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Die zwei spannendsten Stories aus der Trading-Masterclass!

Aktienanalysen Hinnerk Lührs 1.027 Leser

Liebe Leser,

jeden Montag bis Donnerstag von 18:30 bis 19:00 halte ich die Trading-Masterclass. Jeden Mittwoch kommt Simon Betschinger, der CEO von TraderFox mit 22 Jahren Trading-Erfahrung, in die Masterclass hinzu, um neue Trading-Setups zu diskutieren. Am Mittwoch legen wir uns nach ausgiebiger Diskussion auf einen Top-Pick fest, also ein Trading-Setup, welches wir fundamental sowie technisch für spannend halten. Wir kaufen den Top-Pick dann in ein 100.00 Euro Echtgeld Firmendepot. Wir haben uns den Zwang auferlegt uns jede Woche auf eine Aktie bzw. ein Trading-Setup festzulegen und die Aktie für 10.000 Euro in das Firmendepot zu kaufen. Dies bringt die nötige Ernsthaftigkeit in den Research. 

In diesem Artikel möchte ich über zwei Trading-Setups aus der Trading-Masterclass berichten. Viel Spaß!

Tipp: Wenn du dich für Research und Trading interessierst, dann schaue dir mal die Trading-Masterclass an! Täglich von 18:30 bis 19:00 (Replay verfügbar) recherchieren wir neue Aktien!

Pure Storage - Eine Unternehmenstransformation von Hardware zu Software


Pure Storage ist Anbieter von Data-Storage-Systemen für Unternehmenskunden. Ursprünglich war das Unternehmen ein reines Hardware-Unternehmen, welches vor allem Flash-basierte Speicherlösungen verkauft hat. Pure Storage hat also primär Produkte verkauft, die andere Unternehmen in Rechenzentren einsetzen. Allerdings sind die Flash-basierten Speicherlösungen mittlerweile ein Massenprodukt geworden und Hardware-Unternehmen sind schon seit langem “out of favor”.

Pure Storage geht jedoch eine vielversprechende Entwicklung durch. Das Unternehmen entwickelt sich immer mehr Richtung Storage-as-a-Service (StaaS) bzw. Pure-as-a-Service (PaaS). Das Geschäftsmodell “Storage-as-a-Service” sollte klar sein: Pure Storage vermietet Speicher an andere Unternehmen. “Pure-as-a-Service” bietet nicht nur Speicherlösungen auf Abonnementbasis an, sondern kann Unternehmen auch dabei helfen, ihren öffentlichen und privaten Cloud-Speicher in ein einziges Managementsystem zu integrieren, die Daten zu analysieren, Sicherheit zu gewährleisten und Backup-/Wiederherstellungslösungen zu ermöglichen.

Pure Storage entwickelt sich also quasi zu einem SaaS-Unternehmen mit monatlich wiederkehrenden Einnahmen und hat zusätzlich noch ein innovatives Produkt, welches von Gartner in einer Studie als technologisch führend beschrieben wurde. Außerdem ist das Unternehmen eine echte Free Cashflow Maschine. Im letzten Jahr lag der Free Cash Flow bei 95,7 Mio. USD bei einem Gesamtumsatz von 1,68 Mrd. USD. 

Welche Geschäftstreiber gibt es für Pure Storage?


Pure Storage positioniert sich als Software-Unternehmen in der Zeit der Digitalisierung. Die Corona-Pandemie war ein echter Beschleuniger und zwingt Unternehmen zur digitalen Transformation. Pure Storage hat bereits über 9.000 Kunden und gewann allein im letzten Quartal 380 neue Kunden dazu (+15 %). Das rasante Kundenwachstum verdeutlicht, dass viele Unternehmen hohe Investitionen in den Ausbau der digitalen Infrastruktur stecken. Der Trend dürfte sich in den kommenden Monaten nicht abschwächen, sondern weitergehen.

Außerdem profitiert Pure Storage von zunehmenden Cyber-Attacken. Von dieser Thematik liest man in den Nachrichten nahezu täglich. Erst vor wenigen Monaten hat das Unternehmen “SafeMode” herausgebracht, eine Lösung für Ransomware-Attacken. Ransomware-Attacken sind für Unternehmen ein existenzielles Risiko, denn Hacker fordern hohe Lösegeldsummen und Unternehmen können ihren guten Ruf innerhalb weniger Stunden verlieren, wenn sie Kundendaten an Hacker weitergeben. Mit SafeMode sind Unternehmensdaten vor Hacker-Angriffen geschützt. Nach nur sechs Monaten haben über 500 Kunden von Pure Storage SafeMode aktiviert.

In wenigen Tagen, am 28. September, wird Pure Storage einen Investorentag haben. Hier könnte das Management neue Informationen und positive Impulse liefern. 

Die Finanz-Performance von Pure Storage


In den letzten drei Jahren ist Pure Storage um 18,1 % pro Jahr im Umsatz gewachsen - das Unternehmen arbeitet allerdings noch nicht profitabel. Im nächsten Jahr soll das Umsatzwachstum bei 21,4 % liegen und die Profitabilitätsschwelle erstmals überschritten werden. Die Analysten gehen davon aus, dass das Unternehmen einen Gewinn je Aktie von 0,46 USD erwirtschaften wird (KGV22 von 58,7). Der Umsatz soll im nächsten Jahr bei 2,04 Mrd. USD liegen (KUV22 von 3,8).

