Ein Barclays-Buyback-Basket schlägt 2026 den Markt: Mit diesen 24 Aktien sind Sie dabei
Aktien von Unternehmen mit Rückkaufprogrammen haben sich 2026 besser als der STOXX 600 entwickelt. Barclays sieht weiteren Rückenwind und wettet mit 24 Favoriten auf diesen Trend.
An den europäischen Aktienmärkten lohnt derzeit ein Blick auf eine Käufergruppe, die leicht übersehen wird: die Unternehmen selbst. Sie geben erhebliche Summen aus, um eigene Aktien vom Markt zu nehmen. Für die Unternehmen ist dies eine Möglichkeit, Liquidität an die Aktionäre zurückzugeben und zugleich die Zahl der ausstehenden Aktien zu verringern. Für Anleger entsteht dadurch ein zusätzlicher Nachfragefaktor, der bei einer großen Zahl parallel laufender Programme durchaus ins Gewicht fallen kann.
Dass diese Strategie nicht nur theoretisch interessant ist, zeigt die bisherige Entwicklung. Der Barclays-Buyback-Basket hat 2026 bislang einen klaren Vorsprung gegenüber dem europäischen Aktienmarkt herausgearbeitet. Seit Jahresbeginn kommt die Strategie nach der Darstellung der Investmentbank auf grob 16%, während der STOXX 600 rund 10% zulegte. Damit beträgt die Outperformance etwa sechs Prozentpunkte (Stand: 12.08.26).
Und auch im dritten Quartal bleibt der Basket vorne: Bislang liegt er weitere 1,66 Prozentpunkte über dem Index. Barclays sieht dafür gute Gründe – und erwartet weiteren Rückenwind durch die Rückkäufe europäischer Unternehmen.
Barclays European Buyback Basket und STOXX 600 Index im Performancevergleich
Quellen: Bloomberg, Barclays Research.
Aus Anlegersicht ist dabei unter anderem folgendes interessant. Mehr als 60% der für 2026 angekündigten Aktienrückkaufprogramme sind noch nicht umgesetzt. Gleichzeitig haben sich die Gewinnaussichten verbessert und die Unternehmen verfügen damit über eine solide Grundlage, um ihre Rückkäufe fortzusetzen.
Aktienrückkäufe werden zu einem wichtigen Nachfragefaktor
Dass Unternehmen eigene Aktien kaufen, ist zunächst kein ungewöhnlicher Vorgang. Für den Aktienmarkt kann die Summe vieler solcher Programme durchaus relevant werden. Im Juli entfielen laut Barclays rund 2,5% des Handelsvolumens im STOXX 600 auf Aktienrückkäufe. Zwar lag dieser Anteil unter den jüngsten Spitzenwerten, er blieb aber über dem Durchschnitt seit 2021. Besonders groß war der Einfluss bei Finanzwerten und Industrieunternehmen.
Auch bei den tatsächlich ausgeführten Rückkäufen war die Aktivität im Juli höher als im saisonüblichen Durchschnitt. Finanzwerte stellten dabei die wichtigste Nachfragequelle, gefolgt von Industrie und Energie.
Für Barclays ist das entscheidend, weil die Rückkäufe nicht nur auf die Vergangenheit verweisen. Die Unternehmen haben bereits weitere Programme angekündigt, von denen ein großer Teil noch nicht umgesetzt ist. Damit existiert ein gewisser Vorrat an potenzieller Nachfrage, der in den kommenden Monaten an den Markt gelangen kann.
Die Mehrzahl der Rückkaufprogramme sind noch offen
Der Umfang dieses noch ausstehenden Kaufvolumens ist einer der wichtigsten Punkte der Studie. Mehr als 60% der für 2026 angekündigten Rückkaufprogramme waren zum Zeitpunkt der Untersuchung noch nicht ausgeführt. Ein erheblicher Teil der verbleibenden Käufe ist für das vierte Quartal und die Zeit danach vorgesehen.
Das ist für Anleger deshalb interessant, weil ein Teil der künftigen Nachfrage damit bereits angekündigt ist. Die Unternehmen müssen die Aktien zwar nicht an einem bestimmten Tag kaufen, die Programme schaffen aber einen Rahmen für weitere Käufe.
