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Marc von Rockstar-Trading: wie er profitabel im DAX handelt!

Influencer-Lifestyle Stephanie Traub 671 Leser



Hallo Marc, stelle dich bitte kurz vor


Ja, mein Name ist Marc, ich habe 2015 mit dem Trading begonnen, also vor nun gut 7 Jahren. Seither bin ich Vollzeittrader. Ich bin 41 Jahre alt und habe vor einigen Jahre meine Firma Rockstar-Trading gegründet.

Nun bist du erfolgreicher Trader, erzähl uns, wie du zum Trading gekommen bist?


Nun ja, das war natürlich ein gewisser Weg, den es da zu gehen galt und nach wie vor auch weiterhin zu gehen gilt. Grundsätzlich hatte ich immer schon Interesse an der Börse. Durch meinen früheren Job als Außendienstmitarbeiter im Solarbereich, einer damals unglaublich boomenden Branche, hatte ich aber leider nicht die Zeit mich intensiver mit den Märkten zu beschäftigen.

Nach einigen erfolgreichen Jahren im Außendienst kam eines Tages die Bank auf mich zu und meinte, wir könnten doch von dem Ersparten etwas an der Börse investieren. Gesagt getan – nur leider nicht mit dem erhofften Erfolg. Es ging erst etwas nach oben, dann allerdings auch immer wieder nach unten. Zum Ende hin kam es dann noch zu einer ordentlichen Fehlinvestition, die mich in Summe rund 20.000 € gekostet hat. Das war dann tatsächlich der Zeitpunkt, an dem ich beschlossen habe, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen mit der Erkenntnis, dass wenn zukünftig jemand mein Geld in den Sand setzt, ich das dann schon selbst bin. Da parallel dazu die Solarbranche nach vielen Jahren des Booms ebenfalls etwas rückläufig war, hatte ich nun auch etwas mehr Zeit und begann zu recherchieren, was es denn überhaupt für Möglichkeiten gibt.

Recht schnell bin ich auf das Thema Trading gestoßen, was mich von Anfang an fasziniert hatte. Die ganz kurze Version ist dann, dass ich meinen Job gekündigt habe, mir ein Büro gemietet habe und mir auf einer Demoversion 10 Monate lang die Skills angeeignet habe.

Ich bin also tatsächlich täglich zur „Arbeit“ gefahren, habe die Demoversion gehandelt und bin wieder nach Hause gefahren. Das war natürlich nur möglich, weil ich während  meiner Zeit in der Solarbranche entsprechende Rücklagen gebildet hatte.

Hast du dir in all den Jahren dein Wissen selbst aufgebaut?


Ja. Angefangen hat es damit, dass ich einige Bücher gelesen habe. Erst grundsätzliche Bücher zum Thema traden, was es braucht um konstant handeln zu können. Später dann auch viele Bücher zum Thema Psychologie. Psychologie ist ohnehin ein Thema was mich sehr interessiert und meines Erachtens ist die Psychologie im Trading DER wesentliche Bestandteil. Ich gehe sogar soweit, dass ich die Psychologie im Trading mit 90% gewichten würde, die restlichen 10% sind dann die Skills.

Bis heute ist das Lesen ein sehr großer Bestandteil meines Fortschrittes und tatsächlich auch fester Bestandteil meines Arbeitstages. Aber auch der Handel auf der Demoversion war für mich ein ganz wichtiger Baustein. Auch das Schreiben ist ein gutes Werkzeug, um sich und seine Arbeit immer wieder zu reflektieren. Sei es in Form eines Trading-Journals, oder eines Tagebuches. Auch bei einem Fachbuch im Finanzbereich durfte ich schon mitwirken, was auch sehr interessant war.

Welche Strategie und welche Instrumente handelst du hauptsächlich?


Überwiegend handel ich den Dax Future und immer wieder auch CFDs auf den DAX. Meine Aktivität beschränkt sich dabei nahezu ausnahmslos auf den Intradayhandel – also den Handel innerhalb eines Tages. Abends habe ich meine Positionen geschlossen und weiß, ob der Tag ein guter oder ein schlechter war. Das mag ich sehr am Intradayhandel. Der DAX ist tatsächlich bisher der einzige Markt, in dem ich mich bewege. Das ist für manche etwas außergewöhnlich und ich selbst kenne auch niemanden, der sich auf nur einen Markt beschränkt. Bei mir hat sich die Entscheidung für nur einen Markt aber relativ schnell ergeben. Ich mag es mich auf einen Markt fokussieren zu können.

