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IPO-RADAR (UiPath, Zymergen, Agiliti, Latham Group)

Aktienanalysen aktien Magazin 297 Leser

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REVIEW


C3.ai (Dezember 2020)

ISIN: US12468P1049


C3.ai wurde 2009 gegründet und hat seinen Sitz in Redwood City, Kalifornien. Das Unternehmen mit 490 Mitarbeitern ist einer der führenden Anbieter für Software auf Basis von künstlicher Intelligenz zu Beschleunigung der digitalen Transformation. Das Kernprodukt der Kalifornier ist die C3 Al Suite, die eine umfassende Anwendungsentwicklungs- und Laufzeitumgebung darstellt, mit der Kunden beschleunigt Enterprise-Al-Anwendungen nutzen können. Alle Anwendungen können auf Azure, Amazon Web Services oder AWS, IBM Cloud, der Google Cloud Plattform oder vor Ort bereitgestellt werden. Schwerpunkte der KI-Anwendungen sind Bestandsoptimierung, Energie- und Kundenbeziehungsmanagement, Präzisionsoptimierung und Geldwäschebekämpfung. C3.ai sieht vor allem noch in den Bereichen Telesales und Online-Verkauf kurzfristig noch erhebliches Wachstumspotential. Analysten beziffern das weltweite Volumen des aktuellen Marktes in diesem Jahr mit 174 Mrd. USD und erwarten bis 2024 einen Anstieg auf 274 Mrd. USD. Dies entspricht einem jährlichen, durchschnittlichen Wachstum von 15,6 %. Anfang April haben die Kalifornier mit Yokogowa Electric einen größeren japanischen Kunden gewonnen, der C3.ai als Helfer für seine digitale Transformation ausgewählt hat. Der Umsatz stieg von 2018 bis 2019 um 71 % auf 157 Mio. USD, der Verlust stieg im selben Zeitraum von 33,4 Mio. USD auf 69,4 Mio. USD. Für 2021 erwartet C3.ai weiteres Umsatzwachstum im mittleren, zweistelligen Prozentbereich. Der Ausgabepreis am 9. Dezember 2020 lag mit einem Volumen von 15,5 Mio. Aktien bei 42 USD, dabei wurden 651 Mio. USD erlöst. Das Börsentief lag Anfang in der vergangenen Woche bei 59,89 USD, das Allzeithoch wurde Ende Dezember bei 177,47 USD erreicht. Die Marktkapitalisierung beträgt 4,8 Mrd. USD.

Pubmatic (Dezember 2020)

ISIN: US74467Q1031


Pubmatic wurde 2006 gegründet und ist in Redwood City, Kalifornien beheimatet. Das Unternehmen betreibt mit 550 Mitarbeitern eine Cloud-Infrastrukturplattform namens Omnichanel, die bevorzugt für die Werbebranche und Medienunternehmen konzipiert wurde. App-Entwickler und Medien-Dienstleister nutzen das Tool zur effizienten Platzierung von Produkten und Werbebotschaften. Die Kalifornier haben weltweit 13 Standorte, über die 1.100 Kunden betreut werden. Pro Tag verarbeitet die Plattform derzeit 171 Mio. Anzeigenimpressionen. Bekannte Kunde sind Verizon, News Corp und The Boston Globe. Eines der Kernwerkzeuge, die von der Branche genutzt, die sogenannten Browser-Cookies, die eine Profil-Tracking der Nutzer erlauben, will die Suchmaschine Google aber von ihrer Website eliminieren. Im Vorgriff auf diese zu erwartende Entscheidung hat Pubmatic mit Openwrap ein Tool entwickelt, über das die Nutzer digitale Identitäten auch ohne Cookies besser nachverfolgen können. Von 2018 bis 2020 konnte Pubmatic seinen Umsatz im jährlichen Durchschnitt um 23% auf 149 Mio. USD steigern, der Nettogewinn kletterte von 4,4 Mio. USD auf 26,6 Mio. USD. Aktuell verfügen die Kalifornier über Barmittel in Höhe von 78 Mio. USD. Der Ausgabepreis der Aktie lag am 9. Dezember 2020 mit einem Volumen von 5,9 Mio. Aktien bei 20 USD, dabei wurden 118 Mio. USD an frischem Kapital eingesammelt. Ihr Kurstief setzte die Aktie gleich Mitte Dezember 2020 bei 23,25 USD festgestellt, danach stieg sie bis Ende Februar 2021 auf ihr bisheriges Allzeithoch bei 69,92 USD. Die Marktkapitalisierung liegt bei 696,6 Mio. USD

