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Drei junge IPOs aus den USA mit Potenzial!

Artikel, Aktienanalysen Marius Müllerhoff 86 Leser

Quantinuum – Neuer Player im Quantumcomputing-Sektor steht am Allzeithoch


Quantinuum ist am 4. Juni 2026 mit dem Kürzel QNT an die Nasdaq gegangen und zählt seither zu den größten Börsengängen im Quantencomputing-Sektor.

Das Unternehmen entstand 2021 aus dem Zusammenschluss von Honeywell Quantum Solutions und der britischen Softwareschmiede Cambridge Quantum. Honeywell hält bis heute rund 49 Prozent der Stimmrechte und bleibt zugleich wichtiger Kunde und Entwicklungspartner.

Das Geschäftsmodell ruht auf einem sogenannten Full-Stack-Ansatz, also der vollständigen Integration von Hardware, Software und Cloud-Zugang unter einem Dach. Das Kernprodukt ist der Ionenfallen-Quantencomputer Helios mit 98 physischen und 48 logischen Quantenbits, der über Cloud-Zugänge vermietet wird. Ergänzt wird das Angebot durch die Software InQuanto für chemische und materialwissenschaftliche Simulationen sowie Quantum Origin, einen Generator für quantenbasierte Zufallszahlen zur Verschlüsselung.

Zu dem Kundenstamm gehören Regierungen und Forschungsinstitutionen. Hier ist z.B. RIKEN (ein japanisches Institut für physikalische und chemische Forschung) zu nennen, das laut Berichten in 2025 bis zu 60 Prozent des Gesamtumsatzes ausmachte. Des Weiteren gehören Industrieunternehmen BMW (Materialoptimierung für künftige Fahrzeuggenerationen), BP (Simulation geologischer Untergrundstrukturen für die Öl- und Gasexploration) und Mitsubishi Electric (industrielle Konstruktions- und Simulationsanwendungen) zum Kundenstamm. Letztlich nutzt JPMorgan Quantinuums Systeme zur Erzeugung zertifiziert zufälliger Zahlen (relevant für Datensicherheit im Finanzsektor).

Die „Story“ des Marktes dreht sich um fehlertolerantes Quantencomputing als nächste Infrastrukturschicht für künstliche Intelligenz und Cybersicherheit. Das hat bereits vor dem Börsengang Investoren wie Nvidia und JPMorgan angezogen.

Als Wettbewerber gelten IonQ und Rigetti Computing, die beide bereits länger an der Börse notiert sind.

Zum Quartal, das am 31. März 2026 endete, wies Quantinuum einen Umsatz von 5,2 Millionen US-Dollar aus. Für das Gesamtjahr 2025 stand ein Nettoverlust von 192,6 Millionen US-Dollar zu Buche, nach 144,1 Millionen US-Dollar im Vorjahr.

Charttechnisch steht die Aktie am Allzeithoch. Das ist sehr konstruktiv. Aktuell sehe ich kein Einstiegsszenario. Idealerweise beginnt die Aktie damit, eine Seitwärtskonsolidierung zu etablieren. Dem Ausbruch aus dieser Konsolidierung kann gefolgt werden.

Honeywell Aerospace - Eigenständiger Luft- und Raumfahrtriese nach Aufspaltung von Honeywell


Honeywell Aerospace (HONA) ist seit dem 23. Juni 2026 als eigenständiges Unternehmen an der NASDAQ notiert. Bis dahin war das Geschäft eine Sparte des Industriekonzerns Honeywell International, dessen Wurzeln bis in die frühen Jahre der amerikanischen Luftfahrtindustrie um 1915 zurückreichen. Mit der Aufspaltung des Mutterkonzerns in drei unabhängige Firmen wurde der Bereich „Aerospace“ zum eigenen börsennotierten Anbieter.

Das Geschäftsmodell stützt sich auf drei Bereiche:

  • „Electronic Solutions“ liefert Avionik, Cockpitsysteme und Konnektivitätslösungen für Verkehrs- und Geschäftsflugzeuge.
  • „Engines and Power Systems“ fertigt Antriebstriebwerke, Hilfstriebwerke sowie elektrische Stromsysteme, darunter die verbreiteten HTF7000 und TFE731 Triebwerke für Mittelklasse Geschäftsjets.
  • „Control Systems“ konzentriert sich auf Steuerungs- und Regeltechnik für Militär und zivile Plattformen.

