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Drei US-Aktien, die durch relative Stärke auf sich aufmerksam machen!

Aktienanalysen Marius Müllerhoff 122 Leser

In den letzten Tagen kamen die US-Indizes heftig unter die Räder. So hat die Nasdaq letzte Woche vier von fünf Tagen im Minus geschlossen und ist um über fünf Prozent gefallen.

Gleichzeitig gibt es Aktien, die sich der Marktschwäche entziehen können. Diese Art von Divergenz ist sehr bullisch. Denn das ist oftmals ein Hinweis darauf, dass institutionelle Investoren beginnen, Kapital in diese Aktien umzuschichten.

Accenture – Partnerschaft mit Anthropic und Rekordsprung an der Börse dank Quartalszahlen


Kaum ein Konzern verkörpert die Frage, ob künstliche Intelligenz Dienstleister ersetzt oder stärkt, so klar wie Accenture (ACN).

Das Unternehmen verdient sein Geld vor allem in zwei Bereichen: erstens Beratung und zweitens ausgelagerte Betriebsdienstleistungen (managed services). Die Beratung umfasst vor allem Strategieentwicklung und -umsetzung sowie den Umbau von Geschäftsprozessen. Bei den ausgelagerten Betriebsdienstleistungen betreibt der Konzern über Jahre Software, Computersysteme oder ganze Abteilungen wie Buchhaltung und Kundenservice für Großkunden weltweit. Wichtigster Baustein ist die Systemintegration samt Anwendungsentwicklung. Dazu kommt die Auslagerung von Geschäftsprozessen. Als dritten Wachstumsbereich baut Accenture die Cybersicherheit aus und kaufte dafür im Juni drei Firmen für zusammen 4,18 Milliarden Dollar.

Die „Story“, die der Markt im ersten Halbjahr 2026 spielte, hieß: Disruption durch KI. Neue Werkzeuge von Anthropic lösten Anfang des Jahres einen Ausverkauf bei Software und Dienstleistern aus. Anleger fürchteten, KI mache bezahlte Programmierstunden überflüssig. Die Aktie von Accenture verlor knapp 60 Prozent. Nun kommt jedoch eine neue „Story“ auf: Konzerne brauchen externe Partner, um KI produktiv einzusetzen. Außerdem kündigten Accenture und Anthropic am 18. September eine Partnerschaft zur Sicherheitsprüfung von KI an. Accentures Fachteam „Faculty“ soll Modelle von Anthropic auf Schwachstellen, schädliches Verhalten und Missbrauchsrisiken untersuchen. Beide Unternehmen wollen dafür über fünf Jahre je mindestens eine Milliarde Dollar investieren. Damit könnte Accenture über die reine Einführung von KI hinaus in Prüfung, Sicherheit und Risikomanagement wachsen.

Zu den wichtigsten Wettbewerbern zählen IBM und Cognizant. Accenture ist größer und breiter aufgestellt.

Am 1. Oktober 2026 meldete Accenture Zahlen zum vierten Geschäftsquartal. Der Umsatz stieg um 6 Prozent auf 18,7 Milliarden Dollar und lag über den erwarteten 18 Milliarden. Der Gewinn je Aktie erreichte 3,29 Dollar, nach 3,03 Dollar im Vorjahr. Erwartet waren 3,19 Dollar. Für 2027 plant das Management 3 bis 6 Prozent Wachstum und 14,39 bis 14,81 Dollar Gewinn je Aktie. Das elektrisierte die Märkte. Die Aktie sprang um bis zu 25 Prozent nach oben, ihr bester Tag in der Unternehmensgeschichte. Damit schaffte es die Aktie zurück über den wichtigen gleitenden 200 (GD). Im Anschluss kam es zu einem Rücksetzer zum 200 GD, der zwar weiterhin fallend ist, nun jedoch als Unterstützung dient. Die Aktie hat in der Zwischenzeit neun Plustage hintereinander hingelegt. Das ist sehr bullisch, insbesondere im Vergleich mit den großen US-Indizes. Allerdings benötigt die Aktie nun zunächst eine Konsolidierung. Dem Ausbruch aus dieser Konsolidierung kann gefolgt werden.