Im letzten Quartal konnte Pure Storage den Umsatz um 23 % steigern. Der Abonnement-Umsatz wurde sogar um 31 % gesteigert und der Pure-as-a-Service-Umsatz hat sich verdoppelt. Die Abonnement-Einnahmen werden für das Unternehmen immer wichtiger und sind mittlerweile für mehr als ein Drittel des Gesamtumsatzes verantwortlich. Außerdem wurde im letzten Quartal die Jahresendprognose angehoben. Sollte das Unternehmen die Transformation gelingen, dürften die Margen deutlich anziehen und die KUV-Bewertung von 3,8 deutlich zu niedrig ausfallen.

Ein Positions-Trading-Setup: Die Qualitäts-Aktie ASML


In den letzten Tagen haben wir in der Trading-Masterclass immer wieder Halbleiter-Ausrüster-Aktien besprochen. Der gesamte Sektor ist vielen Treibern ausgesetzt. Zum einen gibt es bereits heute einen Halbleiter-Mangel. Zum anderen dürfte auch in den nächsten Jahren die Nachfrage nach Halbleiter kontinuierlich steigen, denn Halbleiter werden für alle wichtigen Zukunftstrends, sei es autonomes Fahren oder Künstliche Intelligenz, benötigt. Des Weiteren haben die Halbleiter-Auftragsfertiger, wie Intel, Taiwan Semiconductor und Samsung, eine Investition-Offensive angekündigt. Allein Samsung möchte in den kommenden drei Jahren rund 205 Mrd. USD investieren. Die Investitionen in Halbleiter würden damit im Vergleich zu den vergangenen drei Jahren um über 50 % zunehmen.

Viele Ausrüster-Aktien haben die nächste Aufwärtsbewegung bereits eingeleitet, sei es Entegris, KLA Corporation, Microchip Technology oder Semtech. Die beiden bekanntesten Halbleiter-Ausrüster, Applied Materials und Lam Research, befinden sich noch in Konsolidierungen, könnten diese jedoch schon bald auflösen. ASML ist eine wahre Qualitäts-Aktie, die man weiterhin auf dem Schirm haben sollte. 

ASML - Ein tiefer Burggraben und Profiteur der Halbleiter-Investitions-Offensive


ASML ist ein Halbleiter-Ausrüster, der sich auf Lithografie-Systeme spezialisiert hat. Das Hauptprodukt ist eine EUV-Maschine (Extrem-Ultraviolett-Lithographie), die mit Hilfe fortschrittlicher Lichttechnik winzige Schaltkreise auf Siliziumscheiben "druckt". Eine dieser Maschinen kostet rund 150 Mio. USD, wiegt 180 Tonnen und es werden nur circa 50 Maschinen pro Jahr hergestellt. Insgesamt braucht ASML bis zu 40 Container, 20 Lkws und 3 Boeing 747s, um die Maschinen zu transportieren. Halbleiter-Auftragsfertiger sind auf die Maschinen angewiesen, um Chips zu produzieren.

ASML hat sich einen tiefen Burggraben aufgebaut - ähnlich wie z.B. Airbus oder Boeing in der Flugzeug-Produktion. Insgesamt müssen für jede Maschine über 1.000 Zulieferer koordiniert werden und jede Maschine ist auf den Kunden angepasst. Manche Produkte, welche für eine Maschine benötigt werden, wie z.B. Zeiss Linsen, brauchen 40 Wochen um hergestellt zu werden. Dies verdeutlicht den Koordiniationsaufwand, der bei der Produktion notwendig ist. Mittlerweile hat ASML einen 90 %igen Marktanteil in der Halbleiter-Lithographie. Kaum ein anderes Unternehmen kann die Produkte herstellen, weshalb ASML eine einzigartige Marktstellung hat.

Ein weiteres Qualitätsmerkmal ist, dass ASML wiederkehrende Einnahmen generiert. Jede ASML-Maschine hat eine rund 20-jährige Lebensdauer und die Wartung- und Service-Kosten können bis zu 50 % der Beschaffungskosten einbringen. Im Rahmen der Halbleiter-Investitions-Offensive dürfte ASML einer mehrjährig erhöhten Nachfrage ausgesetzt sein. Wenn die Auftragsfertiger in den kommenden drei Jahren viele Maschinen abnehmen, wird ASML noch die nächsten 20 Jahre an der Wartung und dem Service verdienen.

In den letzten Jahren war die Aktie ein wahrer Dauerläufer. Goldman Sachs hat gestern das Buy-Rating bestätigt und das Kursziel von 685 Euro auf 845 Euro angehoben. In den letzten drei Jahren ist ASML mit durchschnittlich 15,6 % im Umsatz und 19,9 % im Gewinn je Aktie gewachsen. Das KUV21 liegt bei 16,4 und das KGV21 bei rund 55. Ich denke, dass man die ASML vor allem bei Kursschwäche akkumulieren sollte. Die Aktie ist sowohl für kurzfristig orientierte Trendfolge-Trader, sowie Investoren interessant.

Beste Grüße,

Hinnerk Lührs

Tipp: Wenn du dich für Research und Trading interessierst, dann schaue dir mal die Trading-Masterclass an! Täglich von 18:30 bis 19:00 (Replay verfügbar) recherchieren wir neue Aktien!


Bildherkunft: Unsplash