Besonders große noch ausstehende Beträge im Verhältnis zur jeweiligen Marktkapitalisierung sieht Barclays unter anderem bei Derwent London, British American Tobacco, Ferrovial, St James's Place, SEB, Intesa Sanpaolo, Reply, Shell, Repsol, Symrise und der London Stock Exchange Group. Bei einigen dieser Unternehmen war erst ein relativ kleiner Teil des angekündigten Programms umgesetzt.
Mehr als 60% der Rückkaufprogramme sind noch nicht umgesetzt

Quellen: Bloomberg, Barclays Research.
Das Ende der Sperrfrist kommt zur richtigen Zeit
Hinzu kommt ein saisonaler Faktor. Während der Berichtssaison verzichten viele Unternehmen vorübergehend auf den Rückkauf eigener Aktien. Diese sogenannte Sperrfrist läuft nun aus. Dadurch kann die Nachfrage der Unternehmen wieder stärker an den Markt zurückkehren.
Barclays verweist darauf, dass europäische Aktien historisch nach dem Höhepunkt dieser Sperrfristen häufig weiter gestiegen sind. Die Investmentbank erwartet deshalb für den weiteren Sommerverlauf einen günstigeren Rahmen für Rückkäufe.
Das bedeutet nicht, dass Rückkäufe automatisch steigende Kurse garantieren. Sie liefern aber einen zusätzlichen Nachfragefaktor, der gerade dann interessant ist, wenn andere Marktteilnehmer vorsichtiger werden.
Gute Gewinne schaffen finanziellen Spielraum
Noch wichtiger ist, dass die Rückkäufe nicht isoliert betrachtet werden sollten. Barclays sieht auch auf der Unternehmensseite eine günstige Ausgangslage. Das Gewinnwachstum im zweiten Quartal hat sich deutlich beschleunigt. Gleichzeitig bleiben die Erwartungen für das Gewinnwachstum je Aktie 2026 robust. Das verbessert die Sichtbarkeit der künftigen Mittelzuflüsse und unterstützt damit die Fähigkeit der Unternehmen, ihre Rückkaufprogramme weiterzuführen.
Die Investmentbank sieht zudem eine weiterhin hohe Aktionärsrendite in Europa. Dividenden und Aktienrückkäufe zusammen bringen es in mehreren europäischen Märkten auf 5% bis 7%. Gleichzeitig sind die Ausschüttungen nach Einschätzung von Barclays im Verhältnis zur erwirtschafteten Liquidität gut abgesichert.
Das ist ein wichtiger Unterschied. Eine hohe Rückkaufrendite allein macht eine Aktie noch nicht attraktiv. Entscheidend ist vielmehr, ob ein Unternehmen die Ausschüttungen aus dem laufenden Geschäft finanzieren kann. Barclays verweist deshalb auf die freie Liquidität als wichtigen Maßstab für die Qualität der Aktionärsrendite.
Aktionärsausschüttungen bleiben durch den Cashflow gut gedeckt

Quellen: Bloomberg, Barclays Research.
Nicht die höchste Rendite ist automatisch die beste
Dieser Aspekt ist für die Interpretation der Barclays-Strategie wichtig. Die höchsten Gesamtrenditen aus Dividenden und Rückkäufen finden sich laut Studie unter anderem bei Autoherstellern, Versicherungen und Banken. Doch eine hohe Ausschüttung kann auch ein Warnsignal sein, wenn sie nicht ausreichend durch den freien Cashflow gedeckt ist.
Barclays plädiert deshalb für einen differenzierteren Blick: Interessanter sind Unternehmen und Branchen, die eine hohe Aktionärsrendite mit einer soliden finanziellen Deckung verbinden. Die Rückkäufe sollten also nicht als alleiniger Kaufgrund verstanden werden.
Für die konkrete Strategie ist ohnehin ein anderer Punkt entscheidend: Welche Unternehmen kaufen nicht nur Aktien zurück, sondern gehören gleichzeitig zu einer Auswahl, die sich bereits besser als der Gesamtmarkt entwickelt hat?
Der Barclays-Basket hat bereits einen Vorsprung
Genau hier kommt der Barclays European Buyback Basket mit dem Kürzel BCEUBUYB ins Spiel. Den diesjährigen Performancevorsprung dieser Strategie haben wir bereits Eingangs aufgezeigt.