Den Handel als solchen gestalte ich sehr gerne sehr simpel. Ich handel nach keinerlei Indikatoren, sondern aus dem nackten Chart heraus, also dementsprechend auch keine fundamentalen Ansätze, die z.B. mit News einhergehen etc. Es ist nur der Chart und ich. Als visuelle Unterstützung zeichne ich mir an relevanten Stellen im Markt ein paar horizontale Linien ein und/oder markiere mir entsprechende Zonen.

Wie sieht dein Tag als Daytrader in der Regel aus?


Grundsätzlich bin ich spätestens viertel vor 9 Uhr an meinem Platz im Büro, markiere relevante Punkte oder Zonen und bereite mich vor, die Eröffnung um 9 Uhr zu handeln. Das ist so die einzige kleine Routine die ich habe: jeden Tag versuchen die Eröffnung zu handeln, sollte sich nach meinem Setup eine entsprechende Möglichkeit ergeben. Alles andere lasse ich dann auf mich zukommen, je nachdem wie sich das Marktgeschehen nach der Eröffnung dann weiter entwickelt.

Der Handel selbst dauert bei mir überwiegend von 9 Uhr morgens bis etwas 13/14 Uhr. Den US-Handel ab 15.30 Uhr begleite ich mittlerweile eher selten, da ich schon früh, also noch zu Demozeiten gemerkt habe, dass ich nachmittags nicht mehr so stark performe.

Bezüglich der Zeiteinheiten bewege ich mich klassisch für einen Daytrader im 15 Minuten-Chart (M15), im Stundenchart (H1) und wenn die Volatilität hoch ist auch mal im 5 Minuten-Chart (M5).

Die meisten Positionen platziere ich mittlerweile per Limit-Order im Markt. Ab und an handel ich auch manuell, aber das kommt nicht mehr so häufig vor. Nach dem Handel gehört es für mich dazu meine Trades nochmals etwas zu analysieren und den Handel etwas zu reflektieren. Dazu nutze ich stichwortartige Eintragungen in meinem Trading-Tagebuch. Abschließend lese ich dann nach Möglichkeit noch ein wenig.



Für das tägliche Traden braucht es starke Nerven und ein gutes Mindset. Wie findest du deinen Ausgleich und sorgst für ein gutes Mindset?


Hm….gute Frage. Also ich bin niemand, der eine grundsätzliche Morgenroutine hat. Ich merke in der Regel recht schnell, wie ich mental drauf bin und ob ich mit dem Markt gut oder nicht so gut zurechtkomme. Ich reflektiere gerne….meinen Handel, aber auch mich selbst, um mich auf gewisse Dinge fokussieren zu können. Im Handel selbst muss ich hochkonzentriert sein und schalte alle Störfaktoren wie bspw. das Handy aus. Zum Ausgleich spiele ich gerne Tennis. Ebenso mache und höre ich sehr gerne Musik. Das ist quasi meine Art der Meditation, oft auch beim Handel. Während mich andere Geräusche oder Unterbrechungen stören, kann ich mit Musik gut handeln. Ich setze dann den Kopfhörer auf, konzentriere mich und liefere ab.

Was würdest du einem Einsteiger raten, wie startet man seinen Weg zum professionellen Trader?


Nun, ein ganz wichtiger Punkt ist meines Erachtens gleich zu Beginn einmal eine vernünftige und realistische Erwartungshaltung zu haben oder zumindest zu entwickeln. Die überwiegende Anzahl von Leuten, die auf mich zukommen, um das Traden zu lernen, wollen schnell Geld verdienen. Das ist nicht zielführend. Trading ist nicht nur Geld verdienen. Trading ist ein komplexer Prozess, der verstanden und verinnerlicht werden muss. Trading ist harte Arbeit und kein Signaldienst oder ein Discord-Channel.