Wachstums-Check Accenture über TraderFox

Quelle: Wachstums-Check TraderFox

Ebay – Sammelkarten und Livestreams führen in Mitten des Abverkaufs der US-Indizes zum Ausbruch auf ein neues Allzeithoch


EBay (EBAY) galt lange als Überbleibsel aus den frühen Internetjahren. Heute wächst der Marktplatz so schnell wie seit Jahren nicht mehr. Pierre Omidyar gründete eBay 1995 in Kalifornien als Onlineauktionshaus. Im Jahr 2015 trennte sich das Unternehmen von PayPal.

eBay verkauft keine eigenen Waren. Das Unternehmen bringt Käufer und Verkäufer zusammen und erhält für jeden Verkauf eine Gebühr. Maßgeblich dafür ist das GMV („Gross Merchandise Volume“ bzw. Handelsvolumen). Dieses lag im letzten Quartal bei 22,4 Milliarden Dollar. Das ist der erste Geschäftsbereich. Der zweite ist Werbung. Händler bezahlen dafür, dass ihre Angebote weiter oben erscheinen. Dieses Geschäft wuchs zuletzt um 25 Prozent. Den dritten Bereich bilden Sammlerstücke. Zu eBay gehören das Auktionshaus Goldin und die Kartenplattform TCGplayer. Außerdem arbeitet das Unternehmen mit dem Prüfdienst PSA zusammen. So deckt eBay bei Sammelkarten den gesamten Weg ab, von der Echtheitsprüfung bis zum Verkauf. Gebrauchtwaren, Autoteile und Luxusmode ergänzen das Angebot. Die neu übernommene Modeplattform Depop soll jüngere Käufer gewinnen.

An der Börse bestimmen zwei „Stories“ das Bild. Die erste „Story“ sind Sammelkarten. Sie gelten zunehmend als Anlageobjekt, vor allem Karten von Pokémon. Im Februar 2026 versteigerte das zu eBay gehörende Auktionshaus Goldin eine seltene Pikachu-Karte für 16,5 Millionen Dollar. eBay verdient an diesem Boom entlang des gesamten Verkaufswegs. Dazu gehören ein Kartenscanner mit künstlicher Intelligenz, Echtheitsgarantien, die Bewertung durch den Prüfdienst PSA und der Verkauf per Livestream. Im ersten Quartal waren Sammlerstücke der größte Wachstumstreiber beim Handelsvolumen. Die zweite „Story“ sind Livestream-Verkäufe. Am 12. Oktober 2026 machte Morgan Stanley eBay zum Favoriten im Internetsektor und hob das Kursziel von 127 auf 132 Dollar. Treiber ist „eBay Live“: Laut Analyst Nathan Feather stammen mindestens 40 Prozent des diesjährigen Wachstums beim Handelsvolumen aus dem Livestreamgeschäft. Die Aktie schoss um sechs Prozent nach oben und markierte ein neues Allzeithoch.

Die letzten Quartalszahlen legte eBay am 5. August 2026 vor. Der Umsatz stieg auf 3,13 Milliarden Dollar, nach 2,73 Milliarden im Vorjahresquartal. Analysten hatten mit 3,02 Milliarden gerechnet. Der bereinigte Gewinn je Aktie erreichte 1,60 Dollar, nach 1,37 Dollar im Vorjahr. Die Wall Street ging von 1,50 Dollar aus. Für das dritte Quartal stellt eBay einen Umsatz von 3,07 bis 3,12 Milliarden Dollar und einen Gewinn je Aktie von 1,36 bis 1,42 Dollar in Aussicht. Die Prognose für das Gesamtjahr wurde angehoben. Zudem hat eBay die Übernahme von Depop abgeschlossen.

Das Chartbild sieht sehr konstruktiv aus. Während die US-Indizes abverkauften, brach eBay am vergangenen Donnerstag aus einer fünf monatigen Konsolidierung auf ein neues Allzeithoch aus und kann dieses bis jetzt verteidigen. Das ist extrem bullisch. Zwischen 119 und 120 bietet es sich noch an, auf den Zug aufzuspringen.