Hydrofarm (Dezember 2020)

ISIN: US44888K2096


Hydrofarm wurde 1977 gegründet und hat seinen Sitz in Petaluma, Kalifornien. Das Unternehmen mit 330 Mitarbeitern produziert und vertreibt Produkte Geräte und Zubehör für die Landwirtschaft. Der Fokus liegt dabei auf dem Thema Hydrokultur und insbesondere auf der Züchtung von Pflanzen. Dazu gehören vor allem die Ausstattung von Gewächshäusern, geeignete Beleuchtungstechnik, Wasserpumpen und -filter, Belüftungssysteme, Düngungsmittel, Gartengeräte sowie Medien und Literatur zu dem breit umfassten Themengebiet. Das Produktportfolio beinhaltet über 15 Marken und wird ausschließlich in den USA und Kanada angeboten. Auch bedingt durch die COVID-19-Pandemie haben die Kalifornier ihren Online-shop deutlich aufgestockt und konnten so auch im vergangenen Jahr ein deutliches Wachstum aufweisen. Der Umsatz legte von 2018 auf 2020 im jährlichen Durchschnitt um 28% auf 63,6 Mio. USD zu, der Verlust sank im selben Zeitraum von 32,9 Mio. USD auf 9,9 Mio. USD. Für 2021 erwartet das Management wegen der nach wie vor erhöhten Nachfrage einen deutlichen Umsatzanstieg um 20% bis 25% sowie das Erreichen der Gewinnzone. Der Ausgabepreis am 10. Dezember 2020 lag mit einem Volumen von 8,7 Mio. Aktien bei 20 USD, erlöst wurden 174 Mio. USD. Nach einem Kurstief bei 39,52 USD Ende Dezember 2020 zog der Aktienkurs bis Mitte Februar 2020 auf das Allzeithoch bei 77,52 USD an. Aktuell pendelt der Kurs zwischen 45 USD und 50 USD. Die Marktkapitalisierung beträgt derzeit 1,3 Mrd. USD.

Doordash (Dezember 2020)

ISIN: US25809K1051


DoorDash wurde 2013 gegründet und ist in Palo Alto, Kalifornien beheimatet. Das Unternehmen mit 3.300 Mitarbeitern bietet über eine Online-Plattform Essensauslieferungen an. Dabei fungiert das Unternehmen nur als Vermittler zwischen Restaurants, selbstständigen Zulieferern und Kunden. Für jede Bestellung kassiert DoorDash eine Provision. Die Kalifornier geben die aktuelle Anzahl ihrer gastronomischen Anbieter mit 390.000 an, rund eine Mio. Zulieferern und 18 Mio. Kunden. Door Dash ist der drittgrößte Anbieter derartiger Dienstleistungen in den USA. Von 2013 bis 2019 wuchs der US-Markt für Online-Essens-Bestellungen um jährlich 23%. Laut Analysten soll er sich bis Ende 2021, bedingt durch die COVID-19-Pandemie, mehr als verdreifachen. Die Apps der drei großen Anbieter Grubhub, UberEats und DoorDash gehören zu den meist genutzten in den USA, allerdings rechnet auch die Mehrheit der Analysten mit einer Verschärfung des Wettbewerbs und dem Beginn eines baldigen Konzentrationsprozesses. Von 2018 bis 2020 konnten die Kalifornier den Umsatz im jährlichen Durchschnitt um 215% auf 2,9 Mrd. USD steigern, der Verlust legte im selben Zeitraum von 204 Mio. USD auf 461 Mio. USD zu. Der Ausgabepreis am 9. Dezember 2020 lag mit einem Volumen von 33 Mio. Aktien bei 102 USD, dabei wurden 3,4 Mrd. USD erlöst. Das Börsentief lag Ende März 2021 bei 125,23 USD, das Allzeithoch wurde Anfang mit 215,16 USD erreicht. Die Marktkapitalisierung beträgt 9,3 Mrd. USD.