Es gibt keine Abkürzungen beim Trading. Man muss es schlichtweg lernen und das muss Interessierten klar sein. Wie funktioniert ein Markt? Welche Assets möchte ich handeln? Zu welcher Zeit möchte ich handeln? Das sind alles Fragen, die ich mir ernsthaft stellen muss.

Mein Weg war, die ersten Schritte auf der Demo zu gehen. Hier konnte ich mich in Ruhe ausprobieren, Strategien entwickeln und testen. Verschiedene Marktsituationen beobachten und handeln, aber natürlich auch Fehler machen ohne wirklich schwerwiegende Konsequenzen davon tragen zu müssen. Ich bin 10 Monate lang jeweils 5 Tage die Woche zur Arbeit gefahren, um Demo zu handeln. Ich wusste, ich verdiene kein Geld – im Gegenteil – das alles hat im ersten Schritt erst mal Geld gekostet. Aber die Erfahrungen und Learnings von damals haben sich ausgezahlt.

Nun ist jede Person anders, für mich war der Weg gut und ich kann aus Erfahrung heraus jedem Anfänger der es ernst meint empfehlen, sich die Zeit zu nehmen und einen Schritt nach dem anderen zu gehen. Das ist der Prozess des Lernens, egal was ich lerne.

Bei vielen Dingen ist ein solcher Prozess vollkommen klar. Jemand der noch nie eine Gitarre in der Hand hatte würde nicht auf die Idee kommen, sich direkt auf eine große Bühne zu stellen. Jemand der noch nie Fußball gespielt hat würde nicht 500 € setzen und gegen einen Profi antreten. Auf solche Ideen würde niemand, der es ernst meint, kommen. Nur beim Trading gehen viele Anfänger sehr naiv an die Sache heran und verbrennen sich oftmals die Finger.

Harte Arbeit, den Willen zu lernen, Geduld, Ausdauer und Disziplin sind ganz wichtige Eigenschaften und Voraussetzungen. Ich weiß, dass schön gemachte Videos heute andere Dinge suggerieren, aber die Wahrheit ist relativ nüchtern.



Du hast in den letzten Jahren viel erreicht. Was hast du für die nächsten 5 Jahre für konkrete Ziele?


Zunächst arbeite ich daran, meine Depots auf ein gewisses Niveau zu handeln. Das habe ich tatsächlich schon relativ konkret geplant, wie das die kommenden Jahre aussehen soll.

Dann plane ich schon seit gut 1,5 Jahren ein eigenes Investment Produkt an die Börse zu bringen. Ein Produkt für Investoren, die nicht die Zeit oder den Zugang zur Börse haben, aber dennoch von den Bewegungen an den Märkten profitieren wollen. In Zeiten der Inflation und fallenden Märkten halte ich es fast schon für notwendig, dass die Leute sich über ihr Kapital Gedanken machen. Hier ein geeignetes Produkt zu entwickeln ist ein großes Ziel von mir.

Ebenso ist es mir immer wichtig gewesen, mich sozial zu engagieren. Das mache ich seit vielen Jahren und ich werde es auf jeden Fall beibehalten. Es gibt so vieles zu tun in diesem Bereich, so habe ich beispielsweise aus einem ehemaligen Challengekonto Teile des Gewinnes gespendet, um einer alleinerziehenden Mutter zu helfen. Ihr Sohn starb tragischerweise eine Woche vor Weihnachten mit nur 4 Jahren und die Mutter hatte kaum finanzielle Möglichkeiten. So konnte dem Sohn dennoch ein würdiger Abschied bereitet werden. Das sind Ereignisse, die alles andere relativ erscheinen lassen. Wie konkret das nun die kommenden Jahre aussieht, weiß ich an der Stelle noch nicht ganz genau, aber ich werde mich auf jeden Fall weiter sozial engagieren.

Das klingt wirklich gut. Schöne Worte zum Anschluss. Vielen Dank Marc, für die beruflichen und auch privaten Einblicke! Wir wünschen dir weiterhin alles Gute und einen erfolgreichen Einstieg mit deinem neuen Investmentprodukt – sofern es sich realisieren lässt.