Wachstums-Check eBay über TraderFox

Quelle: Wachstums-Check TraderFox

Moderna - Vom Pandemiegewinner zur Wette auf die Krebsimpfung mit einem Kurssprung von 180 %


Moderna (MRNA) gehört 2026 zu den auffälligsten Biotechaktien an der Nasdaq. Der Markt sieht das Unternehmen plötzlich wieder als Innovationsträger. Gegründet im Jahr 2010 und seit Dezember 2018 börsennotiert, wurde die Firma mit ihrem Coronaimpfstoff bekannt, der Ende 2020 in den USA zugelassen wurde.

Das Geschäftsmodell beruht auf mRNA („messenger RNA“). Diese Moleküle geben dem Körper eine Bauanleitung, damit er selbst Abwehrstoffe bildet. Neue Impfstoffe lassen sich so schnell entwickeln und anpassen. Den Großteil des Umsatzes liefern weiterhin die Coronaimpfstoffe Spikevax und mNEXSPIKE. Ihre Varianten für die Saison 2026/2027 erhielten bereits die Zulassung der amerikanischen Arzneimittelbehörde. Hinzu kommt mRESVIA, ein Impfstoff gegen RSV („Respiratory Syncytial Virus“ bzw. ein verbreitetes Atemwegsvirus). Weitere Einnahmen stammen aus strategischen Partnerschaften mit den Regierungen von Kanada, Großbritannien und Australien. Das Geschäft ist stark saisonal, denn geimpft wird vor allem im Herbst.

Die große „Story“ heißt inzwischen Krebs (mehr dazu siehe: https://aktienmagazin.de/blog/aktienanalysen/us-biotechsektor-mit-zwei-pivotal-news-points-in-zwei-tagen-diese-akti-177125.html). Im August erzielten Moderna und Merck einen wichtigen Erfolg mit einem personalisierten Impfstoff gegen schwarzen Hautkrebs, auch Melanom genannt. Melanome machen nur etwa ein Prozent aller Hautkrebsfälle aus, verursachen aber den Großteil der Todesfälle. Der Impfstoff wird für jeden Patienten einzeln hergestellt. Er basiert auf den Mutationen des jeweiligen Tumors und trainiert das Immunsystem, genau diese Krebszellen anzugreifen. In einer Studie der Phase 3 mit mehr als 1.100 Patienten schnitt die Kombination mit Mercks Immuntherapie Keytruda besser ab als Keytruda allein. Die Patienten lebten deutlich länger ohne Rückfall, und das Risiko einer Ausbreitung in entfernte Körperregionen sank. Die Behandlung wurde gut vertragen. Das Risiko von Rückfall oder Tod sank um 49 Prozent. Das pulverisierte die Aktie, die um ca. 180 Prozent nach oben schoss. Seit dem 9. Oktober gehört Moderna zum Nasdaq 100. Für eine mögliche Markteinführung kehrt Juan Andres als COO (Chief Operating Officer) zurück. Am 24. Oktober folgen detaillierte Studiendaten.

Im Impfstoffmarkt konkurriert Moderna vor allem mit Pfizer und BioNTech, die gemeinsam den Coronaimpfstoff Comirnaty vertreiben. BioNTech entwickelt zudem eigene Krebsimpfstoffe auf Basis von mRNA.

Die letzten Quartalszahlen legte Moderna am 31. Juli 2026 vor. Der Umsatz stieg um 2 Prozent auf 145 Millionen Dollar und übertraf die erwarteten 103 Millionen klar. Der Verlust je Aktie sank auf 1,97 Dollar nach 2,13 Dollar und fiel etwas geringer aus als von den Analysten geschätzt wurde. Das Management bestätigte das Umsatzwachstum für 2026 von bis zu 10 Prozent und ernannte Ester Banque zur Vertriebschefin.

Charttechnisch macht die Aktie einen sehr bullischen Eindruck. Sie steht knapp unter dem 52 Wochenhoch, dem höchsten Stand seit Januar 2022. Trotz schwacher Marktindizes schafft es die Aktie, sich oberhalb des gleitenden 10 Tagedurchschnitt zu halten. Aktuell sehe ich kein Einstiegsszenario. Für eine Positionseröffnung bietet es sich an, auf die nächsten Quartalszahlen zu warten, die am 06. November veröffentlicht werden sollen.

Wachstums-Check Moderna über TraderFox

Quelle: Wachstums-Check TraderFox


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