Angesichts der überzeugenden Wertentwicklung bezeichnet die Investmentbank den Aktienkorb als einen guten Diversifikator, der sich auch während der jüngsten Schwankungen bei KI-Aktien und der nachlassenden Dynamik bisheriger Börsenfavoriten robust gezeigt habe.
Das macht die Strategie für Anleger besonders interessant. Es geht nicht nur um die theoretische Wirkung von Aktienrückkäufen. Der entsprechende Basket hat bereits gezeigt, dass die Strategie im aktuellen Marktumfeld funktionieren kann.
Barclays sieht zudem saisonalen Rückenwind bis zum Jahresende. Historisch entwickeln sich Aktien von Unternehmen mit Rückkaufprogrammen in dieser Phase häufig positiv. Zusammen mit dem Ende der Sperrfristen und der noch großen Zahl nicht ausgeführter Programme ergibt sich damit ein Umfeld, das nach Einschätzung der Investmentbank für die Strategie spricht.
Finanzwerte dominieren die aktuelle Auswahl
Die jüngste Zusammensetzung des Baskets zeigt allerdings auch, dass es sich nicht um eine gleichmäßig über alle Branchen verteilte Strategie handelt. Barclays hat den Schwerpunkt zuletzt deutlich auf Finanzwerte gelegt. Hinzu kommen Übergewichtungen bei Energie und Industrie. Weniger stark vertreten sind dagegen Gesundheitswesen, Technologie und Grundstoffe.
Das passt zur Entwicklung bei den Rückkäufen insgesamt. Finanzunternehmen haben zuletzt die größten Programme angekündigt und waren zugleich besonders aktiv bei deren Umsetzung. Industrie und Energie spielen ebenfalls eine wichtige Rolle.
Damit ist der Basket zugleich eine Wette auf die Fortsetzung der Rückkäufe und auf eine etwas zyklischere Ausrichtung des europäischen Aktienmarktes. Barclays beschreibt die aktuelle Zusammensetzung als stärker auf Finanzwerte, Energie und Industrie ausgerichtet und damit weniger abhängig von Technologie- und KI-Trends.
Finanzwerte, Energie und Industrie dominieren den Barclays-Buyback-Basket“

Quelle: Bloomberg, Barclays Research. Die Sektoren des Korbs sind nach Marktkapitalisierung gewichtet.
Für Anleger führt die Analyse damit zu einer konkreten Auswahl. Der aktuelle Barclays European Buyback Basket umfasst 24 europäische Aktien. Die Auswahl ist marktgewichteter als eine einfache Gleichgewichtung der Titel; die Branchenanteile werden von Barclays auf Basis der Marktkapitalisierung geschätzt. Die Angaben stammen vom 10. August 2026.
Die 24 Aktien im Barclays-Aktienrückkauf-Basket im Überblick

Quellen: Bloomberg, Barclays Research, Stand 10. August 2026.
Rückkäufe sind ein Signal, aber kein Freifahrtschein
Die Liste ist damit der konkrete Abschluss der Barclays-Analyse – sollte aber nicht missverstanden werden. Ein Aktienrückkauf allein macht ein Unternehmen noch nicht zu einer attraktiven Anlage. Entscheidend bleiben Geschäftsentwicklung, Bewertung, Verschuldung und die Frage, ob die Rückkäufe sinnvoll eingesetzt werden.
Interessant ist vielmehr das Zusammenspiel mehrerer Faktoren: Die Rückkaufaktivität ist hoch, die Sperrfristen laufen aus, mehr als 60% der angekündigten Programme sind noch offen, die Gewinnaussichten bleiben robust und der Barclays-Basket hat den STOXX 600 bereits geschlagen.
Damit liefert die Studie eine durchaus nachvollziehbare Erklärung für die bisherige Outperformance – und zugleich einen Ansatzpunkt für Anleger, die sich fragen, wo die nächste Nachfragewelle am europäischen Aktienmarkt entstehen könnte.
Der entscheidende Punkt ist dabei weniger, dass Unternehmen eigene Aktien kaufen. Entscheidend ist, dass diese Käufe in erheblichem Umfang bereits angekündigt sind, noch nicht vollständig umgesetzt wurden und auf eine weiterhin solide Gewinn- und Liquiditätsentwicklung treffen. Genau daraus leitet Barclays die Erwartung ab, dass der Rückenwind für den Buyback-Basket noch nicht ausgeschöpft ist.
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