse oft als Zeichen eines starken Geschäftsmodells mit nachhaltigen Wettbewerbsvorteilen.
Genau dort setzt die aktuelle Jefferies-Strategie an. In einer Welt, in der KI-Infrastruktur Milliarden verschlingt, gewinnen jene Unternehmen besonders an Bedeutung, die aus jedem investierten Dollar überdurchschnittlich viel Profit herausholen können.
JEFQ USA-Portfolio basierend auf Spitzenunternehmen bei der Kapitalrendite (ROIC Stars) und moderat bewerteten Wachstumsaktien (GARP) mit positivem Gewinnaufwind

Hinweis: Neue Aufnahmen sind grün markiert. Es gibt einige wenige Ausnahmen bei den Kriterien für die Aktienauswahl. Quelle: Jefferies, FactSet
Die sechs neuen Stars im Eliteclub
Besonders spannend sind daher die sechs Neuzugänge im Portfolio der sogenannten ROIC-Stars. Sie zeigen zugleich, wie breit der KI-Boom inzwischen geworden ist. Denn es geht längst nicht mehr nur um Chipentwickler wie NVIDIA oder AMD. Immer stärker profitieren inzwischen auch Unternehmen aus Infrastruktur, Netzwerktechnik, Spezialmaschinenbau oder Energieversorgung.
Zu den neuen ROIC-Stars zählt zunächst Arista Networks. Das Unternehmen baut Hochleistungs-Netzwerktechnik für Rechenzentren und Cloud-Infrastrukturen. Während viele Anleger vor allem auf KI-Chips schauen, entsteht im Hintergrund ein mindestens ebenso wichtiger Engpass: Daten müssen in gigantischen Mengen zwischen Servern, Speicher- und Recheneinheiten transportiert werden. Genau hier sitzt Arista an einer strategisch zentralen Stelle.
Je größer KI-Modelle werden, desto wichtiger werden extrem schnelle Netzwerke. Der Markt hat diese Entwicklung inzwischen erkannt. Laut Jefferies gehört der Networking-Bereich zu den attraktivsten KI-Subsegmenten mit hohem Gewinnwachstum und gleichzeitig vergleichsweise vernünftiger Bewertung.
S&P 500 KI-Unterthemen – Anpassung der Gewinnprognosen für 2026 in den letzten drei Monaten

Hinweis: Die Daten wurden von der Unternehmensebene hochgerechnet und an den Streubesitz angepasst. Quellen: Jefferies, FactSet
Ebenfalls neu im Portfolio ist Credo Technology Group. Das Unternehmen entwickelt Hochgeschwindigkeits-Verbindungslösungen für Rechenzentren. Im klassischen KI-Narrativ stehen meist Grafikprozessoren im Mittelpunkt. Doch moderne KI-Systeme benötigen zusätzlich extrem leistungsfähige Datenverbindungen zwischen einzelnen Chips und Servern. Genau dort positioniert sich Credo.
Bemerkenswert ist dabei, wie stark sich die Fundamentaldaten entwickelt haben. Laut Jefferies weist Credo ein sehr hohes erwartetes Gewinnwachstum auf und gehört zu den Gewinnern des aktuellen Investitionszyklus rund um KI-Rechenzentren.
Der dritte Neuzugang ist Onto Innovation. Das Unternehmen liefert Spezialmesstechnik und Prozesslösungen für die Halbleiterindustrie. Der Name ist außerhalb professioneller Anlegerkreise vergleichsweise wenig bekannt, doch genau solche Firmen werden in KI-Zyklen häufig besonders interessant. Denn ohne hochpräzise Prüf- und Kontrollsysteme lassen sich moderne Hochleistungschips kaum effizient produzieren.
Je komplexer Halbleiter werden, desto wichtiger werden Qualitätssicherung, Prozesskontrolle und Fehleranalyse. Die KI-Welle erzeugt damit nicht nur Nachfrage nach Chips selbst, sondern auch nach der gesamten dahinterstehenden Fertigungsinfrastruktur.
Ein weiterer Neuzugang ist Sterling Infrastructure. Das Unternehmen steht exemplarisch dafür, wie weit sich der KI-Boom inzwischen in die klassische Wirtschaft hineinfrisst. Sterling profitiert vom massiven Ausbau von Rechenzentren, Stromversorgung und Infrastrukturprojekten.
Viele Anleger unterschätzen bislang, wie kapitalintensiv der Aufbau der KI-Welt tatsächlich ist. Riesige Datenzentren benötigen Stromanschlüsse, Kühlsysteme, Leitungen, Baukapazitäten und physische Infrastruktur. Genau dort entstehen derzeit neue Wachstumsfelder.
US-KI-Unterthemen im weiteren Sinne – Wertentwicklung seit Jahresbeginn 2026