OUTLOOK


Für die 16. Kalenderwoche sind 9 Börsengänge von Unternehmen mit einem Volumen von 4 Mrd. USD geplant. Drei von ihnen wollen an der NYSE starten, 6 bevorzugen die Nasdaq als Premierenort. Vier interessante Kandidaten sind im Folgenden im Detail beschrieben:

UiPath (NYSE)


Das in New York beheimatete Technologieunternehmen UiPath wurde 2005 gegründet. Mit 2860 Mitarbeitern betreibt man eine Plattform zur Nutzung von künstlicher Intelligenz, um Geschäftsprozesse in Mengen synchronisiert zu administrieren und damit effizienter zu organisieren. Zu den Anwendungen gehört das Extrahieren von Informationen aus Dokumenten, das Verschieben von Ordnern, das Ausfüllen von Formularen und das Aktualisieren von Datenbanken. Zum Ende Januar 2021 hatten die New Yorker fast 8.000 Kunden, davon 80% der Fortune 10 gelisteten und 63% der Fortune 500 gelisteten Unternehmen. Darunter gehören u.a. so bekannte Namen wie Adobe, Applied Materials, Chevron, Deutsche Post, CVS Health, Uber und Takeda Pharmaceuticals. Investoren haben in den vergangenen fünf Jahren rund 750 Mio. USD in das Unternehmen gesteckt. UIPath konnte den Jahresumsatz von 2018 bis 2019 um 80,8 % auf 608 Mio. USD steigern. Der Verlust reduzierte sich von 520 Mio. USD auf 92,4 Mio. USD. Auch für 2021 rechnet das Management mit einem ähnlich Umsatzwachstum wie in 2020. Geplant ist bei einer Emission an der NYSE am 21. April von 21,3 Mio. Aktien ein Erlös von 1,2 Mrd. USD. Der Angebotspreis für Investoren beträgt 43 USD bis 50 USD. Die Marktkapitalisierung läge dann bei 1,2 Mrd. USD. Außerbörsliche Taxen liegen zwischen 58 und 62 USD.

Zymergen (Nasdaq)


Zymergen wurde 2013 gegründet wurde und ist in Emeryville, Kalifornien ansässig. Die 760 Mitarbeitern bieten Dienstleistungen im Bereich Organismen-Engineering an. In ihren Biotechniklaboren nutzen die Kalifornier fortschrittliche Fertigungstechnologien wie des maschinellen Lernens und Genomik, um das Design, den Bau und den Testzyklus von Mikroorganismen zu beschleunigen. Das Unternehmen wirbt damit, dass man über die weltweit größte Datenbank proprietärer, physischer und digitaler DNA- Bibliotheken verfügt. Zielkunden sind vor allem Unternehmen aus der industriellen Biotechnologie, die die Kosteneffizienz bestehender Stämme verbessern oder Neue entwickeln wollen. Das gilt insbesondere für Mikroorganismen in der Lebensmittelindustrie und der Chemie. Bisher konnte Zymergen in diversen Finanzierungsrunden seit 2015 insgesamt 175 Mio. an Investitionskapital einsammeln. Von 2019 bis 2020 sank der Umsatz der Kalifornier um 13,8% auf 13,3 Mio. USD. Der Verlust weitete sich im selben Zeitraum von 237 Mio. USD auf 262 Mio. USD aus. Aktuell verfügt Zymergen über Barmittel in Höhe von 57 Mio. USD. Das Unternehmen rechnet bis zur vollständigen Entwicklung einer Produktpalette mit einem Zeitraum von fünf Jahren und Aufwendungen von 50 Mio. USD. Vorgesehen ist bei einer Emission am 22. April von 13,6 Mio. Aktien an der Nasdaq ein Erlös von rund 485 Mio. USD einzuspielen, die Marktkapitalisierung läge dann bei 4,5 Mrd. USD. Die Preisspanne beträgt 28 bis 31 USD. Außerbörsliche Taxen liegen bei 32-35 USD.

Agiliti (NYSE)