Honeywell Aerospace beliefert ein breites Kundenspektrum über mehrere Marktsegmente hinweg. Zunächst sind die großen Flugzeughersteller wie Boeing und Airbus als Erstausrüster zu nennen, die Honeywell-Komponenten direkt in neue Flugzeuge einbauen. Dazu kommen Fluggesellschaften weltweit, die Wartungs- und Ersatzteildienstleistungen benötigen. Im Bereich der Geschäftsluftfahrt zählen die Hersteller von Geschäftsjets wie Gulfstream, Bombardier, Dassault Falcon, Cessna und Embraer zum Kundenstamm. Diese integrieren die Honeywell-Triebwerke wie die HTF7000- und TFE731-Serie sowie Avionik-Systeme in ihre Flugzeuge integrieren. Im Bereich Verteidigung und Raumfahrt sind das US-Militär und verbündete Streitkräfte im Zusammenhang mit Hilfstriebwerken, Steuerungssystemen und Antrieben für Militärhubschrauber und -flugzeuge wie den Chinook zu nennen. Auch Raumfahrtbehörden und -unternehmen zählen zu diesem Kundensegment.

Der Markt setzt derzeit auf die anhaltende Erholung im Nachrüst- und Wartungsgeschäft der Flugzeugbranche sowie steigende weltweite Verteidigungsausgaben, die der installierten Flotte von Honeywell zugutekommen.

Als Wettbewerber gelten RTX mit der Sparte Collins Aerospace sowie GE Aerospace.

In seinem letzten Quartal als Konzernsparte meldete Honeywell am 23. April 2026 für Aerospace Technologies einen Umsatz von 4,32 Milliarden US Dollar. Das Wachstum belief sich auf vier Prozent (organisch), der Auftragseingang erhöhte sich um sechs Prozent.

Der Chart liefert nach weniger als zwei Wochen Handel noch keine bedeutsame Aussage. Daher bietet es sich an, die Aktie auf die Watchliste zu legen.

SharonAI - GPU-Cloud-Anbieter mit Milliardenverträgen


SharonAI Holdings (SHAZ) ging aus der Fusion mit der bereits an der Börse notierten Mantelgesellschaft Roth CH Holding hervor. Die Übernahme wurde im Dezember 2025 abgeschlossen, im Februar 2026 folgte der Börsengang. Der IPO-Eröffnungskurs lag bei gut 30 US-Dollar. Heute steht die Aktie bei knapp 80 US-Dollar.

Das in 2024 gegründete und in New York ansässige Unternehmen betreibt Grafikprozessor-Cloud-Computing und stellt Rechenleistung für Anwendungen künstlicher Intelligenz bereit. Das Kernprodukt ist der Betrieb eigener Rechenzentren mit Nvidia-Grafikprozessoren, die an Unternehmen, KI-Startups und wissenschaftliche Einrichtungen vermietet werden. Hinzu kommen langfristige Kapazitätsverträge, etwa ein Fünf-Jahres-Abkommen mit dem Technologiedienstleister ESDS über 1,25 Milliarden US-Dollar sowie ein weiterer Vertrag mit einem asiatisch-pazifischen Technologiekonzern über fast eine Milliarde US-Dollar (Sharon AI hat den Namen bis jetzt nicht öffentlich gemacht).

Die „Story“, die der Markt spielt, ist der Ausbau von Rechenzentrumskapazitäten für künstliche Intelligenz, getrieben durch die hohe Nachfrage großer Cloud-Anbieter nach Grafikprozessoren. SharonAI profitiert davon mit einem neuen Sechs-Jahres-Abkommen mit Nvidia über bis zu 40.000 Grafikprozessoren des Typs Grace Blackwell GB300 in Australien, wodurch die Gesamtkapazität auf 132 Megawatt steigen soll.

Als Wettbewerber gelten unter anderem WhiteFiber, Digi Power X, CoreWeave, Applied Digital Corporation und Nebius Group.

Im ersten Quartal 2026, veröffentlicht am 15. Mai 2026, sank der Umsatz auf 294.000 US-Dollar gegenüber 325.000 US-Dollar im Vorjahr. Er lag damit jedoch leicht über den Analystenschätzungen. Der Verlust je Aktie weitete sich auf 1,43 US-Dollar aus und verfehlte die Markterwartung von minus 0,89 US-Dollar.

Im Juni wurde bekannt gegeben, dass sich das Unternehmen eine Finanzierung über 1,6 Milliarden US-Dollar gesichert hat für den Ausbau der Rechenzentrumskapazitäten im Rahmen der neuen Kooperation mit Nvidia (siehe oben). Konkret fließt das Geld in den Kauf und Betrieb der Grafikprozessoren, den Bau beziehungsweise die Anmietung von Rechenzentrumsflächen sowie die dafür nötige Stromversorgung. Langfristiges Ziel ist es, bis Mitte 2027 mehr als 55.000 Nvidia-Grafikprozessoren im Einsatz zu haben, um die bereits unterzeichneten Großverträge, etwa mit ESDS und dem noch nicht namentlich genannten asiatisch-pazifischen Technologiekonzern, bedienen zu können.

Der Chart sieht bullisch aus. Nachdem die Aktie bis Mitte Juni auf knapp 100 US-Dollar hochgeschossen war, sahen wir seitdem einen Rücksetzer zum gleitenden 21 Tagedurchschnitt, der als Unterstützung zu dienen scheint. Über dem Hoch von gestern bietet es sich an, eine Position zu eröffnen.


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