Quellen: Jefferies, FactSet
Interessant ist zudem, dass Jefferies nicht ausschließlich auf reine KI-Highflyer setzt. Mit Howmet Aerospace und Ross Stores finden sich auch zwei Unternehmen im erweiterten Portfolio, die auf den ersten Blick wenig mit Künstlicher Intelligenz zu tun haben.
Gerade das macht die Strategie bemerkenswert. Die Analysten versuchen offensichtlich nicht, blind jedem KI-Trend hinterherzulaufen. Stattdessen kombinieren sie strukturelles Wachstum mit hoher Kapitalrendite und robuster operativer Qualität.
Wie stark sich der Fokus inzwischen auf profitable KI-Geschäftsmodelle verschoben hat, zeigt auch ein weiterer Befund der Studie: Der KI-Sektor ist trotz der massiven Kursgewinne laut Jefferies weiterhin günstiger bewertet als viele klassische Marktbereiche – zumindest gemessen am sogenannten PEG-Verhältnis, also dem Verhältnis von Bewertung zu erwartetem Gewinnwachstum.
S&P 500 Sektoren – Kurs-Gewinn-Wachstums-Verhältnis (Price/Earnings-to-Growth ratio - PEG-Quote)

Quellen: Jefferies, FactSet
Das KI-Basket weist hier laut Jefferies sogar das niedrigste PEG-Verhältnis aller großen Marktsegmente auf.
Warum der Markt plötzlich selektiver wird
Die Studie liefert noch eine zweite wichtige Erkenntnis. Zwar meldeten im ersten Quartal 2026 rekordhohe 86 % der Unternehmen positive Gewinnüberraschungen. Doch die Börse belohnte gute Zahlen längst nicht mehr automatisch. Außerhalb des KI-Bereichs reagierten viele Aktien trotz ordentlicher Ergebnisse nur verhalten.
Der Markt wird damit deutlich selektiver. Anleger zahlen hohe Bewertungen nur noch dort, wo Gewinnwachstum tatsächlich sichtbar bleibt. Genau deshalb rücken Unternehmen mit hoher Kapitalrendite und strukturellem Wachstum stärker in den Fokus institutioneller Investoren.
Oder anders gesagt: Die Zeit des „einfach alles kaufen“ scheint vorbei zu sein. Stattdessen beginnt nun jene Marktphase, in der Qualität, Margenstärke und Kapitaldisziplin wieder wichtiger werden.
Gewinner der KI-Entwicklung vs. Risikogruppe – Wertentwicklung seit Erscheinen des Jefferies-Berichts vom 27. Februar 2026

Hinweis: Basierend auf den Aktienauswahlen aus dem Bericht „AI Beneficiaries vs Risk Baskets“. Quellen: Jefferies, FactSet
Historisch betrachtet erinnert die aktuelle Entwicklung zwar an frühere Technologiezyklen. Dennoch gibt es einen entscheidenden Unterschied. Während frühere Hypes häufig von expansiven Bewertungen und spekulativen Hoffnungen lebten, entstehen die heutigen Kursgewinne laut Jefferies vor allem durch steigende Unternehmensgewinne.
Genau das erklärt auch, warum viele institutionelle Anleger trotz geopolitischer Risiken weiter engagiert bleiben. Denn solange die Gewinnschätzungen weiter steigen, bleibt die fundamentale Grundlage des Trends intakt.
Für Anleger bedeutet das allerdings auch: Nicht jede KI-Aktie wird automatisch ein Gewinner bleiben. Entscheidend dürfte zunehmend werden, welche Unternehmen ihre hohen Investitionen tatsächlich in nachhaltige Renditen umwandeln können.
Und genau deshalb dürfte die aktuelle Liste der neuen ROIC-Stars an der Wall Street derzeit besonders aufmerksam gelesen werden.
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