Agiliti wurde 1939 gegründet und hat seinen Sitz mit 3850 Mitarbeitern in Minneapolis, Minnesota. Das Unternehmen bezeichnet sich selbst als Gesundheitsdienstleister, der umfassende Management- und Servicelösungen rund um Gesundheitstechnologien anbietet. Dazu zählt man klinische Technik, Ausrüstungsverleih, Bildgebungsdienste und Vor-Ort-Service. Agiliti besitzt oder verwaltet mehr als 800.000 medizinische Geräte für über 7.000 nationale, regionale und lokale Akutkrankenhäuser. Der Umsatzanteil der Sparte medizinische Geräte beträgt allein 44%, der Bereich Managementleistungen trägt 28% dazu bei. Nicht zuletzt die COVID19-Pandemie hat zu einem deutlichen Umsatzanstieg geführt. Das Unternehmen rechnet aufgrund der demographischen Entwicklung der Bevölkerung und der Notwendigkeit effizienten Kostenmanagements im Gesundheitssektor mit einer auch mittelfristig, hohen Wachstumsdynamik. Die höchste jährliche Wachstumsrate soll dabei in den kommenden fünf Jahren der Sektor Clinical Engineering erzielen, der 28% des Konzernumsatzes ausmacht. Das Management rechnet mit einem Zuwachs von 15% bis 17%. Von 2018 auf 2020 legte der Gesamtumsatz im jährlichen Durchschnitt um 17,4 % auf 773 Mio. USD zu, der Verlust sank von 31,5 Mio. USD auf 22,4 Mio. USD. In mehreren Finanzierungsrunden sammelte Agiliti rund 460 Mio. USD ein. Die Emission an der NYSE am 23. April von 26,3 Mio. Aktien soll 606 Mio. USD erlösen. Die Preisspanne beträgt 18 bis 20 USD. Damit wäre das Unternehmen mit 2,4 Mrd. USD bewertet. Außerbörsliche Taxen liegen bei 21 bis 23 USD.

Latham Group (Nasdaq)


Die 1956 gegründete Latham Group hat ihren Sitz in Latham, New Jersey. Das Unternehmen mit 2175 Mitarbeitern ist der führende Hersteller und Designer von in Boden eingelassenen Wohnschwimmbädern in den USA, Australien und Neuseeland. Latham konnte 2020 mehr als 8.700 Glasfaserpools verkaufen, nach eigenen Angaben war das einer von 10 verkauften Pools in den USA. Vertrieben werden die Pools über 6.000 Kooperationspartner und 32 eigenen Filialen. Besonders profitieren will man vom erwarteten starken Zuwachs beim Bau von Einfamilienhäusern, der auch im Zusammenhang mit der COVID19-Pamdemie steht. Hausbesitzer sind zunehmend bereit, größere Investitionen in zusätzliche Ausstattungen wie Pools und Garten zu investieren. Lag das durchschnittlich jährliche Wachstum seit 2016 bei 1,5%, so waren es im vergangenen Jahr 2,9%. Latham hat in den vergangenen Jahren 200 Mio. USD an Risikokapital erhalten. Mit dem frischen Kapital sollen hauptsächlich Altschulden getilgt werden. Der Umsatz legte von 2019 bis 2020 um 27% auf bei 403 Mio. USD zu, der Nettogewinn kletterte im selben Zeitraum von 7,5 Mio. USD auf 16 Mio. USD. Aktuell verfügt das Unternehmen über 60 Mio. USD an Barmitteln. Kalkuliert wird bei einer Emission an der Nasdaq am 23. April von 20 Mio. Aktien mit einem Erlös von 483 Mio. USD. Die Preisspanne beträgt 19 bis 21 USD, woraus sich eine Marktkapitalisierung von 2,4 Mrd. USD errechnet. Außerbörsliche Taxen liegen bei 21 bis 23 USD.

FAZIT:


Der Boom bei den SPAC-Börsengängen ist in der vergangenen Börsenwoche deutlich abgeebbt. Nur noch zwei dieser speziellen Konstruktionen beantragten ein Debüt an der NYSE und der Nasdaq. Dafür rückten die klassischen Börsengänge wieder in den Fokus der Anleger. Die Kyrptowährungsplattform Coinbase testet am Mittwoch erfolgreich die Aufnahmefähigkeit des Marktes mit einem Direktplatzierung. Dabei gibt es keine Vorhandelsphase mit einem Zuteilungspreis, sondern es wird ein Preis festgelegt, zu dem die Aktie dann an der Börse starten wird. Bei Coinbase betrug dieser Kurs 250 USD, am Ende der Woche blieb ein Plus von 36% mit einem Kurs von 342 USD auf dem Kurszettel.

Von den insgesamt 12 Börsengängen verzeichneten zum Wochenschluss nur zwei ein Minus. Besonders erfolgreich waren mit Esports Technologies und Recursion Pharmaceuticals zwei Werte aus den Trend-Branchen Gaming und Biotechnologie. Das Plus betrug bei Esports am Ende beeindruckende 342% auf 25,35 USD, während es Recursion immerhin noch auf knapp 74% und einem Preis von 31,30 USD brachte.

 


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